Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Schleswig-Holstein kein Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt aktuell bei 0 von 10 – die Atmosphäre ist vollständig stabil durchgeschichtet, konvektive Umlagerungen sind nicht zu erwarten. Der Mittwochabend bleibt trocken, die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt lediglich 2 Prozent. Temperaturen gehen von 30°C am Nachmittag auf angenehme Abendwerte zurück, der Wind weht mit 15 km/h aus wechselnden Richtungen, vereinzelte Böen bis 28 km/h sind möglich – für Freiluftaktivitäten völlig unproblematisch. Hagel- oder Sturmgefahr: keine.
Die meteorologischen Rahmenbedingungen liefern heute eine klare Botschaft: keine Zutaten für Konvektion. Der Taupunkt-Temperaturgradient beträgt 9,1°C – erst ab Werten unter 7°C spricht man von einer problematischen Feuchtebeladung der Luft, die Gewitterzellen antreiben könnte. Die relative Luftfeuchte liegt bei moderaten 64 Prozent. Es fehlt an Labilität in der Atmosphäre: Kein ausreichender Temperaturabfall mit der Höhe, kein dynamischer Auftrieb durch ein absinkendes Druckfeld und keine relevante Windscherung – also kein Geschwindigkeits- oder Richtungswechsel des Windes mit zunehmender Höhe, der rotierenden Gewitterzellen Vorschub leisten würde. Kurz gesagt: Die Atmosphäre liegt heute Abend wie ein stabiles Fundament über dem Norden.
Der Blick auf die nächsten 24 Stunden zeigt eine anhaltend ruhige, aber sich leicht verändernde Lage. Am Donnerstag, 30. Juli, steigen die Temperaturen auf bis zu 32°C, der Wind frischt auf 20 km/h auf mit Böen bis 39 km/h – knapp unterhalb der kritischen 40-km/h-Schwelle, ab der in Kombination mit hoher Feuchte ein erhöhtes Konvektionspotenzial entsteht. Der Instabilitäts-Index bleibt bei 0, die Luftfeuchte fällt sogar auf 50 Prozent, der Taupunkt-Gradient beträgt 8,6°C. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt auf 28 Prozent – dieser Wert ist hauptsächlich auf mögliche Schauer an der Nordseeküste durch maritime Einflüsse zurückzuführen, nicht auf organisierte Gewitterkonvektion. Gewittergefahr am Donnerstag: niedrig bis nicht vorhanden. Zum Freitag hin kühlt es auf maximal 21°C ab, der Taupunkt-Gradient sinkt auf 5,6°C, was die Feuchtebeladung der Luft moderat erhöht – in Kombination mit einem Instabilitäts-Index von 3 von 10 ergibt sich ein geringes, aber erstmals messbares konvektives Potenzial. Gewitter am Freitag sind zwar nicht wahrscheinlich, aber nicht mehr vollständig ausgeschlossen.
Auch wenn heute kein Handlungsbedarf besteht, lohnt es sich, die Warnsignale für die kommenden Tage im Blick zu behalten: Ein plötzlicher Temperaturabfall um mehrere Grad innerhalb kurzer Zeit, rasch aufziehende dunkle Quellwolken im Westen oder Südwesten sowie eine spürbare Böenzunahme ohne Vorwarnung sind klassische Vorboten von Gewitterzellen. Wer am Freitag Wassersport an der Ostsee oder der Nordsee plant, sollte aktuelle Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) prüfen, da dort der etwas feuchtere Gradient früher reagieren kann. Für Outdoor-Veranstaltungen am Donnerstag mit dem erhöhten Böenpotenzial gilt: Zelte und leichte Aufbauten vorsorglich sichern.
