Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Schleswig-Holstein kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem niedrigen bis allenfalls grenzwertigen konvektiven Potenzial, das für eigenständige Gewitterentwicklung nicht ausreicht. Niederschlagswahrscheinlichkeit: 1 Prozent. Bis Montag früh bleibt es trocken bei abklingenden Winden mit Böen um 27 km/h. Weder im Norden noch im Süden des Landes sind Gewitter zu erwarten.
Warum bleibt es ruhig? Der entscheidende Faktor ist die Kombination aus mäßiger Instabilität und ausreichend trockener Luft in den mittleren Atmosphärenschichten. Der Taupunkt-Gradient – also die Differenz zwischen aktueller Temperatur und Taupunkt – beträgt heute 7,1 Grad Celsius. Das liegt exakt an der kritischen Grenze: Erst bei Werten unter 7 Grad wird die bodennahe Luft feucht genug, um kräftige Aufwinde zu versorgen und Gewitterzellen zu speisen. Die relative Luftfeuchte von 71 Prozent klingt hoch, reicht aber allein nicht aus, wenn die Windscherung – also die Änderung von Windrichtung und -geschwindigkeit mit der Höhe – zu schwach ist, um rotierende Gewitterzellen (Mesozyklonen) zu erzeugen. Böen unter 40 km/h und fehlende Druckgradienten-Dynamik lassen keinen nennenswerten Auftrieb entstehen.
In der Nacht auf Montag und den darauffolgenden 24 Stunden entspannt sich die Lage weiter. Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die relative Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent, und der Taupunkt-Gradient steigt auf 3,9 Grad – was auf trockenere und stabilere Luftmassen in der mittleren Troposphäre hindeutet. Dienstag und Mittwoch setzen diesen Trend fort: Bei Temperaturen zwischen 17 und 24 Grad, kaum Wind und Niederschlagswahrscheinlichkeiten unter 5 Prozent bleibt Schleswig-Holstein in einem stabilen Hochdruckregime. Konvektive Umlagerungen sind in diesem Zeitraum so gut wie ausgeschlossen.
Auch wenn heute kein Gewitterrisiko besteht, gilt für alle Outdoor-Aktivitäten in den Abendstunden: Behalten Sie die Entwicklung im Westen im Blick – Wetterlagen in Norddeutschland können sich im Sommer rasch ändern. Warnzeichen für aufkommende Konvektion sind plötzliche Windstärkezunahme, rapider Temperaturrückgang innerhalb weniger Minuten sowie schnell aufquellende dunkle Quellwolken im Westen oder Südwesten. Wassersportler auf Nord- und Ostsee sollten die Böen-Prognose (bis 27 km/h) im Blick behalten – für kleinere Boote kann das bereits ungemütlich werden. Aktuell besteht jedoch kein Anlass zur Warnung. Genießen Sie den ruhigen Sommerabend.
