Top-Story der Woche
Militärische Eskalation zwischen Israel und Iran
Israel hat am Montag militärische Ziele im Westen und Zentrum des Iran angegriffen, obwohl US-Präsident Donald Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu davor gewarnt hatte. Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf iranische Raketenangriffe vom Sonntag auf israelisches Territorium. Das israelische Militär rechnete mit einer mehrtägigen Auseinandersetzung und schloss einen umfassenden Krieg nicht aus. Der Iran erklärte seine Angriffe für beendet, drohte aber mit schärferen Maßnahmen. Die USA starteten in der Nacht auf Mittwoch neue Militärschläge gegen den Iran, nachdem ein Apache-Hubschrauber der US-Armee über der Straße von Hormus abgeschossen worden war. Bei einem US-Angriff auf einen Öltanker im Golf von Oman wurden drei indische Seeleute getötet. Trump kündigte zunächst weitere Angriffe an und drohte mit einer Übernahme der iranischen Öl- und Gasinfrastruktur, stoppte dann aber geplante Bombardierungen in letzter Minute. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif rechnete mit einem Friedensabkommen innerhalb von 24 Stunden, das iranische Außenministerium widersprach dem allerdings umgehend.
Bundespolitik
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag an, Europa einen starken Platz in einer neuen Weltordnung sichern zu wollen. Merz warf der SPD vor, das Infrastrukturzukunftsgesetz zu blockieren, das bereits seit sechs Monaten im Bundestag liege. Der Kanzler erklärte, seine Geduld sei am Ende. Die Bundesregierung beschloss die Gründung eines KI-Sicherheitsinstituts, das die Analysefähigkeiten moderner KI-Modelle bündeln soll. Das Treffen der Koalitionsspitzen mit Vertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften im Kanzleramt endete ohne konkrete Beschlüsse. Die Gesprächspartner verständigten sich lediglich auf weitere Gespräche. In einer Forsa-Umfrage stürzte die SPD auf ein Rekordtief von 11 Prozent, den schlechtesten Wert seit Dezember 2019. Die Union verbesserte sich um einen Punkt auf 22 Prozent, bleibt aber hinter der AfD mit 27 Prozent zurück.
Wirtschaft
Die Koalitionsfraktionen einigten sich darauf, den seit Anfang Mai geltenden Tankrabatt wie geplant am 30. Juni auslaufen zu lassen. Bei einem starken Anstieg der Benzinpreise sollen allerdings Notfallmaßnahmen greifen können. Die Bundesregierung hielt eine Verlängerung zunächst offen und verwies darauf, dass sich die Benzinpreise nach unten entwickelten. Der deutsche Außenhandel verzeichnete im April ein Plus: Die Ausfuhren stiegen gegenüber März um 0,9 Prozent, die Einfuhren um 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Exporte um 3,6 Prozent zu. Der Außenhandelsüberschuss belief sich auf 14,5 Milliarden Euro.
Die Finanzlücke der gesetzlichen Krankenkassen fällt mit 3,5 Milliarden Euro höheren Ausgaben als erwartet deutlich größer aus als vom Bundesgesundheitsministerium kalkuliert. Die Ausgaben für Ärzte, Arzneimittel und Kliniken stiegen von Januar bis März um 7,8 Prozent. Die deutschen Beherbergungsbetriebe verzeichneten im April 39,5 Millionen Übernachtungen, 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte lagen im April um 12,3 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Knapp drei Viertel der 58.900 im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäude nutzen Wärmepumpen zur Heizenergie, gegenüber 69,4 Prozent im Vorjahr.
Der neue Stuttgarter Hauptbahnhof soll nach aktuellen Berichten erst Ende 2031 eröffnet werden. Als Grund nennen mit dem Projekt vertraute Personen Versäumnisse der zuständigen Projektgesellschaft der Deutschen Bahn. Die Deutsche Bank, Citigroup und UBS wurden als globale Koordinatoren für einen möglichen Börsengang des Gaskonzerns Uniper ausgewählt. Das Bieterrennen um den Schiffsmotorenhersteller Everllence von Volkswagen steht vor der Entscheidung. SpaceX von Elon Musk legte am Freitag einen fulminanten Börsenstart hin. Die Aktie wurde zunächst für gut 150 US-Dollar gehandelt und kletterte binnen Sekunden auf rund 163 US-Dollar.
