Über 10.000 Syrer aus Deutschland zurückgekehrt – Bayern führt bei Ausreisen

via dts Nachrichtenagentur

Seit dem Ende des syrischen Bürgerkriegs am 9. Dezember 2024 sind mindestens 10.009 Syrer aus Deutschland in ihre Heimat zurückgekehrt. Das zeigt eine Umfrage des Nachrichtenmagazins „Focus“ bei den 16 Bundesländern.

Die meisten Syrer reisten aus Bayern aus – insgesamt 2.761 Personen. Die wenigsten kehrten hingegen aus Hamburg zurück: nur 52. Diese Zahlen liegen deutlich über den bisherigen Schätzungen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hatte im Februar 2026 noch mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr lediglich 3.678 Syrer zurückgekehrt waren.

Im weltweiten Vergleich sind die Rückkehrzahlen aus Deutschland jedoch gering. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind seit Kriegsende insgesamt 1,63 Millionen syrische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückgekehrt – hauptsächlich aus der Türkei, dem Libanon und Jordanien.

Trotz der zunehmenden Ausreisen entscheiden sich viele Syrer für eine Einbürgerung in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen ließen sich im vergangenen Jahr 18.567 Syrer einbürgern, während nur 837 syrische Flüchtlinge das Bundesland verließen. In Bremen wurden 2025 insgesamt 1.224 Syrer eingebürgert, während 109 syrische Flüchtlinge Deutschland verließen. Die Situation in den übrigen Bundesländern ist ähnlich.

Syrer stehen bereits seit Jahren an der Spitze der Einbürgerungsstatistik. Von den 332.500 Ausländern, die sich 2025 einbürgern ließen, waren 20 Prozent Syrer – das entspricht 65.574 Personen.

Die Bundesregierung prüft nach „Focus“-Informationen eine Erhöhung der Rückkehrprämie auf 8.000 Euro. Bislang erhalten Syrer im Durchschnitt 1.000 Euro für die freiwillige Ausreise. Unionsfraktionsvize Günter Krings unterstützt höhere Anreize: „Die freiwillige Rückkehr sei für alle Seiten die beste und auch günstigste Lösung. Insofern sei es richtig, dass man über höhere Rückkehrförderungen nachdenke.“

Der syrische Bürgerkrieg endete mit dem Sturz des langjährigen Diktators Baschar al-Assad im Dezember 2024. Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa besuchte Ende März 2026 Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin. Merz stellte dabei die Rückkehr von 80 Prozent der syrischen Flüchtlinge in den kommenden drei Jahren in Aussicht.

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