Nach der Erschießung des russischen Künstlers und Putin-Kritikers Semjon Skrepezki in der polnischen Stadt Biala Podlaska hat die Polizei gemeinsam mit dem polnischen Inlandsgeheimdienst ABW einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann wurde am Donnerstagmorgen in der Nähe von Warschau gefasst und führte einen Pass auf einen 36-jährigen georgischen Staatsbürger mit sich.
Polens Premierminister Donald Tusk bestätigte die Festnahme am Donnerstag und erklärte, die Behörden arbeiteten nun daran, den Auftraggeber des Verbrechens zu ermitteln. Der Sprecher der Polizeidirektion in Lublin, Andrzej Fijolek, teilte mit, dass die Ermittler noch an der vollständigen Klärung der Identität des Verdächtigen arbeiten.
Die Tat selbst hatte sich am Montagmorgen auf einem Gehweg in einem Wohngebiet von Biala Podlaska ereignet. Ein unbekannter Mann schoss dort auf den russischen Staatsbürger, der in den Medien als Semjon Skrepezki bekannt war und mit bürgerlichem Namen Robert K. hieß. Der Täter feuerte insgesamt fünf Schüsse ab, die dem Opfer sieben Schusswunden zufügten. Die polnische Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen inzwischen übernommen, nachdem zunächst die Staatsanwaltschaft in Lublin den Fall bearbeitet hatte.
Im Zuge der Ermittlungen waren bereits zuvor zwei Männer aus Weißrussland vorübergehend festgenommen worden. Mangels Beweisen für eine Beteiligung an der Tat wurden sie jedoch wieder freigelassen.