Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden ist in Brandenburg kein klassisches Gewitterereignis zu erwarten. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem moderaten konvektiven Potenzial, das jedoch durch die dichte Bewölkung und anhaltende Niederschlagsaktivität weitgehend gedeckelt bleibt. Die Energie für explosive Gewitterentwicklung kann sich schlicht nicht aufbauen, wenn die Sonne fehlt. Dennoch sind einzelne eingelagerte Gewitter bis etwa Mitternacht nicht vollständig ausgeschlossen, besonders im Süden Brandenburgs, wo der Luftmassengradient etwas aktiver ist. Böen bis 33 km/h und Temperaturen um 15 bis 19 Grad runden das ungemütliche, aber beherrschbare Bild ab. Hagelpotenzial: gering.
Warum kein klares Gewitter heute, aber deutlich mehr Risiko morgen? Die Taupunktdifferenz – also der Abstand zwischen Lufttemperatur und dem Punkt, ab dem Wasserdampf kondensiert – beträgt heute nur 2,6 Grad Celsius. Das signalisiert eine extrem feuchte, nahezu gesättigte Atmosphäre (Luftfeuchte 85 Prozent). In solch einer Situation regnet es zwar ausdauernd, aber die Luftmasse ist zu gleichförmig feucht für die starken Aufwinde, die echte Gewitterzellen antreiben. Anders am Dienstag: Der Instabilitäts-Index springt auf 8 von 10 – das ist hohes Gewitterpotenzial. Gleichzeitig sinkt die Luftfeuchte auf 50 Prozent, die Taupunktdifferenz steigt auf 5,3 Grad. Diese Kombination ist meteorologisch brisant: Die Atmosphäre wird von unten aufgeheizt, während sie oben noch labil geschichtet ist. Dazu kommen Böen bis 45 km/h – ein Hinweis auf erhöhte Windscherung, also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe. Windscherung ist der entscheidende Faktor, der aus einfachen Schauern organisierte, langlebige Gewitterzellen oder sogar rotierende Strukturen (sogenannte Mesozyklonen) entstehen lassen kann.
In der Nacht auf Dienstag klingt die heutige Regentätigkeit allmählich ab, die Temperaturen sinken auf etwa 15 Grad. Der entscheidende Lagewechsel vollzieht sich im Laufe des Dienstags: Mit der Erwärmung auf bis zu 23 Grad und dem weiterhin labilen Luftmassenaufbau ist nach aktuellem Stand ab dem frühen Dienstagnachmittag, spätestens nach 15:00 Uhr, mit der Entwicklung teils kräftiger Gewitter zu rechnen. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt zwar nur bei 36 Prozent – das klingt moderat, spiegelt aber die räumlich begrenzte, aber lokal intensive Natur konvektiver Ereignisse wider. Mittwoch bringt dann spürbare Entspannung: Instabilitäts-Index 3 von 10, kaum Niederschlag, die Gewittergefahr fällt auf niedrig.
Für den heutigen Abend gilt: Wer draußen unterwegs ist, sollte Schutz vor anhaltendem Regen und böigem Wind suchen – Gewittergefahr ist gering, Ungemütlichkeit garantiert. Wichtiger ist die Vorbereitung auf den Dienstag. Als Warnsignale gelten: plötzlich auffrischender Wind nach einer ruhigen Phase, rapider Temperaturabfall innerhalb weniger Minuten sowie das Aufquellen dunkler Türme am Westhimmel. Wer am Dienstag Outdoor-Aktivitäten plant – Wassersport auf Havelseen, Radtouren oder Veranstaltungen im Freien – sollte den Nachmittag im Blick behalten und eine Rückzugsoption einplanen. Autofahrer sollten bei Starkregen die Geschwindigkeit deutlich reduzieren und Unterführungen meiden. Aktuelle Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes unter wetterwarnung.de checken, bevor es losgeht.
