Das Wetter in Bayern: Kein Gewitterrisiko – ruhige Herbstnacht erwartet

Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Bayern kein Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das beschreibt zwar ein leicht erhöhtes konvektives Potenzial, aber weit unterhalb der Schwelle, ab der sich organisierte Gewitter bilden können. Niederschlagswahrscheinlichkeit und Messwerte geben keinen Anlass zur Warnung. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 10 und 18 Grad Celsius, der Wind weht mit bis zu 18 km/h, Böen erreichen maximal 28 km/h. Diese Windstärken liegen deutlich unter dem kritischen Bereich. Die Nacht bleibt trocken.

Warum kein Gewitter? Entscheidend sind drei Faktoren: Erstens liegt der Temperatur-Taupunkt-Gradient bei 4 Grad Celsius. Ein geringer Abstand zwischen Lufttemperatur und Taupunkt bedeutet grundsätzlich viel Feuchte in der Atmosphäre – unter 7 Grad Celsius gilt das als potenziell problematisch. Dennoch reicht die Feuchte heute allein nicht aus, um Konvektion auszulösen, da der Auftrieb fehlt. Zweitens sind die Böen mit 28 km/h zu schwach, um nennenswerte Windscherung zu erzeugen – also jene Kraft, die Luftmassen in verschiedenen Höhen gegeneinander verdreht und rotierende Gewitterzellen antreiben kann. Drittens zeigt der Instabilitäts-Index mit 5 von 10 zwar mittleres Potenzial, aber ohne dynamischen Auftrieb durch ein fallendes Druckfeld und ohne ausreichend Windscherung bleibt dieses Potenzial ungenutzt. Die Atmosphäre ist heute stabil genug, um Gewitterbildung zu unterdrücken.

In der Nacht auf Dienstag und den darauffolgenden Tagen entspannt sich die Lage weiter. Dienstag und Mittwoch sinkt der Instabilitäts-Index auf 3 von 10, die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent, und der Taupunkt-Gradient steigt auf knapp 5 Grad – die Atmosphäre trocknet merklich aus. Der Wind lässt deutlich nach, Böen erreichen nur noch 19 km/h am Dienstag und 13 km/h am Mittwoch. Donnerstag bringt eine Besonderheit: Die Tageshöchsttemperatur stagniert bei 9 Grad Celsius ohne nennenswertes Tagesmaximum, der Taupunkt-Gradient fällt auf 1,9 Grad – das deutet auf eine sehr feuchte, aber stabile Nebellagen-Situation hin, nicht auf Gewittergefahr. Gewitterrelevante Instabilität ist bis zum Ende der Woche nicht in Sicht.

Auch wenn heute Abend keine Gewittergefahr besteht, lohnt ein Blick auf die Windböen: 28 km/h können für Radfahrer und Motorradfahrer spürbar werden, besonders auf exponierten Strecken in der Ober- und Unterfranken-Region sowie im Alpenvorland. Wer in der Nacht im Freien unterwegs ist oder campt, sollte die leicht erhöhte Luftfeuchte von 82 Prozent einkalkulieren – es kann sich empfindlich kühler anfühlen als die gemessenen 10 Grad es vermuten lassen. Allgemeine Warnsignale für kommende Gewittersituationen in der Herbstsaison: plötzlicher Temperaturabfall um 3 bis 5 Grad innerhalb kurzer Zeit, rasch aufziehende dunkle Quellwolken (Cumulonimbus) und ein sprunghafter Anstieg der Böen sind die zuverlässigsten Frühwarner. Heute Nacht bleiben all diese Signale aus.

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