Sicherheit und Bundeswehr
Deutschland hat das gemeinsame Kampfjet-Projekt mit Frankreich und Spanien endgültig beendet. Bundeskanzler Friedrich Merz teilte dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit, dass der Bund nicht mehr zu dem Projekt zurückkehren werde. Der Inspekteur der deutschen Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, signalisierte Bereitschaft für die Anschaffung weiterer F-35-Jets aus US-Produktion. Der geplante Staatseinstieg beim Panzerbauer KNDS droht zu scheitern. Die beiden Eigentümerfamilien wollen ihre Anteile möglicherweise doch nicht an den Bund verkaufen. Koalitionsabgeordnete fordern mehr staatlichen Einfluss beim Panzerbauer, darunter Veto- und Mitspracherechte für die Berufung oder Abberufung von Vorständen und Geschäftsführern. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kündigte die Gründung eines Zentrums gegen hybride Bedrohungen an, das am Dienstag in Berlin seine Arbeit aufnimmt.
USA und Trump-Administration
US-Präsident Donald Trump forderte Israel und den Iran auf, ihre gegenseitigen Luftangriffe unverzüglich einzustellen. Die USA starteten neue Militärschläge gegen den Iran, nachdem ein Apache-Hubschrauber abgeschossen worden war. Trump kündigte zunächst weitere Angriffe an und drohte mit einer Übernahme der iranischen Öl- und Gasinfrastruktur, stoppte dann aber geplante Bombardierungen in letzter Minute. Als Grund nannte er erfolgreiche Gespräche mit der iranischen Führung. Trump kündigte die Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit dem Iran für Sonntag an, das iranische Außenministerium widersprach dem Termin allerdings umgehend. Die US-Inflation stieg im Mai auf 4,2 Prozent nach 3,8 Prozent im April. Gegenüber dem Vormonat kletterten die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent. Das Pentagon setzte drei der bekanntesten chinesischen Konzerne – Alibaba, BYD und Baidu – auf seine schwarze Liste chinesischer Militärunternehmen. Die Liste umfasst nun 188 Firmen.
Ukraine und Russland
Die Bundesregierung bewertet die militärische Lage der Ukraine als verbessert und sieht das Land in einer neuen Position der Stärke, aus der sich langsam ein Fenster der Diplomatie öffnen könne. Die Zahl der wehrfähigen ukrainischen Männer in Deutschland ist seit Anfang 2025 gestiegen. Am 30. Mai hielten sich 1.348.258 Menschen in Deutschland auf, die im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg eingereist waren. Die EU hat das 21. Sanktionspaket gegen Russland vorgestellt, das eine Anpassung des bestehenden Ölpreisdeckels umfasst. Die britischen Streitkräfte haben am Sonntag erstmals einen Öltanker der russischen Schattenflotte im Ärmelkanal abgefangen. Kommandeure der Royal Marines und Einsatzkräfte der National Crime Agency betraten den Tanker mit dem Namen Smyrnyy.
Weitere internationale Ereignisse
Die Europäische Zentralbank erhöhte am Donnerstag ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte – die erste Zinsanhebung seit September 2023. Der Zinssatz für die Einlagefazilität liegt nun bei 2,25 Prozent. Die EU verhängte erstmals Sanktionen gegen iranische Akteure wegen der Blockade der Straße von Hormus. Die EU-Kommission verpflichtete Meta dazu, konkurrierenden KI-Assistenten wieder freien Zugang zu WhatsApp zu gewähren. In Belfast erschütterten schwere Ausschreitungen die Stadt, nachdem rechte Aktivisten zu Protesten gegen einen Messerangriff aufgerufen hatten. Maskierte Personen setzten Fahrzeuge und Häuser in Brand. Der britische Verteidigungsminister John Healey trat wegen eines Streits um den Verteidigungshaushalt zurück. Die Schweizer lehnten in einer Volksabstimmung einen geplanten Bevölkerungsdeckel ab. Ein UN-Bericht dokumentierte eine Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs: Die Geschwindigkeit hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Die Zahl der Vertriebenen weltweit ging im vergangenen Jahr erstmals seit einem Jahrzehnt zurück.
