Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden gilt in Schleswig-Holstein eine HOHE Gewittergefahr. Der Instabilitätsindex liegt heute bei 10 von 10 – dem Maximum der Skala. Gewitter sind ab dem späten Abend, voraussichtlich nach 20:00 Uhr, wahrscheinlich, mit Schwerpunkt in der zweiten Nachthälfte. Besonders die westlichen Landesteile sowie die Küstenregionen an Nord- und Ostsee sollten mit dem Einsetzen kräftiger Schauer und Gewitter rechnen. Der Wind weht bereits jetzt mit 31 km/h, Böen erreichen bis zu 58 km/h. In Verbindung mit Gewitterzellen sind Sturmböen von lokal über 70 km/h nicht auszuschließen. Hagel kleineren Korndurchmessers ist möglich, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 54 Prozent, die erwartete Regenmenge bei 4,2 mm – lokal kann es unter einzelnen Zellen deutlich mehr sein.
Die meteorologischen Voraussetzungen für kräftige Konvektion sind heute nahezu ideal zusammengelaufen. Der Instabilitätsindex von 10/10 signalisiert ein maximales konvektives Potenzial – das bedeutet, die Atmosphäre ist stark aufgeladen und reagiert empfindlich auf jeden weiteren Auftriebsimpuls. Entscheidend ist dabei die außergewöhnlich hohe Luftfeuchte von 83 Prozent: Feuchtigkeit ist der Treibstoff für Gewitterzellen, und dieser Tank ist heute randvoll. Noch aussagekräftiger ist der Taupunkt-Gradient von lediglich 3,3 Grad Celsius – der Unterschied zwischen Lufttemperatur und Taupunkt. Ein Wert unter 5 Grad gilt als kritische Schwelle, weil er anzeigt, dass die Luft bereits fast gesättigt ist und sich Gewitterwolken extrem schnell aufbauen können. Hinzu kommt eine ausgeprägte Windscherung: Der bodennahe Wind dreht und nimmt mit der Höhe deutlich zu, was rotierenden Gewitterzellen – sogenannten Mesozyklonen – Auftrieb gibt. Dieses Zusammenspiel aus maximaler Instabilität, hoher Feuchte und starker Windscherung macht das heutige Abend- und Nachtgewitter zu einem ernstzunehmenden Ereignis.
In der Nacht lässt die Gewitteraktivität voraussichtlich nach Mitternacht langsam nach, bleibt aber bis in die frühen Morgenstunden des Freitags möglich. Am Freitag, dem 3. Juli, bleibt die Lage wechselhaft: Der Instabilitätsindex sinkt auf 8/10 – weiterhin hoch, aber merklich gedämpft. Die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent, und der Taupunkt-Gradient steigt auf 5,4 Grad, was das spontane Gewitterrisiko spürbar reduziert. Dennoch sind bei Böen bis 65 km/h Schauer und einzelne Gewitter weiterhin denkbar, die Wahrscheinlichkeit liegt bei 31 Prozent. Am Samstag beruhigt sich die Lage weiter mit einem Index von 6/10 und nachlassendem Wind. Der Sonntag bringt schließlich einen stabilen, aber bedeckten Abschluss des Wochenendes mit nur schwachem Gewitterpotenzial.
Wer sich heute Abend im Freien aufhält, sollte folgende Warnsignale ernst nehmen: Ein plötzlicher Temperaturabfall von mehreren Grad innerhalb weniger Minuten, eine rasche Böenzunahme aus wechselnden Richtungen sowie eine deutliche Abdunkelung des Himmels im Westen sind klare Vorboten einer herannahenden Gewitterzelle. Bitte suchen Sie in diesem Fall umgehend stabile Gebäude auf und meiden Sie Bäume, offene Flächen und Gewässer. Wassersportler – ob auf der Ostsee, der Nordsee oder Binnenseen – sollten heute Abend das Wasser verlassen und sichere Häfen oder Ufer ansteuern, bevor es dunkel wird. Auf der Straße gilt: Bei stark eingeschränkter Sicht durch Starkregen Geschwindigkeit reduzieren, Warnblinkanlage einschalten und gegebenenfalls sicher anhalten. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen und laden Sie elektronische Geräte vorsorglich auf – kurzzeitige Stromausfälle durch Blitzeinschläge sind bei dieser Gewitterlage nicht unwahrscheinlich.
⚠️ Aufgrund der Gewitterwahrscheinlichkeit und der extremen Instabilität gilt heute Abend erhöhte Unwettergefahr. Unter den kräftigsten Zellen sind Starkregen mit 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich, was lokal zu überflutetem Straßenland und überforderten Abwassersystemen führen kann. Die Blitzaktivität kann rasch ansteigen – in besonders aktiven Zellen sind mehrere Blitzeinschläge pro Minute realistisch. Kleinräumiger Hagel mit Korngrößen bis etwa 1 Zentimeter ist nicht auszuschließen, was zu Schäden an Fahrzeugen und Vegetation führen kann. Verfolgen Sie die aktuellen Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes unter dwd.de und aktivieren Sie Warn-Apps wie NINA oder WarnWetter.
