Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juni 2026 deutlich angewachsen. Die deutschen Amtsgerichte registrierten in diesem Monat 2.266 beantragte Unternehmensinsolvenzen – das sind 15,8 Prozent mehr als im Juni 2025, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte.
Bei der Interpretation dieser Zahlen ist wichtig zu wissen, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liegt in vielen Fällen etwa drei Monate davor.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden insgesamt 12.812 Unternehmensinsolvenzen registriert – ein Anstieg von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies ist die höchste Zahl seit dem 1. Halbjahr 2013, damals wurden 13.253 Fälle gezählt.
Die Gläubiger-Forderungen aus den im ersten Halbjahr 2026 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 18,5 Milliarden Euro. Im Vergleichszeitraum 2025 lagen die Forderungen bei etwa 28,2 Milliarden Euro. Dieser Rückgang trotz gestiegener Insolvenzzahlen erklärt sich dadurch, dass im ersten Halbjahr 2025 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz anmeldeten als im ersten Halbjahr 2026.
Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 36,2 Unternehmensinsolvenzen. Besonders stark traf es den Sektor Verkehr und Lagerei mit 71,6 Fällen je 10.000 Unternehmen. Es folgte das Gastgewerbe mit 59,6 Fällen und das Baugewerbe mit 53,4 Insolvenzen.
Auch bei den Verbraucherinsolvenzen zeigt sich ein Anstieg: Im Juni 2026 gab es 6.839 Verbraucherinsolvenzen, 5,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 38.932 Verbraucherinsolvenzen gemeldet – ein Anstieg von 2,4 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.
Autor: dts Nachrichtenagentur