Das Wetter in Nordrhein-Westfalen: Starke Böen und Gewittergefahr am Abend – 17-Uhr-Update

Für die kommenden 6 bis 12 Stunden gilt in Nordrhein-Westfalen eine klare Gewitterwarnung. Mit einem Instabilitäts-Index von 7 von 10 liegt das konvektive Potenzial im hohen Bereich – Gewitter sind heute Abend wahrscheinlich, am ehesten ab dem späten Nachmittag und in den Abendstunden nach 19:00 Uhr. Besonders der Westen und Süden des Landes – Bergisches Land, Sauerland sowie der Großraum Köln/Bonn – sind bevorzugte Auslösezonen. Neben Blitzen und Starkregen ist vor allem der Wind das unmittelbare Risiko: Böen von bis zu 75 km/h sind möglich. In Verbindung mit feuchter Gewitterluft kann es lokal zu kleinem Hagel kommen. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt heute zwar nur bei 13 Prozent, doch wenn sich Zellen entwickeln, entladen sie sich mit erheblicher Intensität.

Die meteorologischen Voraussetzungen für organisierte Konvektion sind heute gegeben. Der Instabilitäts-Index von 7 entspricht einem hohen CAPE-Äquivalent – das bedeutet, dass die Atmosphäre stark aufgeladen ist und aufsteigende Luftmassen explosionsartig nach oben beschleunigt werden können. Der Taupunkt-Gradient beträgt aktuell 9,5 Grad Celsius: Werte unter 7 Grad wären kritisch, knapp darüber wie heute bedeutet noch ausreichend Feuchte für Konvektion, jedoch kein extremes Feuchtereservoir. Die Luftfeuchte von 58 Prozent unterstützt die Zellentwicklung. Entscheidend ist die Windscherung: Böen von bis zu 75 km/h bei einem mittleren Wind von 17 km/h erzeugen eine starke Scherung zwischen bodennahen und höheren Luftschichten – das ist klassisches Rohmaterial für rotierende Aufwinde, sogenannte Mesozyklonen, die langlebige und besonders gefährliche Gewitterzellen begünstigen. Das Druckfeld zeigt aktuell dynamischen Auftrieb, der die Auslösung zusätzlich erleichtert.

In der Nacht auf Montag lässt die Gewittergefahr deutlich nach. Der Montag selbst präsentiert sich mit Temperaturen zwischen 20 und 27 Grad und einem Instabilitäts-Index von 0 grundlegend stabil – die Atmosphäre hat sich vollständig beruhigt. Der prognostizierte Niederschlag von 3,7 mm bei 47 Prozent Wahrscheinlichkeit ist auf skalige, also flächige Bewölkung und schwachen Landregen zurückzuführen, nicht auf konvektive Schauer. Dienstag und Mittwoch bleiben trocken und stabil, mit Instabilitäts-Indizes von 0 beziehungsweise 3. Mittwoch zeigt einen leicht engeren Taupunkt-Gradienten von 7,0 Grad, bleibt aber mit Temperaturen um 21 Grad und schwachem Wind ohne nennenswerte Gewittergefahr. Die nächsten 72 Stunden nach diesem Abend sind wettertechnisch ruhig.

Wer sich heute noch im Freien aufhält, sollte diese Warnsignale kennen und ernst nehmen: plötzliche Abkühlung um mehrere Grad innerhalb von Minuten, rasch aufziehende dunkle Quellwolken im Westen sowie deutlich zunehmende Böen sind die klassischen Vorboten einer herannahenden Gewitterzelle. Suchen Sie sofort ein stabiles Gebäude auf – Zelte, Hütten und Fahrzeuge mit offenem Dach bieten keinen Schutz. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte bei einsetzenden Sturmböen über 50 km/h das Tempo reduzieren und bei Sichtbehinderung durch Starkregen eine sichere Stelle zum Anhalten suchen. Wassersportler und Badegäste an Seen und Flüssen sollten das Wasser bei den ersten Anzeichen sofort verlassen – offene Wasserflächen sind bei Gewitter extrem blitzgefährdet. Outdoor-Veranstaltungen im Freien sollten bei Annäherung einer Gewitterzelle umgehend unterbrochen werden.

Aufgrund der Böenspitzen von bis zu 75 km/h besteht heute Abend ein erhöhtes Sturmschadenrisiko unabhängig von direkten Gewitterzellen. Sollten sich Zellen entwickeln, ist lokal mit Starkregen von über 15 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit zu rechnen, was besonders in tiefliegenden Straßen und Unterführungen zu rascher Überflutung führen kann. Hagel mit Korngrößen von bis zu einem Zentimeter ist in den stärksten Zellen möglich. Die Blitzschlagrate kann in aktiven Phasen mehrere Blitze pro Minute erreichen – halten Sie mindestens 30 Minuten nach dem letzten Donner Deckung. Verfolgen Sie die Radarentwicklung über die Warn-App NINA oder den DWD-Warnlagemanager und achten Sie auf aktuelle Unwetterwarnungen für Ihren Kreis.