Ein 20-jähriger Deutscher hat sich als Polizeibeamter ausgegeben, um eine Seniorin in Viernheim um Schmuck und Bargeld zu bringen. In der Nacht zum Montag (13. Juli) nahm die Polizei den Mann fest. Das Amtsgericht Darmstadt erließ am Dienstag (14. Juli) einen Haftbefehl gegen ihn – er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Dem 20-Jährigen aus dem Kreis Wesel wird vorgeworfen, sich bandenmäßig und gewerbsmäßig des Betrugs schuldig gemacht zu haben. Ihm werden zudem räuberische Erpressung und Freiheitsberaubung zur Last gelegt.
So lief die Tat ab: Ein angeblicher Polizist rief die Seniorin an und machte ihr Angst. Er sagte ihr, dass ihre Wertgegenstände nicht mehr sicher seien und zum Schutz an die Polizei übergeben werden müssten. Kurz darauf klingelte der 20-Jährige an ihrer Haustür – als vermeintlicher Polizeibeamter. Die Frau gab ihm diverse Wertgegenstände: Bargeld in mittlerer vierstelliger Höhe, Goldmünzen und Schmuck. Der Mann nahm die Gegenstände entgegen.
Dann passierte das Entscheidende: Als die Seniorin in ein anderes Zimmer ihrer Wohnung gehen wollte, um den Anrufer zu kontaktieren, schloss und verriegelte der Verdächtige die Zimmertür hinter ihr. Er sperrte die Frau dadurch in ihren Räumlichkeiten ein und verließ die Wohnung mit Schmuck und Bargeld im Wert von mehreren tausend Euro.
Der Seniorin gelang es, die Polizei anzurufen. Mehrere Streifenwagen rückten sofort zum Tatort aus. Die Beamten nahmen den 20-Jährigen fest und stellten die gestohlenen Wertgegenstände bei ihm sicher.
Bei einer Kontrolle in der Max-Planck-Straße trafen Polizisten zudem vier weitere Männer im Alter zwischen 19 und 24 Jahren an – alle aus dem Kreis Wesel. Die Ordnungshüter nahmen auch sie zunächst vorläufig fest. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden diese vier Männer jedoch wieder freigelassen. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und die Polizei ermitteln noch, welche Rolle die vier möglicherweise in der Tat gespielt haben.
Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen dauern an. Federführend ist die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Eingreifreserve.
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