Ukrainisches Gericht ordnet Untersuchungshaft für Ex-Präsidialamtschef Jermak an

via dts Nachrichtenagentur

Ein ukrainisches Anti-Korruptionsgericht hat Untersuchungshaft für Andrij Jermak angeordnet, den ehemaligen Präsidialamtschef und engen Vertrauten von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Das Gericht setzte gleichzeitig eine Kaution von 140 Millionen Hrywnja fest, umgerechnet etwa 2,72 Millionen Euro, die Jermak die Möglichkeit gibt, bis zu einer endgültigen Entscheidung auf freiem Fuß zu bleiben.

Gegen Jermak liegt der Verdacht der Geldwäsche vor. Zusätzlich soll der Ex-Stabschef enge Kontakte zu einer Esoterik-Beraterin gepflegt und sich von ihr Ratschläge zu politischen Entscheidungen auf astrologischer Basis eingeholt haben. Jermak bestritt nach der Gerichtsentscheidung die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Der ehemalige Präsidialamtschef erklärte, dass er nicht über die erforderlichen finanziellen Mittel für die Kaution verfüge. Sein Anwalt werde nun versuchen, das Geld durch Freunde und Bekannte aufzubringen. Jermak kündigte an, dass sein Anwaltsteam Berufung einlegen und alle rechtlichen Mittel nutzen werde, um „Gerechtigkeit und Wahrheit“ zu erlangen.

Jermak war zuvor der Hauptverhandlungsführer der Ukraine in Gesprächen mit den USA. Er trat im November des vergangenen Jahres im Zuge einer umfassenden Korruptionsermittlung von seinem Amt als Stabschef von Präsident Selenskyj zurück. Selenskyj selbst steht derzeit nicht unter Verdacht.

» Weitere internationale News