Im Juni sind in Deutschland mindestens 99 Menschen ertrunken. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) registrierte damit so viele tödliche Badeunfälle in diesem Monat wie seit 2003 nicht mehr. Damals, im legendären Hitzesommer vor über zwei Dekaden, lag die Quote noch höher: 107 Menschen kamen in Gewässern ums Leben.
Die aktuelle Bilanz offenbart ein deutliches Geschlechtermuster: Über 90 Prozent der Opfer waren männlich. „Es sind vor allem Männer, die zu viel Risiko eingehen und Gefahren unterschätzen. Auch gehen sie öfter berauscht von Alkohol oder anderen Drogen ins Wasser“, erklärt DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Die Altersverteilung zeigt zwei Risikogruppen – 40 der Verunglückten waren nicht älter als 30 Jahre, während 35 Todesfälle Personen über 50 Jahren betrafen.
Die Unfallanalyse der DLRG enthüllt wiederkehrende Muster: Viele Badegäste unterschätzen die Gefahren natürlicher Gewässer. Häufige Auslöser sind unterschätzte Strömungen, Temperaturschocks beim plötzlichen Eintauchen ins kalte Wasser, mangelnde Schwimmfähigkeit, Selbstüberschätzung, Sprünge in flache oder trübe Bereiche sowie medizinische Notfälle im Wasser.
„Seen und Flüsse laden an heißen Tagen zwar zur Abkühlung ein, bieten aber nicht die gleiche Sicherheit wie Schwimmbäder. Schon eine einzige Fehlentscheidung kann innerhalb weniger Sekunden schwerwiegende Folgen haben“, warnt Vogt eindringlich.
Die geografische Verteilung der Unglücke im Juni verdeutlicht die unterschiedlichen Risiken: Seen erwiesen sich als tödlichste Gewässer mit 55 Todesfällen. In Flüssen ertranken weitere 21 Menschen. Jeweils sechs Todesfälle verzeichnete die DLRG in Schwimmbädern, im Meer und in Kanälen.
Autor: dts Nachrichtenagentur