Verkehrsunfälle in Peine: 37 Prozent mehr Schwerverletzte und vier Tote im Jahr 2025

(Symbolbild)

Die Verkehrsunfallstatistik für den Bereich des Polizeikommissariats Peine zeigt für 2025 eine besorgniserregende Entwicklung: Während die Gesamtzahl der Unfälle um 7,55 Prozent auf 2891 Fälle stieg, nahmen besonders die schweren Unfälle dramatisch zu.

Bei den Verkehrsunfällen mit schweren Folgen verzeichnete die Polizei einen Anstieg um 37,74 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Schwerverletzten kletterte von 50 auf 69 Personen. Vier Menschen starben bei Verkehrsunfällen – im Vorjahr waren es noch drei Todesopfer gewesen. Insgesamt registrierten die Beamten 397 Unfälle mit Personenschaden, wobei es sich meist um leichte Verletzungen handelte.

Besonders auffällig ist die Zunahme der sogenannten Baumunfälle, die um 41,67 Prozent auf 51 Fälle anstiegen. Diese Unfallart geht regelmäßig mit einem hohen Risiko für schwere Verletzungen einher.

Die Analyse der Risikogruppen bestätigt bekannte Muster: Junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren waren an 10,89 Prozent aller Verkehrsunfälle beteiligt. Von den insgesamt 73 schwerverletzten und getöteten Personen gehörten zehn zu dieser Altersgruppe, was einem Anteil von 13,7 Prozent entspricht.

Noch deutlicher fällt die Statistik bei Senioren ab 65 Jahren aus: Sie waren an 12,84 Prozent der Gesamtunfälle verwickelt, stellten aber 19 der 73 schwerverletzten und getöteten Personen – ein Anteil von 26,03 Prozent. Diese beiden Gruppen zählen neben Kindern zu den drei Risikogruppen im Straßenverkehr, da sie noch nicht oder nicht mehr über die erforderliche Sicherheit und Erfahrung verfügen.

Bei Radfahrern stieg die Unfallzahl im Vergleich zum Vorjahr, während die Anzahl der Leichtverletzten sank und die der Schwerverletzten stagnierte. Bei insgesamt 149 Unfällen unter Beteiligung von Radfahrern wurden 15 Personen schwer verletzt. Einen Radfahrer kostete ein Unfall das Leben. Auch E-Scooter-Unfälle nahmen weiter zu, ebenso die Zahl der dabei verletzten Personen.

Als Hauptunfallursachen bei schweren Unfällen identifizierte die Polizei bekannte Verhaltensweisen: Fehler beim Abbiegen, Vorfahrtverstöße, zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit und Alkoholeinfluss.

Polizeioberrätin Julia Semper, Leiterin des Polizeikommissariats Peine, zog zusammen mit dem Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Erster Polizeihauptkommissar Rinke, und der Sachbearbeiterin für Verkehrsangelegenheiten Wiebke Luttkus eine durchwachsene Bilanz. ‚Das Verkehrsunfallgeschehen im vergangenen Jahr kann leider nicht an den Tiefstand aus 2024 anknüpfen. Die Zahlen sind im Vergleich wieder angestiegen und bewegen sich nunmehr im Durchschnitt der vergangenen Jahre‘, erklärte Semper bei der Vorstellung der Statistik am Dienstag.

Die Polizei verfolgt weiterhin die ‚Vision Zero‘, die zum Ziel hat, Verkehrsunfälle mit schweren Folgen vollständig zu verhindern. Semper betonte: ‚Da Verkehrsunfälle aber immer von Menschen verursacht werden, ist es wichtig, dass wir alle aufeinander Rücksicht nehmen, wenn wir auf der Straße unterwegs sind.‘ Die Beamten wollen durch Prävention und insbesondere Verkehrsüberwachung für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren.