Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Brandenburg ein moderates Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 6 von 10 – das entspricht der Schwelle zum erhöhten Bereich. Einzelne Schauer und lokale Gewitter sind ab dem späten Abend, voraussichtlich nach 20:00 Uhr, möglich, bevorzugt im Westen und Nordwesten Brandenburgs, wo feuchte Luftmassen zuerst eintreffen. Der Wind weht mit 24 km/h und Böen bis 38 km/h – knapp unter der kritischen Marke, bleibt aber ein Faktor. Hagel ist bei dieser Konstellation wenig wahrscheinlich, Starkregen in kurzem Zeitraum hingegen nicht ausgeschlossen. Die Gesamtwahrscheinlichkeit für Niederschlag liegt bei 50 Prozent, mit gemessenen 2,3 mm im Tagesmittel – die eigentliche Gefahr liegt aber in punktuellen Schauerzellen, die lokal deutlich mehr bringen können.
Die Grundlage für das Gewitterpotenzial ist eine Kombination aus mäßiger atmosphärischer Feuchte und einem bereits angespannten Instabilitätsfeld. Der Taupunktgradient – also die Differenz zwischen aktueller Temperatur und Taupunkt – beträgt heute nur 5,9 Grad Celsius. Werte unter 7 Grad gelten als Hinweis auf feuchte bodennahe Luftmassen, die für konvektive Entwicklungen empfänglich sind: Feuchte Luft steigt leichter auf, kühlt langsamer ab und kann Gewitterzellen effizienter antreiben. Die Luftfeuchte selbst liegt bei 68 Prozent, damit unter der 70-Prozent-Warnschwelle, aber nah genug dran, um zusammen mit dem Index von 6/10 Aufmerksamkeit zu rechtfertigen. Eine ausgeprägte Windscherung – also ein starker Wechsel von Windrichtung und -geschwindigkeit mit der Höhe, der rotierende Gewitterzellen begünstigt – ist bei diesen Böenwerten noch nicht gegeben. Das begrenzt das Risiko für organisierte, langlebige Gewitter.
Die Nacht auf Montag bringt keine Entwarnung – im Gegenteil. Am Montag, 20. Juli, steigt der Instabilitäts-Index auf 8 von 10 an und erreicht damit den hochinstabilen Bereich. Gleichzeitig erhöhen sich die Böen auf bis zu 41 km/h, während der Taupunktgradient auf 4,8 Grad Celsius sinkt – ein deutliches Warnsignal für sehr feuchte, gewitterbereite Luft. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt am Montag bei 56 Prozent mit 5,1 mm im Mittel. Dienstag bringt dann Entspannung: Der Index fällt auf null, der Gradient steigt auf 8,6 Grad, trocken und deutlich stabiler. Mittwoch zeigt sich ruhig und windarm.
Wer heute Abend oder in der Nacht im Freien unterwegs ist, sollte folgende Warnsignale ernst nehmen: plötzliche Abdunkelung des Himmels im Westen, ein rascher Temperatursturz von mehreren Grad innerhalb von Minuten sowie eine spürbare Windzunahme sind typische Vorboten einer heranziehenden Gewitterzelle. Wassersport auf Seen und Flüssen sollte ab 19:00 Uhr nicht mehr begonnen werden – bei aufkommendem Gewitter sofort ans Ufer. Autofahrer sollten bei Starkregen die Geschwindigkeit deutlich reduzieren und Unterführungen meiden, die bei Starkregen schnell volllaufen. Wer ein Zelt aufgebaut hat, sollte die Heringe prüfen und Böen einplanen.
Für Montag gilt eine ausdrückliche Vorwarnung: Mit einem Instabilitäts-Index von 8/10 und einem Taupunktgradienten unter 5 Grad sind die Bedingungen für Starkregen, intensivere Blitzaktivität und lokale Sturmböen gegeben. Das Risiko für Überflutungen in Senken und auf Straßen mit schlechter Drainage steigt deutlich. Blitzschlagrisiko ist erhöht – freie Flächen, Bäume und Gewässer sind bei Gewitter konsequent zu meiden. Outdoor-Veranstaltungen und längere Radtouren sollten für Montag entweder früh am Vormittag abgeschlossen oder vollständig verschoben werden.
