Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Baden-Württemberg keinerlei Gewittergefahr. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 0 von 10 – das bedeutet vollständige atmosphärische Stabilität. Bis in die Nacht bleibt es trocken, der Wind weht mäßig aus westlichen Richtungen mit Böen um 35 km/h, die aber keine konvektive Ursache haben und damit keinen Sturmcharakter entwickeln. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt lediglich 3 Prozent – ein rein statistischer Hintergrundwert ohne realen Vorhersagewert. Temperaturen gehen bis zum Abend auf angenehme 18 bis 20 Grad zurück.
Der Grund für die ausgesprochen ruhige Wetterlage ist schnell erklärt: Die Atmosphäre über dem Südwesten befindet sich unter dem Einfluss eines stabilen Hochdrucksystems, das aufsteigende Luftbewegungen – die Grundvoraussetzung für Gewitterentstehung – effektiv unterdrückt. Die relative Luftfeuchte liegt bei moderaten 46 Prozent, weit entfernt von kritischen Werten über 70 Prozent, ab denen feuchtkonvektive Prozesse relevant werden. Der Temperaturgradient zum Taupunkt beträgt 11,7 Grad – je größer dieser Wert, desto trockener und stabiler die Luft. Erst bei Werten unter 7 Grad spricht man von einer feuchten, konvektionsfreundlichen Luftmasse. Auch eine relevante Windscherung – also das Drehen und Zunehmen des Windes mit der Höhe, das rotierende Gewitterzellen antreibt – ist aktuell nicht vorhanden. Kurz: Alle Parameter zeigen geschlossen in eine Richtung, nämlich Gewitter ausgeschlossen.
Auch in den nächsten 24 bis 72 Stunden ändert sich an dieser stabilen Grundkonstellation nichts Wesentliches. Donnerstag und Freitag setzen den Trend mit Instabilitäts-Indizes von weiterhin 0 fort – bei Tageshöchsttemperaturen, die am Freitag auf bis zu 31 Grad klettern. Die Taupunktdifferenz bleibt mit 9 bis 10,8 Grad deutlich im unkritischen Bereich. Erst am Samstag gibt es einen ersten, kleinen Hinweis auf eine Veränderung: Der Instabilitäts-Index steigt auf 3 von 10, die Taupunktdifferenz sinkt auf 7 Grad – also genau an der Untergrenze zur feuchteren Luftmasse. Das reicht noch nicht für organisierte Gewitter, aber ein einzelnes Wärmegewitter am Nachmittag wäre bei dann nur noch 19 Grad Höchsttemperatur und schwachem Wind theoretisch nicht vollständig auszuschließen. Die Entwicklung am Samstag bleibt zu beobachten.
Auch wenn heute und morgen kein Gewitterrisiko besteht, lohnt ein Blick auf die Warnsignale für die kommenden Tage: Eine rasch zunehmende Bewölkung aus dem Westen, ein spürbarer Temperaturabfall innerhalb weniger Minuten sowie auffrischende, böige Winde aus wechselnden Richtungen sind klassische Vorboten einer herannahenden Gewitterzelle. Wer am Wochenende Outdoor-Aktivitäten, Wassersport oder längere Fahrten plant, sollte ab Samstagnachmittag die aktuellen DWD-Warnungen im Blick behalten und bei einer Taupunktdifferenz unter 7 Grad in Verbindung mit schwüler Hitze erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen. Für heute Abend und den Donnerstag gilt jedoch: uneingeschränkt genießen.
