Heute, am 27. Mai, begehen die Vereinten Nationen den Welttag der Mehrsprachigkeit. Dieser internationale Gedenktag wurde 2008 von der UN-Generalversammlung ins Leben gerufen, um die Bedeutung sprachlicher Vielfalt für eine friedliche Koexistenz und nachhaltige Entwicklung zu würdigen.
Der Tag erinnert daran, dass von den weltweit rund 7.000 gesprochenen Sprachen etwa die Hälfte vom Aussterben bedroht ist. Experten warnen, dass alle zwei Wochen eine Sprache für immer verschwindet – meist zusammen mit dem letzten Sprecher einer Gemeinschaft. Mit jeder verlorenen Sprache gehen auch einzigartiges kulturelles Wissen, Traditionen und Weltanschauungen unwiederbringlich verloren.
Mehrsprachigkeit gilt heute als Schlüsselkompetenz in einer globalisierten Welt. Studien belegen, dass Menschen, die mehrere Sprachen beherrschen, nicht nur bessere Berufschancen haben, sondern auch kognitiv flexibler sind und eine höhere kulturelle Sensibilität entwickeln. Die UNESCO betont, dass Bildung in der Muttersprache besonders für Kinder aus sprachlichen Minderheiten entscheidend für ihren Lernerfolg ist.
Weltweit organisieren Bildungseinrichtungen, Kulturzentren und Sprachgemeinschaften heute Veranstaltungen zur Förderung der Mehrsprachigkeit. Dazu gehören Sprachfestivals, Lesungen in verschiedenen Sprachen, Übersetzungsworkshops und Diskussionsrunden über den Erhalt bedrohter Sprachen. Viele Schulen nutzen den Tag, um ihre Programme für Fremdsprachen und muttersprachlichen Unterricht zu präsentieren.
Weitere Gedenktage heute sind der Europäische Tag der Parks, der seit 1999 die Bedeutung von Schutzgebieten für die Biodiversität hervorhebt. In Deutschland wird zudem der Tag der Organspende begangen, der über die lebensrettende Bedeutung von Organspenden aufklärt.