Stand 17:05 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also bis in die Nacht zum Montag – ist in Schleswig-Holstein kein Gewitter zu erwarten. Der Instabilitäts-Index liegt aktuell bei lediglich 3 von 10, was einem niedrigen konvektiven Potenzial entspricht. Der Wind weht mit 15 km/h, Böen bis 30 km/h sind möglich, bleiben aber deutlich unter der kritischen Schwelle. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt gerade einmal 1 Prozent. Der heutige Sonntag bleibt trocken und ruhig – Gewitter sind für diese Nacht ausgeschlossen.
Der Grund für die stabile Lage ist schnell erklärt: Der Temperatur-Taupunkt-Gradient liegt heute bei 7,2 Grad Celsius. Dieser Wert beschreibt den Abstand zwischen der aktuellen Lufttemperatur und dem Taupunkt – je kleiner dieser Abstand, desto feuchter und labiler die Luft. Werte unter 7 Grad gelten als erste Problemzone für Konvektion, wir kratzen heute also gerade an der Grenze, ohne sie zu überschreiten. Die Luftfeuchtigkeit von 69 Prozent ist zwar nennenswert, reicht aber in Kombination mit dem niedrigen Instabilitäts-Index und fehlender Windscherung – also dem für Gewittersysteme notwendigen Unterschied in Windgeschwindigkeit und -richtung mit zunehmender Höhe – nicht aus, um Gewitter auszulösen. Das Druckfeld zeigt keine dynamischen Hebungsimpulse, die Konvektion antreiben könnten.
Der Montag bringt mit bis zu 24 Grad ähnliche Bedingungen, der Taupunkt-Gradient entspannt sich leicht auf 6,9 Grad – knapp unterhalb der Warngrenze – während die relative Luftfeuchtigkeit auf 50 Prozent absinkt. Das Gewitterrisiko bleibt minimal. Spannender wird es ab Dienstag: Die Temperaturen steigen auf bis zu 28 Grad, die Niederschlagswahrscheinlichkeit klettert auf 19 Prozent, und der Taupunkt-Gradient fällt auf 5 Grad – ein Wert, der auf merklich feuchtere und labilere Luft hindeutet. Den vorläufigen Höhepunkt erreicht die Entwicklung am Mittwoch: Bei einem Taupunkt-Gradienten von nur noch 2,1 Grad und einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 12 Prozent bei sehr geringem Wind (7 km/h) deuten die Daten auf schwül-drückende Bedingungen hin, die zumindest lokale Konvektion begünstigen. Der Instabilitäts-Index verharrt zwar bei 3 von 10, doch in Kombination mit dem extrem niedrigen Feuchtegradienten ist das Gewitterpotenzial am Mittwoch die größte Unbekannte der Woche – hier wird das Folge-Update entscheidend sein.
Für heute Abend und die Nacht sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich – Outdoor-Aktivitäten, Wassersport und Freizeitfahrten können ohne Gewittersorgen geplant werden. Mit Blick auf die zweite Wochenhälfte empfiehlt es sich dennoch, die Entwicklung ab Dienstag im Auge zu behalten. Typische Warnsignale für aufziehendes Konvektionswetter sind plötzliche Abkühlung bei gleichzeitig anziehenden Böen, rasch wachsende Quellwolken (Cumulonimbus) sowie ein merklicher Druckabfall. Wer für Mittwoch Outdoor-Vorhaben oder Wassersportaktivitäten plant, sollte rechtzeitig die aktuellen DWD-Warnungen prüfen und im Zweifelsfall einen Sicherheitspuffer einplanen.