Polizeimeldungen der Woche
Bei Messerangriffen wurden bundesweit mehrere Personen verletzt, darunter ein 26-Jähriger in Wuppertal lebensgefährlich, ein 41-Jähriger in Hamburg-St. Georg lebensgefährlich und ein 19-Jähriger in Eisenach schwer. Ein 17-Jähriger verletzte zwei junge Männer mit einem Messer in Oberhausen-Sterkrade. In Freiburg wurde ein 29-Jähriger schwer verletzt, in Forst kam ein 41-Jähriger nach einem Messerangriff in Untersuchungshaft. Gewalttaten gegen Frauen beschäftigten die Polizei in mehreren Bundesländern: In Flöha griff ein Mann eine 27-Jährige am Bahnhof an, in Flensburg zerrte ein Unbekannter eine Frau am Handgelenk aus einem Auto, in Osthessen wurde eine Frau bei einem Angriff schwer verletzt. In Schwäbisch Hall wurde eine Frau von einem führerlosen Traktor schwer verletzt, in Lübeck attackierte eine Frau eine andere mit einem Igel. Ein Mann versuchte, eine Frau vor eine S-Bahn zu stoßen, die Polizei sucht Zeugen. Die politisch motivierte Kriminalität erreichte 2025 einen neuen Höchststand von 85.837 Fällen, ein Anstieg um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Straftaten im Bereich der Reichsbürger-Szene ging um 33,07 Prozent auf 666 Fälle zurück.
Timmy der Wal
Timmy der Wal befindet sich weiterhin vor der niedersächsischen Nordseeküste, wo er seit Mitte April gestrandet ist. Die Rettungsversuche laufen, der Wal ist am gleichen Ort, sein Zustand wird täglich beobachtet.
Kultur und Sport
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 begann mit dem Eröffnungsspiel in Mexiko, das gegen Südafrika mit 2:0 gewann. Julián Quinones brachte die Gastgeber bereits nach neun Minuten in Führung. Die Partie war von drei Platzverweisen geprägt. Kanada erkämpfte sich zum Auftakt ein 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina in Toronto, die Schweiz gab einen sicher geglaubten Sieg gegen Katar erst in der vierten Minute der Nachspielzeit aus der Hand. Brasilien und Marokko trennten sich 1:1, Schottland besiegte Haiti knapp mit 1:0, Australien gewann gegen die Türkei mit 2:0.
Weitere Stories der Woche
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig forderte eine Verlängerung der Verjährungsfrist bei Vergewaltigungen von fünf auf 20 Jahre. Der Landkreistag warnte vor Rekorddefiziten der Kommunen und drohender Handlungsunfähigkeit. Friedensforscher schlugen Alarm, dass die internationale Ordnung zerfalle und Staaten zunehmend das Völkerrecht missachteten. Mehr als 90 Bahnprojekte in Deutschland stehen vor dem Stillstand, weil der Bund nicht genügend Geld bereitstellt. Tausende Menschen protestierten in Genf gegen den G7-Gipfel, der am Montag im französischen Évian-les-Bains beginnt. Die Rentenkommission prüft die Einführung eines obligatorischen Splittings der Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung zwischen Ehepartnern. In Sachsen-Anhalt kündigte Ministerpräsident Sven Schulze die Wiedereinführung eines Modells Bürgerarbeit an. Die Innenminister der Bundesländer beraten ab Mittwoch über die Zukunft der syrischen Flüchtlinge in Deutschland, rund 900.000 Menschen sind betroffen.