In Siegen-Weidenau hat die Polizei einen Unfall mit Fahrerflucht aufgeklärt, nachdem Ermittler ein Kennzeichen-Fragment aus einem beschädigten Anpralldämpfer rekonstruiert hatten. Ende Mai war ein Autofahrer an der B 62 mit hoher Geschwindigkeit in einen Anpralldämpfer gefahren, statt die Ausfahrt zu nehmen.
Mitarbeiter von Straßen.NRW entdeckten den Schaden an der Abfahrt Anschlussstelle Weidenau beim Autohaus Walter Schneider. Der zusammengestauchte Anpralldämpfer deutete auf eine hohe Aufprallgeschwindigkeit hin. Der Sachschaden wird auf rund 20.000 Euro geschätzt.
Als Straßen.NRW Fotos des beschädigten Bauteils an die Polizei schickte, fiel Mitarbeitern der Direktion Verkehr bei genauer Betrachtung auf, dass im Blech des Dämpfers teilweise ein Buchstabe eines Fahrzeugkennzeichens zu erkennen war. Ein Ermittler des Verkehrskommissariates sicherte daraufhin weitere Spuren an der Unfallstelle.
Mit einem Fotobearbeitungsprogramm gelang es der Polizei, einen Großteil des Kennzeichens sichtbar zu machen. Das Verkehrskommissariat gab die Daten an den Wachdienst weiter, der bei einer nächtlichen Streifenfahrt einen verdeckt abgestellten roten Chevrolet Pick-Up in der Weidenauer Tiergartenstraße entdeckte.
Bei der genaueren Untersuchung stellten die Polizisten fest, dass das Fahrzeug vorne stark unfallbeschädigt war und das Kennzeichen mit dem bekannten Fragment übereinstimmte. An der Front befanden sich noch Fremdanhaftungen, die vermutlich von dem Anpralldämpfer stammen. Diese wurden gesichert und werden derzeit ausgewertet.
Der genaue Unfallzeitpunkt steht noch nicht fest – er liegt vor dem 26. Mai 2026, 11 Uhr. Ebenfalls wird noch ermittelt, wer das Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt gefahren hat. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei unter der Rufnummer 0271/7099-0 zu melden.