Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Bayern kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der heutige Dienstag bleibt trotz Temperaturen um 29 Grad weitgehend trocken und gewitterfrei. Der Wind weht mäßig aus westlichen Richtungen mit Böen bis 31 km/h – unangenehm, aber harmlos. Eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 26 Prozent bezieht sich auf vereinzelte, schwache Schauer ohne konvektive Energie. Gewitter sind heute Abend nicht zu erwarten.
Der Grund für die ruhige Gewitterlage liegt in der stabilen Schichtung der Atmosphäre. Der Instabilitäts-Index liegt bei 0 von 10 – das bedeutet: Die Luft ist vollständig stabil durchgeschichtet, aufsteigende Luftpakete werden rasch abgebremst und können keine Gewitterzellen aufbauen. Auch die Feuchte spielt keine destabilisierende Rolle: Die relative Luftfeuchte beträgt lediglich 55 Prozent, und der Gradient zwischen Temperatur und Taupunkt liegt bei 9,6 Grad Celsius. Erst ab einem Wert unter 7 Grad Celsius wird die Luft feucht genug, um Konvektion – also das explosive Aufsteigen feuchter Luftmassen – ernsthaft zu begünstigen. Die Windböen erreichen mit 31 km/h zudem nicht den kritischen Schwellenwert von 40 km/h, ab dem in Kombination mit hoher Feuchte sogenannte Mesozyklonen-Potenziale entstehen könnten. Kurz gesagt: Alle relevanten Gewitterzutaten fehlen heute gleichzeitig.
In der Nacht kühlt es auf rund 20 Grad ab, der Wind lässt nach. Auch für Mittwoch und Donnerstag bleibt die Lage insgesamt ruhig: Die Temperaturen gehen auf maximal 26 beziehungsweise 29 Grad zurück, der Instabilitäts-Index steigt leicht auf 3 von 10 – das entspricht einem niedrigen konvektiven Potenzial. Bemerkenswert ist dabei der Mittwoch, an dem der Taupunkt-Gradient auf 5,3 Grad Celsius sinkt und damit in die sogenannte Problem-Zone unter 7 Grad fällt. Das bedeutet: Die Luft wird feuchter. In Kombination mit einem Index von 3 ergibt sich ein geringes, aber nicht vollständig auszuschließendes Schauerrisiko – Gewitter sind jedoch auch dann unwahrscheinlich, solange keine dynamischen Antriebe wie ein markantes Drucktief hinzukommen. Der Freitag präsentiert sich mit konstanten 21 Grad, schwachem Wind und niedrigster Niederschlagswahrscheinlichkeit als stabiler Sommertag ohne Gewittergefahr.
Auch wenn heute und in den nächsten Tagen keine akute Gewittergefahr besteht, lohnt ein Blick auf die typischen Frühwarnzeichen – gerade für Ausflüge ins Gebirge oder Wassersportler: Beobachten Sie die Wolkenentwicklung aufmerksam. Türmen sich Cumuluswolken innerhalb kurzer Zeit zu hohen Ambossformen auf, kühlt die gefühlte Temperatur plötzlich ab oder frischen Böen unangekündigt auf, sollten Sie umgehend Schutz in einem festen Gebäude suchen. An Seen und Flüssen gilt: Beim ersten Donnergrollen sofort das Wasser verlassen, denn Wasser ist ein hervorragender Blitzleiter. Für Bergwanderer in den Bayerischen Alpen empfiehlt es sich grundsätzlich, bis spätestens 13:00 Uhr auf dem Gipfel zu sein und den Abstieg anzutreten – auch an scheinbar stabilen Tagen können lokale Thermik-Gewitter entstehen, die in den Rohdaten nicht immer abgebildet werden.
