Stand 17:04 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden ist in Baden-Württemberg kein Gewitter zu erwarten. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei lediglich 2 von 10 – das entspricht einer stabilen Luftmasse ohne nennenswerte konvektive Aktivität. Die Temperaturen erreichten heute bis zu 35 Grad, sinken in der Nacht auf rund 20 Grad. Der Wind bleibt mit 10 km/h und Böen bis maximal 20 km/h schwach. Weder Hagel noch Starkregen sind ein Thema. Gewitterrisiko heute: nicht vorhanden.
Der Grund für die ruhige Lage liegt im Zusammenspiel mehrerer dämpfender Faktoren: Die Temperatur-Taupunkt-Differenz beträgt aktuell 10,4 Grad – ein hoher Wert, der auf vergleichsweise trockene Luft in der unteren Atmosphäre hinweist. Erst unterhalb von etwa 7 Grad wird diese Kennzahl kritisch, weil sie zeigt, wie viel Feuchte für Konvektion zur Verfügung steht. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei 56 Prozent – ausreichend für sommerliche Schwüle, aber klar unter der Problemzone ab 70 Prozent. Dazu fehlt jede dynamische Unterstützung: Windscherung – also die Änderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe, die rotierende Gewitterzellen antreiben kann – ist bei den schwachen Böen praktisch nicht vorhanden. Die Atmosphäre ist schlicht zu stabil, um aufsteigende Luftmassen zu erzeugen, die Gewitter auslösen könnten.
Dienstag, 04. August, setzt die Hitze nahtlos fort: Wieder bis zu 35 Grad, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 10 Prozent, der Instabilitäts-Index verharrt bei 2 von 10. Erst am Mittwoch, 05. August, verändert sich das Bild spürbar: Der Index springt auf 5 von 10 – moderates Gewitterpotenzial – während die Temperatur-Taupunkt-Differenz auf 7,9 Grad fällt und damit erstmals in den Grenzbereich gerät. Gleichzeitig frischen die Böen auf bis zu 30 km/h auf. Das ist noch kein Alarmsignal, aber ein klares Zeichen, dass die Atmosphäre am Mittwoch labiler wird und lokale Gewitter – vor allem über dem Schwarzwald und den Schwäbischen Alpen – nicht mehr auszuschließen sind. Donnerstag zeigt mit einer ungewöhnlich kleinen Differenz zwischen Höchst- und Tiefstwert (beide 21 Grad) und einem stark gesunkenen Taupunkt-Gradienten von nur 4 Grad ein diffuses Bild, das auf eine Wetterscheide oder aufziehende Bewölkung hindeutet – hier lohnt ein erneutes Update.
Auch wenn heute Abend und in der Nacht keine Gewittergefahr besteht, sollten Sie das Wetter im Blick behalten: Ab Mittwoch können sich die Bedingungen schnell ändern. Typische Vorwarnsignale für aufziehende Gewitter sind eine rasch zunehmende Quellbewölkung (Cumuluswolken, die sich turmhoch auftürmen), ein plötzlicher Temperaturabfall um mehrere Grad innerhalb von Minuten sowie böige, drehende Winde. Wer Mittwoch Outdoor-Aktivitäten, Wassersport oder Bergtouren plant, sollte die aktuellen Warnungen des Deutschen Wetterdienstes unter dwd.de oder über die WarnWetter-App prüfen und Aktivitäten frühzeitig beenden – Gewitter in Süddeutschland entwickeln sich im Hochsommer oft innerhalb von 20 bis 30 Minuten aus harmlosen Quellwolken. Für heute Abend gilt: Die Hitzewelle bleibt stabil und trocken – genießen Sie den Abend unbesorgt im Freien.
