Stand 17:00 Uhr: Das Gewitterrisiko für Baden-Württemberg ist am heutigen Dienstagabend als niedrig bis moderat einzustufen – der Instabilitäts-Index liegt bei 5 von 10 und damit knapp an der Schwelle zum mittleren Bereich. Isolierte Schauer oder ein einzelnes kurzes Gewitter sind in den kommenden sechs Stunden nicht ausgeschlossen, jedoch kein Flächenereignis. Das größte Potenzial besteht bis etwa 21:00 Uhr, solange die Tageserwärmung auf bis zu 32 Grad noch nachwirkt. Besonders die Schwäbische Alb, der Schwarzwald und der Oberrheingraben sollten im Blick behalten werden, da dort die Thermik am stärksten ist. Bei einem etwaigen Gewitter sind Böen bis 45 km/h möglich – Hagelkörner in kleinen Größen können nicht vollständig ausgeschlossen werden, sind aber aufgrund der insgesamt mäßigen Instabilität unwahrscheinlich.
Die meteorologische Ausgangslage erklärt, warum das Risiko zwar real, aber begrenzt bleibt. Der Instabilitäts-Index von 5/10 zeigt konvektives Potenzial an – die Atmosphäre ist also grundsätzlich in der Lage, aufsteigende Luftmassen zu produzieren, die Gewitter auslösen. Allerdings liegt die Temperaturdifferenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt bei 10,6 Grad: Werte unter 7 Grad gelten als feucht-kritisch und begünstigen Gewitterentwicklung deutlich stärker. Die relative Luftfeuchte von 52 Prozent ist moderat, aber nicht alarmierend. Hinzu kommt: Die gemessenen Böen von bis zu 45 km/h bei gleichzeitig vorhandener Feuchte erzeugen eine gewisse vertikale Windscherung – also eine Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe –, die rotierende Gewitterzellen begünstigen kann. Diese Bedingung allein reicht jedoch nicht für organisierte Unwetter aus, solange die Feuchte im mittleren Bereich bleibt und kein starkes Drucktief dynamischen Auftrieb liefert.
In der Nacht zum Mittwoch beruhigt sich die Lage spürbar. Mit dem Abend kühlt die bodennahe Schicht ab, die treibende Thermik erlischt, und das Gewitterpotenzial sinkt gegen Mitternacht auf ein sehr geringes Niveau. Der Mittwoch selbst bringt eine deutliche Entspannung: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3/10, der Taupunkt-Gradient verbessert sich auf 5,6 Grad – was paradoxerweise auf etwas feuchtere Luft hindeutet, die aber bei geringerer Instabilität und schwächerem Wind (Böen nur noch 20 km/h) kein nennenswertes Gewitterpotenzial entfaltet. Donnerstag und Freitag verlaufen nach aktuellem Stand ruhig und trocken, mit weiter sinkenden Windgeschwindigkeiten und stabilen Verhältnissen in der Atmosphäre. Die Hitzespitze von Dienstag wird nicht mehr erreicht.
Wer heute Abend noch im Freien unterwegs ist – beim Sport, Grillen oder auf dem Wasser –, sollte auf folgende Warnsignale achten: eine plötzliche Abkühlung um mehrere Grad innerhalb weniger Minuten, rasch aufziehende dunkle Wolkentürme im Westen oder Südwesten sowie eine spürbare Windzunahme aus wechselnden Richtungen. All das kann auf einen herannahenden Schauer oder ein kurzes Gewitter hindeuten, das sich innerhalb von 15 bis 20 Minuten entwickeln kann. Wassersportler und Bootsfahrer sollten das Ufer rechtzeitig ansteuern und keine Risiken eingehen. Autofahrer sollten bei starkem Regen die Geschwindigkeit deutlich reduzieren und auf Aquaplaning achten. Wer heute Abend draußen übernachtet oder zeltet, sollte exponierte Lagen auf Hügeln und Berggipfeln meiden und metallische Gegenstände wie Zeltheringe und Fahrräder von der Schlafstätte fernhalten. Die Gewitterwahrscheinlichkeit sinkt nach 22:00 Uhr auf ein vernachlässigbares Niveau – die Nacht wird ruhig.
