Zwei Angriffe auf Bahnpersonal in München binnen 24 Stunden

Das anhängende Symbolbild kann zu redaktionellen Zwecken mit dem Zusatz "Bundespolizei" im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung verwendet werden.

Binnen 24 Stunden kam es im Münchner S-Bahnnetz zu zwei körperlichen Angriffen auf Bahnpersonal. Am Samstagnachmittag attackierte ein 46-jähriger Portugiese einen TriebAutofahrer am S-Bahnhalt Feldmoching, einen Tag zuvor griff ein 21-jähriger Deutscher bei einer Fahrscheinkontrolle in Englschalking einen Kontrolleur an.

Der schwerwiegendere Vorfall ereignete sich am Samstag gegen 13.10 Uhr am S-Bahnhaltepunkt Feldmoching. Ein 25-jähriger italienischer TriebAutofahrer wollte dort eine S-Bahn übernehmen, als ihn ein 46-jähriger Fahrgast ohne erkennbaren Grund angriff. Der Mann stieg aus dem Zug aus und versuchte zunächst, den Bahnmitarbeiter zu schlagen. Als dieser ausweichen konnte, stieß der Angreifer ihn zu Boden und trat mehrmals auf ihn ein. Zwei Zeugen griffen ein und verhinderten weitere Tritte.

Der 25-Jährige erlitt leichte Verletzungen und war nicht mehr dienstfähig. Er begab sich selbstständig in ärztliche Behandlung. Zudem wurden seine Mobiltelefone bei dem Angriff beschädigt. Die Bundespolizei nahm den Portugiesen zur Identitätsfeststellung mit zur Dienststelle. Ein Atemalkoholtest ergab 0,00 Promille. Der wegen Eigentumsdelikten bereits polizeibekannte 46-Jährige durfte nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen die Dienststelle wieder verlassen.

Bereits am Freitagnachmittag war es in der S-Bahnlinie S8 zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Ein 21-jähriger Deutscher konnte bei einer Fahrscheinkontrolle kein gültiges Ticket vorzeigen. Am Haltepunkt Englschalking verließen die Mitarbeiter des S-Bahnprüfdienstes mit ihm den Zug. Dort entwickelte sich zunächst ein Streit, bevor der Deutsche einen der beiden Bahnmitarbeiter – einen 51-jährigen Tunesier – mit Faustschlägen angriff.

Ein 43-jähriger Deutscher, der den Angriff am Bahnsteig beobachtete, trennte die beiden Beteiligten. Dabei biss ihn der 21-Jährige in den Arm. Die Angegriffenen hielten den Mann bis zum Eintreffen der Bundes- und Landespolizei fest. Die Münchner Polizei nahm den 21-Jährigen fest und übergab ihn der Bundespolizei.

Der 51-jährige Kontrolleur klagte über leichte Verletzungen im Gesicht, der 43-jährige Helfer erlitt eine blutende Bisswunde, die vom Rettungsdienst versorgt wurde. Beide lehnten eine Mitnahme ins Krankenhaus ab. Bei dem 21-Jährigen ergab ein Atemalkoholtest einen Wert von 0,96 Promille. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurden alle Beteiligten vor Ort auf freien Fuß gesetzt.

Die Bundespolizei ermittelt in beiden Fällen wegen Körperverletzung. Gegen den 46-Jährigen wird zusätzlich wegen Sachbeschädigung ermittelt, gegen den 21-Jährigen wegen Erschleichens von Leistungen. Der junge Mann war bereits in der Vergangenheit wegen ähnlicher Delikte auffällig geworden.

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