Das Wochenende bescherte dem Märkischen Kreis gleich mehrere schwere Verkehrsunfälle. Zwischen Freitag und Sonntag ereigneten sich vier Unfälle, bei denen insgesamt zwei Menschen lebensgefährlich verletzt wurden.
Den Anfang machte am Freitagnachmittag, 26. Juni, gegen 15:20 Uhr ein Fahrradfahrer in Iserlohn. Der 50-jährige Iserlohner war mit seinem Fahrrad auf der Untergrüner Straße unterwegs und wollte die Fahrbahn überqueren, um auf den Gehweg zu fahren. In Höhe des Hauses Untergrüner Straße 18 kam sein Vorderreifen am Bordstein hängen. Er verlor die Kontrolle über sein Fahrrad und stürzte auf den Gehweg. Dabei verletzte er sich schwer und musste im Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Mann trug keinen Helm. Da Polizisten vor Ort eine Alkoholisierung feststellten, entnahmen Ärzte dem Fahrradfahrer zur weiteren Untersuchung eine Blutprobe.
Am Samstagmittag, 27. Juni, gegen 13:56 Uhr kam es in Herscheid zu einem Frontalzusammenstoß. Ein 15-jähriger Heranwachsender aus Plettenberg war mit seinem E-Scooter auf der Valberter Straße von der Nordhelle in Richtung der Bundesstraße L561 unterwegs. An der Kreuzung Valberter Straße/Unterdorfstraße wollte er nach links abbiegen, übersah dabei aber einen entgegenkommenden Pkw. Der 40-jährige Pkw-Führer aus Lüdenscheid konnte nicht ausweichen. Bei der Kollision wurde der Jugendliche schwer verletzt und im Rettungswagen zum Klinikum Lüdenscheid transportiert. Der Sachschaden wird auf etwa 11.000 Euro geschätzt.
Weniger als neun Stunden später folgte der nächste schwere Unfall in Hemer. Am Samstag um 22:40 Uhr befuhr ein 20-jähriger Hemeraner mit seinem Pkw den Spiethländerweg. Er kam aus Richtung McDonald’s und wollte nach links auf die Bahnhofstraße in Richtung Hauptstraße abbiegen. Dabei übersah er einen 16-jährigen Hemeraner auf seinem E-Scooter, der aus der Gegenrichtung kam. Es kam zum Zusammenstoß, bei dem der Jugendliche lebensgefährlich verletzt wurde. Ein Rettungshubschrauber stand nicht zur Verfügung; stattdessen brachte ein Rettungswagen den 16-Jährigen in ein Krankenhaus nach Neheim. Mittlerweile ist der Jugendliche außer Lebensgefahr. Zeugen zufolge war der E-Scooter-Fahrer vor dem Unfall bereits durch aggressive Fahrweise aufgefallen. Zum Unfallzeitpunkt sei er mit unangepasster Geschwindigkeit und ohne Beleuchtung in die Kreuzung eingefahren. Die Polizei stellte den E-Scooter sicher und ordnete auf Anweisung der Staatsanwaltschaft eine Blutprobe des Jugendlichen an. Ein Helm war nicht vorhanden. Der Sachschaden beträgt etwa 2.700 Euro. Ein spezialisiertes Verkehrsunfallaufnahmeteam aus Dortmund wurde zur Unfallaufnahme hinzugezogen, die bis circa 02:50 Uhr dauerte.
Der schwerste Unfall ereignete sich in der Nacht zum Sonntag, 28. Juni, gegen 01:53 Uhr in Hemer-Landhausen. Ein automatischer Notruf über E-Call eines Mobiltelefons ging bei der Kreisleitstelle der Feuerwehr Märkischer Kreis ein. An der Einsatzstelle Landhauser Heide/Dorfstraße stellte sich heraus: Ein 21-jähriger Pkw-Führer aus Iserlohn war auf der Landhauser Heide von Iserlohn in Richtung Hemer unterwegs. Aus bislang ungeklärten Gründen kam er in Höhe der Einmündung Dorfstraße nach rechts von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem geparkten Kleintransporter. Durch den Aufprall wurde der Kleintransporter mehrere Meter weit in einen Graben geschoben. Der 21-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt und per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Bochum-Langendreer geflogen. Das Verkehrsunfallaufnahmeteam aus Dortmund wurde erneut eingesetzt. Das Mobiltelefon und der Pkw des Fahrers wurden sichergestellt. Der Sachschaden liegt bei etwa 65.000 Euro. Die Unfallaufnahme dauerte bis circa 06:40 Uhr. Die Feuerwehr reinigte anschließend die Fahrbahn.