Stand 17:05 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden gibt es in Brandenburg keine Gewittergefahr. Der heutige Mittwoch bleibt trocken und stabil – die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei lediglich 3 Prozent, und der Instabilitäts-Index erreicht gerade einmal 0 von 10. Die Temperaturen fallen nach dem Tageshoch von 32 Grad zügig zurück, der Wind weht mit 18 km/h aus westlicher Richtung, Böen bis 31 km/h sind möglich, bleiben aber weit unter kritischen Schwellenwerten. Wer heute Abend noch draußen ist – ob beim Grillen, auf dem Fahrrad oder am See – kann das ohne Wettersorgen tun. Die Nacht wird ruhig und klar.
Der Grund für die heutige Stabilität liegt in einer gut ausgeprägten Hochdrucklage, die konvektive Prozesse effektiv unterdrückt. Die Temperaturdifferenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt beträgt aktuell 11 Grad – das bedeutet, die Luft ist vergleichsweise trocken, und für die Bildung von Gewitterwolken fehlt schlicht die notwendige Feuchte in den unteren Luftschichten. Erst wenn dieser Gradient unter 7 Grad sinkt, wird die Atmosphäre für Konvektion anfällig. Auch die Windscherung – also die Änderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe, die rotierende Gewitterzellen antreibt – ist heute vernachlässigbar gering. Kurz: Alle konvektiven Parameter zeigen grünes Licht für einen gewitterfreien Abend.
Der Donnerstag, 30. Juli, verdient besondere Aufmerksamkeit. Mit einem erwarteten Tageshöchstwert von 37 Grad erreicht Brandenburg eine der heißesten Temperaturen des bisherigen Sommers. Der Instabilitäts-Index steigt auf 2 von 10, was für sich genommen noch im niedrigen Bereich liegt – dennoch warnt dieser Wert in Kombination mit dem Rückgang des Taupunkt-Gradienten auf 13,2 Grad vor einer zunehmend angespannteren Atmosphäre. Die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent, die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt auf 13 Prozent. Das Gewitterrisiko am Donnerstag ist mit NIEDRIG (Index 2/10) einzustufen, lässt sich aber nicht vollständig ausschließen – besonders am späten Nachmittag und Abend, wenn die Sonneneinstrahlung nach einem langen Heiztag die Grenzschicht maximal destabilisiert hat. Am Freitag, 31. Juli, schwächt der Temperaturanstieg ab (Höchstwert 29 Grad), doch der Taupunkt-Gradient fällt auf 7,7 Grad und nähert sich damit der kritischen Marke. Der Instabilitäts-Index klettert auf 3 von 10 – kombiniert mit einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 29 Prozent und 1,2 mm erwartetem Niederschlag sind am Freitag einzelne Schauer oder schwache Gewitter nicht auszuschließen, bleiben aber im NIEDRIGEN Risikobereich. Das Wochenende bringt mit dem Samstag, 1. August, endgültig Abkühlung auf nur noch 21 Grad sowie Regen – der Taupunkt-Gradient sinkt auf 4,2 Grad und unterschreitet damit erstmals die Problemzone unter 7 Grad, was auf gesättigtere Luftmassen und anhaltende Schauertätigkeit hindeutet, nicht aber auf klassische Gewitterlagen.
Auch wenn der heutige Abend ruhig bleibt, lohnt es sich, für die kommenden Tage aufmerksam zu bleiben. Die wichtigsten Warnsignale für eine kurzfristig aufziehende Gewittergefahr sind: eine plötzliche und deutliche Abkühlung der Luft innerhalb weniger Minuten, rasch aufquellende dunkelgraue oder grünlich schimmernde Wolkentürme am Horizont sowie eine spürbare Böenzunahme aus wechselnden Richtungen. Wer am Donnerstag oder Freitag längere Ausflüge plant – insbesondere auf Brandenburgs Seen, zu Fuß oder mit dem Rad – sollte regelmäßig Wetter-Apps mit Radarfunktion (etwa Warnwetter des DWD) im Blick behalten und im Zweifelsfall frühzeitig Schutz in einem festen Gebäude suchen. Unter freiem Himmel gilt: Einzeln stehende Bäume, offene Felder und Gewässer meiden, sobald Donner hörbar ist. Für Autofahrten empfiehlt sich bei aufziehendem Unwetter das Reduzieren der Geschwindigkeit und das Einschalten des Warnblinkers.
