Die FDP hat am Samstag in Berlin ihren Bundesparteitag gestartet und wird am Nachmittag Wolfgang Kubicki zum neuen Bundesvorsitzenden wählen. Der ehemalige Bundestagsvizepräsident tritt ohne Konkurrenz an und soll die schwer kriselnde Partei wieder zurück in die Erfolgsspur führen.
NRW-Landeschef Henning Höne hatte Mitte Mai seine Kandidatur für den Vorsitz zurückgezogen und will nur noch erneut als Stellvertreter kandidieren. Kubicki und Höne zeigten damals demonstrativ Geschlossenheit, indem sie die Entscheidung gemeinsam öffentlich machten.
Die FDP befindet sich derzeit in der größten Krise ihrer Parteigeschichte. Seit dem Ausscheiden aus dem Bundestag bei den Wahlen im Februar des vergangenen Jahres liegt die Partei in Umfragen konstant unter der Fünf-Prozent-Hürde. Im März flog sie sowohl in ihrem Kernland Baden-Württemberg als auch als Regierungspartei in Rheinland-Pfalz aus dem Landtag.
Eine jüngste Forsa-Umfrage zeigt das Ausmaß der Skepsis: Rund zwei Drittel der Befragten glauben nicht daran, dass die Partei es mit neuer Spitze zurück über die fünf Prozent schafft. Auf Bundesebene zweifelt offenbar ebenfalls eine klare Mehrheit an einem Comeback der FDP.