Zentrale Bußgeldstelle Thüringen feiert 25 Jahre in Artern

(Symbolbild)

Die Zentrale Bußgeldstelle (ZBS) der Thüringer Polizei hat am 10. September 2026 ihr 25-jähriges Bestehen am Standort Artern gefeiert. Die Behörde war 2001 von Suhl nach Artern verlegt worden.

Die ZBS wurde 1991 zunächst in Suhl als Abteilung 3 des Thüringer Polizeiverwaltungsamtes gegründet – nach dem Vorbild der Zentralen Bußgeldstelle im Bayerischen Polizeiverwaltungsamt. Der Umzug nach Artern war Teil eines Strukturprogramms: Nachdem die Stadt 1992/93 ihren Status als Kreisstadt verloren hatte und massive wirtschaftliche Probleme entstanden, beschloss das Regierungskabinett am 30.03.1993, ein Behördenzentrum in Artern aufzubauen. Die Verlagerung der ZBS war Teil dieses Plans – allerdings ließ sich von den geplanten Einrichtungen (Polizeiinspektion, Katasteramt, Schulamt und ZBS) letztlich nur die Bußgeldstelle verwirklichen.

Der Weg bis zur Eröffnung war langwierig. 1996 begannen die Planungen für einen Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Kreisverwaltung. 1998 wurde das alte Gebäude des früheren Rates des Kreises abgerissen. Am 05.08.1999 fand der erste Spatenstich statt. Der Neubau entstand in den Jahren 1999 bis 2001 nach den Bedürfnissen der ZBS. Im Frühjahr 2001 folgte die Planung für den Umzug, der dann Ende August/Anfang September 2001 durchgeführt wurde: mehrere Transportkonvois mit Technik, Mobiliar und tausenden Akten bewegten sich unter strenger Bewachung durch Einheiten der Bereitschaftspolizei von Suhl nach Artern – vom südlichen an den nördlichen Rand Thüringens. Die feierliche Einweihung des Gebäudes fand am 26.10.2001 statt.

Von den Mitarbeitern, die damals mitgezogen sind, sind heute noch 13 beschäftigt – viele andere sind inzwischen im Ruhestand oder an andere Dienststellen gewechselt. Im Mai 2008 wurde das Thüringer Polizeiverwaltungsamt aufgelöst, die ZBS kam zur Polizeidirektion Nordhausen. 2012 wechselte sie als Abteilung 4 in die neu gegründete Landespolizeidirektion. Im selben Jahr zog auch die Polizeistation Artern in das Dienstgebäude ein, nachdem die elektronische Akte die Registraturen verkleinert hatte.

In 25 Jahren hat die ZBS fast 15 Millionen Vorgänge bearbeitet: 11,1 Millionen Verwarnungen und 3,8 Millionen Bußgelder. Dazu kamen 307.000 Fahrverbote, die verhängt und vollstreckt wurden. Das Aufkommen war nicht zuletzt auf neue Messstellen zurückzuführen: 2003 gingen die ersten stationären Messanlagen auf der Autobahn 71 in Betrieb, weitere folgten 2005/2006 auf A 71 und A 4, 2007/2014 auf der A 4, 2010 auf der A 71 und 2011 auf der B 90. Der massive Anstieg der Vorgangszahlen und ein Systemwechsel führten allerdings zum sogenannten «Thüringer Knöllchenskandal»: Die Behörde versandte gehäuft fehlerhafte Bescheide, und in vielen Fällen trat Verfolgungsverjährung ein, weil die rechtzeitige Bearbeitung nicht möglich war.

Die Jubiläumsfeier fand im Beisein der Behördenleitung, des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur, Kommunales und Land, der Polizeidirektion Nordhausen, eines Vertreters der Stadt Artern sowie ehemaliger Leiter und Mitarbeiter der Zentralen Bußgeldstelle statt.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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