Top-Story der Woche
USA und Iran beginnen Friedensgespräche
Im Luxusresort Bürgenstock bei Luzern haben heute direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über einen Friedensvertrag begonnen. Grundlage ist ein bereits unterzeichnetes Rahmenabkommen, das ein Ende des Iran-Kriegs vorsieht. Die iranische Delegation wird von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Araghchi geleitet. Ich kenne den Nahen Osten und seine Protagonisten gut, klare Einschätzung: mit einem menschenverachtenden Regime wie dem des Iran kann man viele Verträge schließen. Ob sie eingehalten werden ist eine ganz andere Sache. Gewonnen hat der Iran ohnehin: die brutale Niederschlagung der Proteste und die völlige Entrechtung der Frauen sind international bereits vergessen.
Bundespolitik
Die Vorschläge der Rentenkommission stoßen auf Kritik von Ökonomen und Gewerkschaften. Die Pläne wurden am Wochenende bekannt und sollen am Dienstag offiziell vorgestellt werden. Wirtschaftsweise Veronika Grimm hält die Vorschläge für nicht ausreichend, um die Renten langfristig zu stabilisieren. Vor 25 Jahren hat mir bei einer Party ein Versicherungsmathematiker auf einem Bierdeckel ausgerechnet, wann das deutsche Rentensystem angesichts der damals natürlich schon klaren Überalterung der Gesellschaft zusammenbrechen wird. Offenbar gibt es im Kanzleramt keine Bierdeckel.
Die Bundesregierung will Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan ausweiten. Künftig sollen bis zu drei Charterflüge pro Monat nach Kabul durchgeführt werden. Hintergrund sind Verhandlungen zwischen Vertretern des Bundesinnenministeriums und der afghanischen De-facto-Regierung der Taliban. Auch wenn es unmöglich ist, an den Taliban etwas positiv zu finden: Sexualstraftäter und Gewaltverbrecher fallen dort nicht weiter auf, also gerne mehr Flüge pro Monat.
Wirtschaft
Eine vom Auswärtigen Amt geförderte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt: Würde Chinas künstlich niedrig gehaltener Yuan fair bewertet, könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt in drei Jahren um mehr als 40 Milliarden Euro höher ausfallen. Die chinesische Währungspolitik kostet Deutschland massives Wirtschaftswachstum.
Der italienische Fernzugbetreiber Italo rechnet mit einem Preisverfall im deutschen Zugverkehr. Vorstandsvorsitzender Gianbattista La Rocca erwartet nach dem geplanten Marktstart einen Rückgang des Preisniveaus im Fernverkehr um 40 Prozent. Generell habe Italo das Ziel, mit seinen Preisen um ein Fünftel günstiger als die Deutsche Bahn zu sein. Das hört sich gut an, aber als Vielbahnfahrer frage ich mich, warum die italienischen Züge auf dem Schienensystem in Deutschland besser vorankommen sollen als die der Deutschen Bahn. Egal – Wettbewerb kann das Bahnsystem nur besser machen!
Sicherheit und Bundeswehr
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius dämpft die Erwartungen auf eine Abstimmung im Bundestag über einen deutschen Marineeinsatz in der Straße von Hormus. Es sei offen, ob das Parlament noch vor der Sommerpause einen Beschluss fassen werde.
Weitere internationale Ereignisse
Der Druck auf den britischen Premierminister Keir Starmer nimmt zu. Nach der Wahl seines parteiinternen Rivalen Andy Burnham ins Unterhaus erwägt der Regierungschef laut mehreren britischen Medienberichten seinen Rücktritt. Die Zeitung The Observer berichtet, dass Starmer seine Entscheidung bereits am Montag öffentlich machen könnte. Sky News zufolge soll sich auch Außenminister David Lammy Gedanken über seinen Verbleib machen.
Kultur und Sport
Deutschland hat bei der Fußball-WM gegen die Elfenbeinküste mit 2:1 gewonnen und damit das Weiterkommen ins Sechzehntelfinale gesichert. Nach einem Rückstand in der 30. Minute drehte die deutsche Mannschaft das Spiel und steht als Gruppensieger der Gruppe E fest. Die Niederlande demontierten Schweden mit 5:1, Brian Brobbey und Cody Gakpo trafen mehrfach. Japan gewann gegen Tunesien mit 4:0 und machte einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale, während Ecuador und Curaçao torlos 0:0 spielten.
(Wolfgang Zehrt, digitaldaily)