Welt-Hämophilie-Tag: Aufklärung über die seltene Bluterkrankheit

Heute, am 17. April 2026, wird weltweit der Welt-Hämophilie-Tag begangen. Dieser internationale Gedenktag wurde 1989 von der World Federation of Hemophilia (WFH) ins Leben gerufen und findet jährlich am Geburtstag des WFH-Gründers Frank Schnabel statt.

Die Hämophilie, auch als Bluterkrankheit bekannt, ist eine seltene, meist erbliche Gerinnungsstörung, bei der das Blut nicht oder nur unzureichend gerinnt. Betroffen sind weltweit etwa eine Million Menschen, hauptsächlich Männer. Der Gedenktag soll auf diese oft unbekannte Krankheit aufmerksam machen und Betroffenen sowie ihren Familien eine Stimme geben.

Ohne angemessene Behandlung können bereits kleine Verletzungen zu lebensbedrohlichen Blutungen führen. Besonders problematisch sind innere Blutungen in Gelenke und Muskeln, die zu dauerhaften Schäden führen können. Während in Industrieländern moderne Gerinnungsfaktoren zur Verfügung stehen, haben 75 Prozent der Betroffenen weltweit keinen Zugang zu einer angemessenen Behandlung.

In Deutschland leben schätzungsweise 10.000 Menschen mit Hämophilie. Dank medizinischer Fortschritte können Betroffene heute bei guter Versorgung ein nahezu normales Leben führen. Die Behandlung erfolgt durch regelmäßige Infusionen von Gerinnungsfaktoren, die heute auch gentechnisch hergestellt werden.

Zum Welt-Hämophilie-Tag organisieren Patientenorganisationen weltweit Aufklärungs- und Informationsveranstaltungen. In Deutschland führt die Deutsche Hämophiliegesellschaft Aktionen durch, um das Bewusstsein für die Krankheit zu schärfen und über Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Viele Gebäude werden rot beleuchtet – der Farbe, die für die Hämophilie-Gemeinschaft steht.

Weitere Gedenktage am 17. April: Der Tag der syrischen Unabhängigkeit erinnert an die Befreiung Syriens von der französischen Mandatsherrschaft im Jahr 1946. Zudem wird heute der Tag der Fledermaus begangen, der auf den Schutz dieser wichtigen Insektenjäger aufmerksam macht.