Am Sonntag kam es an zwei Münchner Bahnhöfen zu Körperverletzungsdelikten. Am Bahnhof München-Laim erlitt ein 56-jähriger Mann nach einem Angriff schwere Gesichtsverletzungen. Am Ostbahnhof gerieten zwei Personengruppen aneinander und lieferten sich eine Schlägerei. Die Bundespolizei ermittelt in beiden Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen 00:55 Uhr informierte das Polizeipräsidium München die Bundespolizei über eine körperliche Auseinandersetzung in der Unterführung des Bahnhofs München-Laim. Die Polizisten trafen vor Ort zwei Tatverdächtige – einen 20-jährigen Münchner sowie einen 22-jährigen Deutschen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck – sowie den 56-jährigen deutschen Geschädigten aus München an.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 22-Jährige den Mann zunächst mit seinem Mobiltelefon gefilmt und anschließend geschubst haben. Anschließend sollen beide Tatverdächtigen mehrfach auf den 56-Jährigen eingeschlagen und eingetreten haben. Der Geschädigte erlitt dabei eine Nasenbeinfraktur und musste zur weiteren Behandlung stationär in ein Krankenhaus aufgenommen werden.
Die Auswertung der Videoüberwachung bestätigte den Tatverdacht. Zudem stellte sich heraus, dass der 22-Jährige die Tat mit seinem Smartphone filmte. Das Mobiltelefon wurde als Beweismittel sichergestellt. Bei den Tatverdächtigen ergaben freiwillig durchgeführte Atemalkoholtests Werte von 2,3 beziehungsweise 1,6 Promille. Darüber hinaus verliefen Drogenschnelltests positiv. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft München I wurden Blutentnahmen durchgeführt.
Am Sonntagabend gegen 18:50 Uhr informierte ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn über die Gegensprechanlage das Bundespolizeirevier München Ost über eine körperliche Auseinandersetzung am Haupteingang des Münchner Ostbahnhofs. Nach ersten Ermittlungen trafen dort zwei Personengruppen mit insgesamt sieben Beteiligten aufeinander.
Die erste Gruppe bestand aus drei ukrainischen Staatsangehörigen im Alter von 17, 23 und 50 Jahren aus dem Landkreis Erding. Die zweite Gruppe setzte sich aus zwei ukrainischen Staatsangehörigen im Alter von 20 und 26 Jahren aus München sowie zwei Zeuginnen im Alter von 41 und 67 Jahren, ebenfalls ukrainische Staatsangehörige, zusammen.
Zunächst entwickelte sich zwischen einem 17-Jährigen und einem 26-Jährigen eine verbale Auseinandersetzung, die wenig später in eine körperliche Konfrontation überging. Es kam zu wechselseitigen Schlägen und Tritten zwischen mehreren Beteiligten. Mehrere Personen erlitten dabei leichte Verletzungen in Form von Schürfungen und Rötungen. Zwei Männer im Alter von 20 und 26 Jahren wurden durch den Rettungsdienst untersucht und begaben sich anschließend eigenständig in ärztliche Behandlung.
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden alle Beteiligten auf freien Fuß entlassen. Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und prüft den genauen Tatablauf.