Das Wetter in Nordrhein-Westfalen: Kein Gewitterrisiko – Hitze bleibt stabil

Stand 17:03 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Nordrhein-Westfalen kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 2 von 10 – das entspricht einer klar stabilen Atmosphäre ohne konvektives Potenzial. Bis in die Nacht hinein bleibt es trocken, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei lediglich 2 Prozent. Der Wind weht mäßig mit Böen bis 35 km/h, die für sich allein keine Gefahr darstellen. Einzig die Wärme bleibt das dominierende Thema: Mit Tageshöchstwerten um 35 Grad ist Hitzebelastung das eigentliche Risiko des Abends.

Der Grund für die ausbleibenden Gewitter liegt in der Kombination mehrerer stabilisierender Faktoren. Die Luftfeuchtigkeit beträgt nur 44 Prozent – deutlich zu trocken, um nennenswerte Konvektion (also aufsteigende Feuchtluftmassen, die Gewitterzellen speisen) in Gang zu setzen. Entscheidend ist außerdem der sogenannte Taupunkt-Gradient: Mit einer Differenz von 15,5 Grad zwischen Temperatur und Taupunkt liegt die Atmosphäre weit im trockenen Bereich. Erst ab Werten unter 7 Grad sprechen wir von einer ernsthaften Feuchteproblematik. Hinzu kommt, dass der Instabilitäts-Index von 2/10 keinerlei dynamischen Auftrieb signalisiert – die Luft bleibt in ihren Schichten stabil gebunden, Aufwinde können sich nicht durchsetzen. Kurz gesagt: Es fehlt heute schlicht das Wasser in der Luft, das Gewitter überhaupt erst möglich macht.

In der Nacht und am morgigen Donnerstag, dem 30. Juli, ändert sich das Bild nur geringfügig. Der Instabilitäts-Index verharrt bei 2/10, die Luftfeuchtigkeit steigt leicht auf 50 Prozent an, und der Taupunkt-Gradient verbessert sich auf 11,9 Grad – noch immer komfortabel im stabilen Bereich. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit klettert auf 23 Prozent, was auf vereinzelte lokale Schauer hindeuten kann, jedoch kein organisiertes Gewittergeschehen erwarten lässt. Interessanter wird der Freitag, 31. Juli: Der Taupunkt-Gradient fällt auf 6,8 Grad – damit nähern wir uns erstmals der kritischen Schwelle von unter 7 Grad, bei der die Feuchte ausreicht, um Konvektion zu begünstigen. Der Instabilitäts-Index steigt leicht auf 3/10. Das reicht noch nicht für ein erhöhtes Gewitterrisiko, verdient aber Aufmerksamkeit. Am Samstag, dem 1. August, sinkt der Taupunkt-Gradient sogar auf 4 Grad bei stark abgeflauten Winden – das deutet auf eine merkliche Zunahme der bodennahen Feuchte hin, die in Verbindung mit dem weiterhin moderaten Instabilitäts-Index von 3/10 lokal geringe Schauertätigkeit nicht ausschließt.

Auch ohne akutes Gewitterrisiko gilt heute Abend die Hitze als ernsthafte Belastung. Bei 35 Grad und anhaltend trockener Luft besteht vor allem für ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen ein Risiko durch Hitzschlag und Dehydration. Trinken Sie ausreichend, meiden Sie körperliche Anstrengung in den Abendstunden im Freien und sorgen Sie für Schlafräume, die möglichst kühl gehalten werden. Wer Outdoor-Aktivitäten für die zweite Wochenhälfte plant, sollte Freitag und Samstag aufgrund der steigenden Feuchte-Indikatoren im Blick behalten und aktuelle Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes unter warnwetter.de verfolgen – auch dann, wenn der Himmel noch blau erscheint.