Gewitter-Lage um 17:00 Uhr (31. Juli): Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also bis in die frühen Morgenstunden des Samstags – besteht in Baden-Württemberg kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt aktuell bei 2 von 10 und damit klar im niedrigen Bereich. Vereinzelte, schwache Schauer sind zwar nicht vollständig ausgeschlossen – die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt 14 Prozent –, eine organisierte Gewitterentwicklung ist heute Abend jedoch nicht zu erwarten. Der Wind weht mäßig aus westlicher Richtung mit Böen bis 35 km/h, bleibt damit aber unterhalb kritischer Schwellenwerte. Hagelpotenzial: keines.
Meteorologische Begründung: Die Atmosphäre über Baden-Württemberg zeigt sich heute trotz sommerlicher Temperaturen bis 33 Grad erstaunlich stabil. Der entscheidende Hinweis liefert die Differenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt: Mit 10,9 Grad liegt dieser Wert deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 7 Grad – je kleiner diese Differenz, desto feuchter und labiler ist die Luft in Bodennähe, desto leichter zündet Konvektion. Aktuell ist die Luft also vergleichsweise trocken, was aufsteigende Luftmassen ausbremst, bevor sie sich zu Gewitterzellen organisieren können. Die Luftfeuchte von 56 Prozent bestätigt diesen Befund. Hinzu kommt eine fehlende dynamische Unterstützung aus der Höhe: Ohne absinkendes Druckfeld und bei schwacher Windscherung – also kaum Richtungs- oder Geschwindigkeitswechsel des Windes mit der Höhe – fehlen die Zutaten für rotierende Gewitterzellen oder gar Mesozyklonen.
Nacht und nächste 24 Stunden: Die Nacht auf Samstag verläuft ruhig, die Temperaturen sinken auf rund 19 Grad. Am Samstag, dem 1. August, präsentiert sich das Wetter zwar etwas wolkiger, bleibt aber weitgehend trocken. Der Instabilitäts-Index steigt leicht auf 3 von 10 – das entspricht weiterhin einem niedrigen Risiko. Auffällig ist jedoch die Taupunkt-Differenz von nur noch 6,5 Grad: Sie rutscht knapp unter den kritischen Schwellenwert von 7 Grad, was eine etwas feuchtere Luftmasse andeutet. Dennoch reicht diese Konstellation bei schwachem Wind (Böen bis 24 km/h) und fehlender Windscherung nicht aus, um Gewitter zu produzieren. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt 20 Prozent – am ehesten für einzelne, harmlose Schauer. Der Sonntag bringt mit einem Instabilitäts-Index von 0 und nur 2 Prozent Niederschlagswahrscheinlichkeit den stabilsten Tag des Wochenendes, bevor der Montag mit einer ungewöhnlichen Konstellation auffällt: Die Tageshöchsttemperatur von 20 Grad entspricht der Tiefsttemperatur – ein Hinweis auf eine markante Abkühlung oder Überziehen von Bewölkung, bei gleichzeitig sehr engem Taupunkt-Abstand von 4,3 Grad. Diese Feuchte-Signatur verdient Beobachtung, auch wenn der Instabilitäts-Index mit 3 von 10 noch moderat bleibt.
Empfehlungen: Für den heutigen Freitagabend und das Wochenende sind keine besonderen Schutzmaßnahmen vor Gewittern erforderlich. Wer dennoch lange im Freien plant – etwa beim Camping, am See oder bei Outdoor-Veranstaltungen –, sollte den Himmel im Blick behalten: Plötzlich aufquellende dunkle Cumulonimbus-Türme, ein rascher Temperaturrückgang um mehrere Grad innerhalb von Minuten sowie spürbar zunehmende Böen sind verlässliche Warnsignale für herannahende Konvektion. Für Montag empfiehlt sich ein erneuter Blick auf aktualisierte Warnlagen, da die hohe Bodenfeuchte in Kombination mit der Instabilität bei veränderter Dynamik schneller als erwartet zum Thema werden kann.
