Bei einer Motorradkontrolle auf der Landesstraße 3196 zwischen Steinau und dem Stadtteil Marjoß hat die Polizei am Samstag 26 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Kurz nach Ende der Kontrolle verunglückte ein 68-jähriger Motorradfahrer aus Nordrhein-Westfalen schwer.
Polizistinnen und Polizisten der Polizeidirektion Main-Kinzig sowie der Direktion Verkehrssicherheit/Sonderdienste führten die Kontrollmaßnahmen zwischen 9 Uhr und 15.30 Uhr Bei den europaweiten ROADPOL-Schwerpunktaktion „2-Wheeler“ durch. Neben allgemeinen Verkehrskontrollen standen insbesondere Geschwindigkeitsmessungen im Fokus.
Am Vormittag registrierten die Polizisten bei einer Messung Richtung Steinau 17 Geschwindigkeitsverstöße bei insgesamt 98 erfassten Fahrzeugen. Dabei fiel auch eine sechsköpfige Motorradgruppe aus Nordrhein-Westfalen auf. Drei der Fahrer überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 21 bis 27 km/h.
Bei weiteren Messungen am Nachmittag Richtung Marjoß dokumentierten die Polizisten neun weitere Geschwindigkeitsverstöße. Die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung des Tages stellten sie bei einem Motorradfahrer aus dem Vogelsbergkreis fest. Er wurde kurz vor Abschluss der Kontrollmaßnahmen mit 129 km/h (nach Abzug der Messtoleranz) bei erlaubten 80 km/h gemessen. Ihn erwarten nun ein Bußgeld von 320 Euro, zwei Punkte im Fahreignungsregister sowie ein einmonatiges Fahrverbot.
Insgesamt wurden 207 Fahrzeuge gemessen, wobei rechnerisch gut jeder Achte zu schnell unterwegs war. Auch zwei Gurtverstöße wurden geahndet. Darüber hinaus stoppten die Polizisten einen 25 Jahre alten Autofahrer, der unter dem Einfluss von THC unterwegs war. Eine Blutentnahme wurde angeordnet und ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Gegen 17 Uhr, kurz nach Ende der Kontrolle, verlor ein 68 Jahre alter Motorradfahrer aus Nordrhein-Westfalen auf der Strecke die Kontrolle über sein Zweirad in einer Kurve und stürzte. Der Mann erlitt Knochenbrüche an den Extremitäten und wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Klinikum nach Fulda geflogen.
Die kurvenreiche Strecke gilt seit vielen Jahren als beliebte Motorradroute, ist jedoch zugleich immer wieder Schauplatz schwerer und teils tödlicher Verkehrsunfälle. Hintergrund der Kontrollen sind ein feststellbarer Anstieg von Alleinunfällen – insbesondere in Kurvenbereichen – infolge nicht angepasster Geschwindigkeit sowie wiederkehrende Beschwerden über erhebliche Lärmbelästigungen entlang des überregional bekannten Straßenabschnitts. Die Polizei wird die Kontrollen auf der Strecke auch künftig fortsetzen.