Stand 17:05 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden bleibt Brandenburg gewitterfrei. Der heutige Sonntag zeigt sich mit einem Instabilitäts-Index von 5 von 10 zwar nicht völlig unproblematisch, doch entscheidend ist, was die Gewitterküche bremst: Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei lediglich 1 Prozent, die Böen erreichen maximal 27 km/h und bleiben damit deutlich unter der kritischen Schwelle. Wer also heute Abend noch draußen grillt oder einen Spaziergang plant, kann das ohne Gewittersorgen tun. Kein Risiko, keine Warnung — heute Nacht bleibt es trocken und ruhig.
Warum kein Gewitter trotz eines Instabilitäts-Index von 5? Die Antwort liegt in der Kombination mehrerer dämpfender Faktoren. Die Temperatur-Taupunkt-Differenz beträgt heute 7,9 Grad Celsius — das ist der Abstand zwischen Lufttemperatur und dem Punkt, ab dem Feuchtigkeit kondensiert und Wolken entstehen. Liegt dieser Wert über 7 Grad, ist die bodennahe Luftmasse für konvektive Entwicklungen schlicht zu trocken. Zwar liegt die relative Luftfeuchte bei 72 Prozent, doch ohne ausreichend feuchte, aufstiegsfähige Luft in mittleren Atmosphärenschichten fehlt der Treibstoff für organisierte Konvektion. Die Windscherung — also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe — ist bei Böen unter 30 km/h ebenfalls zu schwach, um rotierende Gewitterzellen oder Mesozyklonen zu erzeugen. Kurz gesagt: Das System hat zwar eine gewisse innere Spannung, aber keine Zündquelle.
Der Montag präsentiert sich mit Temperaturen bis 30 Grad und einem Instabilitäts-Index von überraschend stabilen 0 von 10 als gewitterfreier Hitzetag — die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent, die Taupunkt-Differenz steigt auf 8,6 Grad. Trockene Wärme ohne konvektive Energie. Erst der Dienstag verdient erhöhte Aufmerksamkeit: Bei 32 Grad Höchsttemperatur, einer Taupunkt-Differenz von 6,9 Grad — jetzt erstmals unter der kritischen 7-Grad-Marke — und einem erneut auf 5 von 10 angestiegenen Instabilitäts-Index klettert die Niederschlagswahrscheinlichkeit auf 18 Prozent. Das ist noch kein Alarmsignal, aber ein klarer Hinweis auf aufbauende Labilität in der Atmosphäre. Der Mittwoch zeigt dann ein meteorologisch interessantes Bild: Die Taupunkt-Differenz kollabiert auf nur noch 3,3 Grad — die Luft wird deutlich feuchter und schwüler, auch wenn der Instabilitäts-Index mit 3 von 10 noch moderat bleibt. Diesen Entwicklungstrend werden wir in den Folge-Updates engmaschig beobachten.
Auch wenn heute Abend kein Gewitterrisiko besteht, lohnt es sich, die Warnsignale für die kommenden Tage zu kennen: Ein plötzlicher Temperatursturz um mehrere Grad innerhalb weniger Minuten, rasch aufquellende dunkelgraue Wolkentürme im Westen oder Südwesten sowie eine spürbar zunehmende Schwüle bei gleichzeitig abfallendem Luftdruck sind die klassischen Vorboten. Wer ab Dienstag Outdoor-Aktivitäten, Wassersport auf Brandenburger Seen oder längere Fahrradtouren plant, sollte die Wetter-Updates am Morgen checken und sich niemals auf freiem Feld, unter einzeln stehenden Bäumen oder auf dem Wasser aufhalten, wenn sich der Himmel im Westen dunkel verfärbt. Für heute gilt: Genießen Sie den ruhigen Sommerabend — Brandenburg hat Gewitterpause.
