Am 23. April begeht die Weltgemeinschaft den UNESCO-Welttag des Buches und des Urheberrechts. Seit 1995 erinnert dieser internationale Gedenktag an die fundamentale Bedeutung von Büchern, Literatur und Lesen für Bildung, Kultur und gesellschaftliche Entwicklung weltweit.
Die UNESCO wählte den 23. April nicht zufällig: An diesem Tag starben 1616 die beiden literarischen Giganten William Shakespeare und Miguel de Cervantes. Der Gedenktag soll das Bewusstsein für das geschriebene Wort schärfen und gleichzeitig Autoren, Verleger und Leser würdigen. Zudem steht der Schutz des geistigen Eigentums im Fokus – ein zunehmend wichtiges Thema im digitalen Zeitalter.
Aktuelle UNESCO-Statistiken zeigen jedoch alarmierende Zahlen: Weltweit können noch immer 771 Millionen Erwachsene nicht lesen oder schreiben, zwei Drittel davon sind Frauen. In Deutschland hingegen liegt die Alphabetisierungsrate bei 99 Prozent, dennoch warnen Bildungsexperten vor einem Rückgang der Lesekompetenzen bei Jugendlichen. Die PISA-Studie 2022 belegte, dass deutsche 15-Jährige beim Leseverständnis unter dem OECD-Durchschnitt liegen.
Bibliotheken, Schulen und Buchhandlungen organisieren heute weltweit Lesungen, Buchgeschenke und literarische Events. In Deutschland verschenken Buchhandlungen das diesjährige Welttagsbuch ‚Ich schenk dir eine Geschichte‘ an Schüler der 4. und 5. Klassen. Die UNESCO ernennt zudem jährlich eine ‚Welthauptstadt des Buches‘ – 2026 trägt die brasilianische Stadt Rio de Janeiro diesen Titel.
Weitere Gedenktage am 23. April sind der Tag des Deutschen Bieres, der an das bayerische Reinheitsgebot von 1516 erinnert, sowie der Georgstag zu Ehren des Heiligen Georg, Schutzpatron Englands. In der Türkei wird der Tag der Nationalen Souveränität und des Kindes begangen, der an die Gründung der Großen Nationalversammlung 1920 erinnert.