Bei groß angelegten Kontrollen auf südhessischen Autobahnen haben Zivilfahnder der Polizei am Mittwoch 450 Kilogramm Buntmetall und 25 Flaschen gefälschte Parfüms beschlagnahmt. Die Beamten aus Südhessen und den Polizeipräsidien Mainz, Koblenz und Kaiserslautern stoppten zwischen 10.30 und 18.00 Uhr insgesamt 48 Fahrzeuge und kontrollierten 69 Personen.
Die flächendeckenden Kontrollen dienten der Bekämpfung von Wohnungseinbruch und weiterer Eigentumskriminalität. Ziel war es, Straftäter nachhaltig zu verunsichern und Südhessen sowie angrenzende Gebiete für Täter unattraktiv zu machen.
Gegen 12.15 Uhr stoppten die Fahnder auf der A 67 bei Gernsheim einen mit drei Männern besetzten Transporter mit britischem Kennzeichen. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass das Fahrzeug nicht versichert war und keine Steuern entrichtet wurden. Im Laderaum fanden die Polizisten etwa 450 Kilogramm Buntmetall in Form von Kupfer, Messing und Stromkabeln. Eine plausible Erklärung für die Herkunft des Metalls konnten die Insassen nicht liefern.
Das Trio wurde wegen des Verdachts der Hehlerei vorläufig festgenommen. Bei weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass die Festgenommenen für vier Taten betrügerischer Erlangung von Buntmetall in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg in Betracht kommen. Zudem bestand bei allen der Verdacht des unerlaubten Aufenthalts sowie der unerlaubten Arbeitsaufnahme in Deutschland. Die Reisepässe wurden sichergestellt und Fingerabdrücke sowie Fotos wurden gemacht. Nach Entrichtung einer Sicherheitsleistung in Höhe von mehreren hundert Euro wurden sie wieder freigelassen und erwarten nun entsprechende Ermittlungsverfahren.
Einen weiteren Erfolg verbuchten die Fahnder gegen 12.30 Uhr auf der A 5 zwischen Darmstadt und Frankfurt. Dort fiel ihnen ein mit mehreren Männern besetztes Auto auf. Die Beamten beobachteten den Wagen, der anschließend im Frankfurter Bahnhofsviertel geparkt wurde. Dort versuchten die Insassen mehrfach erfolglos, Passanten Parfümflaschen zu verkaufen. Bei der anschließenden Kontrolle stellte sich heraus, dass es sich bei dem angebotenen Parfüm durchweg um Plagiate hochwertiger Hersteller handelte. Die Fahnder beschlagnahmten insgesamt 25 Flaschen. Die Verdächtigen erwarten nun Strafverfahren wegen Verstoß gegen das Markengesetz.
Insgesamt wurden bei den Kontrollen 12 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Palette reichte von bandenmäßiger Hehlerei über Betrug, Verstoß gegen das Markengesetz, Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz bis hin zu unerlaubtem Aufenthalt. Zwei Kontrollierte wurden von Staatsanwaltschaften wegen laufender Ermittlungsverfahren aufgrund von Beleidigung und Erschleichen von Leistungen zur Aufenthaltsermittlung gesucht. Nachdem ihre derzeitigen Wohnadressen feststanden, konnten sie ihre Fahrt fortsetzen.