Stand 17:00 Uhr: Bayern befindet sich aktuell unter einer stabilen Hochdrucklage – Gewitter sind für die kommenden 6 bis 12 Stunden nicht zu erwarten. Der Instabilitäts-Index liegt bei lediglich 3 von 10 und damit klar im niedrigen Bereich. Die Temperaturen erreichten heute ein angenehmes Maximum von 25 Grad, der Wind weht schwach aus Nordwest mit Böen bis maximal 20 km/h. Auch in der Nacht auf Donnerstag bleibt es trocken und ruhig – keine Warnsituation, keine konvektive Aktivität.
Der Grund für die stabile Wetterlage liegt im Zusammenspiel mehrerer dämpfender Faktoren: Der Temperaturgradient zwischen Luft und Taupunkt beträgt heute 7,1 Grad Celsius – ein Wert oberhalb der kritischen Schwelle von 7 Grad, was auf eine vergleichsweise trockene untere Atmosphärenschicht hindeutet. Die Luftfeuchte liegt bei 68 Prozent und damit zwar im oberen mittleren Bereich, reicht aber in Kombination mit dem fehlenden dynamischen Auftrieb (kein sinkendes Druckfeld, keine nennenswerte Windscherung) nicht aus, um konvektive Prozesse anzustoßen. Windscherung – also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe, die für die Rotation in Gewitterzellen verantwortlich ist – ist derzeit praktisch nicht vorhanden. Ohne diese Zutaten bleibt selbst feuchtere Luft konvektiv wirkungslos.
Auch in den nächsten 24 Stunden ändert sich an dieser Einschätzung nichts Wesentliches. Der Donnerstag präsentiert sich mit 13 bis 24 Grad ebenfalls trocken, die Luftfeuchte sinkt sogar auf 50 Prozent, und der Instabilitäts-Index verharrt bei 3 von 10. Eine leichte Böenzunahme auf bis zu 26 km/h ist möglich, bleibt aber weit unter gewitterrelevanten Schwellenwerten. Der Freitag bringt dann mit bis zu 30 Grad die wärmste Phase der Woche – die Böen steigen auf bis zu 33 km/h, die Luftfeuchte bleibt jedoch bei 50 Prozent, und auch der Instabilitäts-Index zeigt keine Verschärfung. Gewittergefahr ist damit für den gesamten Zeitraum bis einschließlich Samstag als niedrig einzustufen.
Auch wenn aktuell keine Gewittergefahr besteht, lohnt ein Blick auf die Warnsignale für kommende Tage: Sollte die Feuchte bei gleichzeitig hohen Temperaturen wie am Freitag spürbar ansteigen – erkennbar an schwülwarmem Gefühl, schnell aufziehenden Quellwolken am Nachmittag und einem plötzlichen Temperaturabfall –, kann sich die Lage rasch verändern. Wer am Wochenende Outdoor-Aktivitäten, Wassersport oder längere Fahrradtouren plant, sollte die aktuellen DWD-Warnlagen im Blick behalten und bei aufkommendem Westwind mit zunehmender Böigkeit besonders in den Voralpen aufmerksam bleiben. Für heute Abend und die Nacht gilt: uneingeschränkt ruhiges Wetter, kein Handlungsbedarf.
