Das Wetter in Deutschland: Gewittergefahr HOCH – kritische Nacht steht bevor (17:00-Update)

Stand 17:00 Uhr: Die Gewittergefahr für Deutschland ist heute Abend und in der Nacht auf Samstag als HOCH einzustufen. Der Instabilitäts-Index liegt mit 10 von 10 Punkten auf dem absoluten Maximum – Gewitter sind ab etwa 20:00 Uhr in weiten Teilen Deutschlands wahrscheinlich, mit Schwerpunkt in der Mitte und im Süden. Die Kombination aus Wind von 26 km/h mit Böen bis 43 km/h und einer Luftfeuchte von 82 Prozent schafft ideale Bedingungen für kräftige, organisierte Gewitter. Dabei ist neben Starkregen und häufigem Blitzschlag auch Hagel möglich. Besonders in der Zeit zwischen 21:00 Uhr und 02:00 Uhr ist erhöhte Wachsamkeit geboten.

Die meteorologischen Hintergründe sind eindeutig: Ein Instabilitäts-Index von 10 bedeutet maximales konvektives Potenzial – die Atmosphäre ist hochgradig labil geschichtet, warme feuchte Luft in Bodennähe wird explosionsartig nach oben gedrückt, sobald ein Auslöser vorhanden ist. Die Temperatur-Taupunkt-Differenz von nur 3,5 Grad Celsius zeigt, dass die Luft bereits sehr nah an der Sättigung ist – das bedeutet: Die Basis möglicher Gewitterwolken liegt extrem tief, was Starkregen begünstigt. Die Luftfeuchte von 82 Prozent überschreitet den kritischen Schwellenwert von 70 Prozent deutlich. Hinzu kommt die Windscherung: Böen von 43 km/h in Kombination mit der hohen atmosphärischen Instabilität erhöhen das Mesozyklonen-Potenzial, also die Gefahr rotierender Gewitterzellen, die besonders intensiv und langlebig sein können. Das Druckfeld zeigt einen dynamisch-labilen Charakter, der konvektiven Auftrieb zusätzlich antreibt.

In der Nacht lässt die Gewitteraktivität voraussichtlich nach Mitternacht allmählich nach, wenn die einfließende Kaltluft die Instabilität abbaut. Der Samstag präsentiert sich dann deutlich ruhiger: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent, und die Taupunkt-Differenz steigt auf 6,1 Grad – die Atmosphäre stabilisiert sich spürbar. Gewitter sind am Samstag sehr unwahrscheinlich. Der Sonntag verdient jedoch erneute Aufmerksamkeit: Der Instabilitäts-Index zieht wieder auf 8 von 10 an, bei einer Taupunkt-Differenz von 5,7 Grad – das ist erneut potenziell problematisch, auch wenn die Niederschlagswahrscheinlichkeit mit 24 Prozent noch moderat erscheint. Hier besteht am Sonntagnachmittag wieder erhöhtes Gewitterrisiko, das wir im Folge-Update genauer einordnen werden.

Für den heutigen Abend gelten folgende Empfehlungen: Halten Sie Ausschau nach typischen Warnsignalen – plötzliche Temperaturabfälle von mehreren Grad innerhalb von Minuten, rasant zunehmende Böen und eine sich schnell verdunkelnde Westflanke des Himmels sind zuverlässige Vorboten nahender Gewitterzellen. Wer sich im Freien aufhält – sei es beim Grillen, Sport oder auf dem Wasser – sollte spätestens ab 19:30 Uhr ein festes Gebäude aufgesucht haben. Bootsfahrer und Wassersportler sollten die Aktivitäten sofort beenden; offene Gewässer sind bei Blitzschlag lebensgefährlich. Autofahrern empfehlen wir, bei einsetzender Sichtbeeinträchtigung durch Starkregen das Tempo deutlich zu reduzieren und bei Bedarf auf Rastplätzen zu warten. Zelte und Campingunterkünfte bieten keinen ausreichenden Schutz – suchen Sie feste Gebäude auf.

Das heutige Gewitterereignis trägt das Potenzial für mehrere gefährliche Begleiterscheinungen: Starkregen mit lokalen Regenmengen von 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit ist wahrscheinlich, was in städtischen Gebieten zu Überflutungen von Unterführungen und Kellern führen kann. Hagel mit Korngrößen von einem bis zu drei Zentimetern ist bei den vorliegenden Scherwinden möglich – Fahrzeuge und Glasdächer sind gefährdet. Die Blitzschlagrate kann in Kernzellen auf über 1.000 Blitze pro Stunde ansteigen. Meiden Sie in jedem Fall exponierte Standorte wie Berggipfel, Bäume, Masten oder freie Felder. Der DWD wird voraussichtlich im Laufe des Abends offizielle Unwetterwarnungen ausgeben – verfolgen Sie aktuelle Meldungen über die WarnWetter-App.