Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Schleswig-Holstein kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem niedrigen bis allenfalls grenzwertig moderaten konvektiven Potenzial, das jedoch nicht ausreicht, um organisierte Gewitterzellen zu entwickeln. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei gerade einmal 1 Prozent, der Himmel bleibt trocken. Der Wind weht mit rund 24 km/h, in Böen bis 35 km/h – spürbar, aber unterhalb der kritischen Schwelle für mesozyklonale Strukturen. Die Nacht verläuft ruhig, die Temperaturen sinken auf etwa 13 °C.
Der Blick auf die meteorologischen Kennwerte erklärt, warum Gewitter heute ausbleiben: Zwar liegt die relative Luftfeuchte mit 73 Prozent in einem Bereich, der grundsätzlich Aufmerksamkeit verdient – feuchte Luft ist der Treibstoff für Konvektion. Entscheidend ist jedoch der Taupunkt-Gradient, also die Differenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt: Mit 6,7 °C liegt dieser Wert knapp unterhalb der kritischen 7-Grad-Marke, was auf mäßige, aber nicht ausreichende bodennahe Feuchte hinweist. Die Atmosphäre ist zwar leicht labil, besitzt aber keine ausreichende Energie (CAPE-Äquivalent niedrig), um Aufwinde bis in große Höhen zu organisieren. Hinzu kommt: Die Böen erreichen mit 35 km/h nicht die Schwelle von 40 km/h, ab der in Kombination mit erhöhter Feuchte ein mesozyklonales Potenzial – also rotierende Gewitterzellen – realistisch wird. Kein Druckeinbruch, kein dynamischer Hebungsimpuls: Die atmosphärische Lage bleibt stabil.
In der Nacht auf Donnerstag und den gesamten 16. Juli hält die ruhige Wetterlage an. Der Instabilitäts-Index fällt sogar auf 3 von 10, die Luftfeuchte sinkt deutlich auf 50 Prozent, und der Taupunkt-Gradient weitet sich auf 4,9 °C aus – die Atmosphäre trocknet ab und stabilisiert sich weiter. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit von 18 Prozent am Donnerstag ist auf schwache Schauerbewölkung zurückzuführen, nicht auf Gewitteraktivität. Am Freitag deuten 4,1 mm Niederschlag bei weiterhin 33 Prozent Wahrscheinlichkeit auf vereinzelte Schauer hin – der Taupunkt-Gradient schrumpft auf 3,5 °C, was zwar feuchter klingt, aber bei einem Instabilitäts-Index von 3 keine Gewittergefahr begründet. Erst am Samstag nähert sich der Taupunkt-Gradient mit 1,1 °C dem kritischen Bereich, allerdings bleibt der Index bei 3 und die Böen schwächen sich weiter ab – es handelt sich um frontalen Regen, nicht um konvektive Ereignisse.
Auch wenn heute kein Gewitterrisiko besteht, lohnt ein kurzer Hinweis auf allgemeine Warnsignale für die kommenden Tage: Ein plötzlicher Temperaturabfall von mehreren Grad innerhalb von Minuten, schnell aufziehende dunkle Quellwolken (Cumulonimbus) und sprunghaft zunehmende Böen sind die klassischen Vorboten eines herannahenden Gewitters. Wer am Wochenende auf dem Wasser oder im Freien unterwegs ist, sollte die DWD-WarnWetter-App im Blick behalten. Für Wassersportler gilt grundsätzlich: Bei aufkommendem Wind und sich verdunkelndem Horizont sofort das Ufer ansteuern – Blitze schlagen bevorzugt in erhöhte und freistehende Objekte ein, Segelmasten und Surfer inklusive.
