Das Oberlandesgericht Stuttgart hat einen jungen Ukrainer am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Der Mann sollte im Auftrag Russlands Brandanschläge in Deutschland vorbereiten. Zwei weitere ukrainische Angeklagte sprach das Gericht frei.
Nach Angaben der Anklageschrift versendeten die Männer Ende März 2025 von Köln aus zwei Pakete mit aktivierten GPS-Trackern in Richtung Ukraine. Ein russischer Geheimdienst erteilte den Auftrag Anklagen zufolge über Mittelsmänner in Mariupol. Mit der Spionage wollten die Täter Versandrouten und Transportabläufe bei einem Paketdienstleister erkunden. Das Ziel: später Pakete mit Brandsätzen aufzugeben, die in Deutschland oder auf dem Transportweg in ukrainische Gebiete außerhalb der russischen Kontrolle Schaden anrichten sollten.
Der Vertreter der Bundesanwaltschaft hatte deutlich höhere Strafen gefordert. Er beantragte Haftstrafen zwischen zwei Jahren und neun Monaten sowie vier Jahren und drei Monaten für die Angeklagten. Die Verteidiger hingegen beantragten Freisprüche für alle drei Männer. Das Gericht blieb mit seinem Urteil erheblich unter den Forderungen der Anklage und folgte in zwei von drei Fällen der Verteidigung.
Autor: dts Nachrichtenagentur