Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein Gewitterrisiko. Der heutige Montag zeigt sich zwar trocken, doch mit Temperaturen zwischen 6 und 12 Grad und Böen von bis zu 46 km/h bleibt es ungemütlich. Der Instabilitäts-Index liegt bei 7 von 10 – ein auf den ersten Blick hoher Wert, der jedoch in diesem Fall nicht für konvektive Entwicklungen (also aufsteigende Luftmassen und Gewitterbildung) ausreicht. Entscheidend ist der Gesamtkontext: Die Lufttemperaturen sind für Oktober schlicht zu niedrig, um nennenswerte Konvektion in Gang zu setzen. Gewitter bleiben heute Nacht ausgeschlossen.
Der erhöhte Instabilitäts-Index von 7/10 verdient dennoch eine Erklärung. Er zeigt an, dass die Atmosphäre in ihrer Schichtung theoretisch anfällig für Umlagerungen wäre – aber nur dann, wenn ausreichend Energie in Form von Wärme und Feuchte vorhanden ist. Genau hier liegt der entscheidende Dämpfer: Bei Temperaturen um 6 bis 12 Grad fehlt der thermische Antrieb. Die Taupunkt-Temperaturdifferenz von nur 2,5 Grad signalisiert zwar eine sehr feuchte Luftmasse (Luftfeuchte 87 %), was grundsätzlich eine Voraussetzung für Niederschlagsbildung ist. Doch ohne ausreichenden Auftrieb bleibt diese Feuchte gebunden. Die Windscherung – also die Änderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe – ist durch die kräftigen Böen von 46 km/h zwar vorhanden, aber ohne konvektive Basis entsteht daraus kein Mesozyklonen-Potenzial (keine rotierenden Aufwindsysteme). Das atmosphärische System ist zu kalt und zu stabil durchmischt, um Gewitterzellen zu produzieren.
In der Nacht auf Dienstag und den folgenden 24 Stunden entspannt sich die Lage spürbar. Der Dienstag bringt deutlich ruhigere Verhältnisse: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent, und der Wind lässt mit Böen bis 32 km/h deutlich nach. Niederschlag ist mit einer Wahrscheinlichkeit von nur 10 Prozent kaum zu erwarten. Ab Mittwoch kommt dann langsamer, stratiformer Landregen ins Spiel – also flächiger Dauerregen ohne konvektiven Charakter. Mit knapp 8 Millimetern und einer Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent ist dieser Regen für Mittwoch gesichert einzuplanen. Der Instabilitäts-Index bleibt dabei bei stabilen 3 von 10, Gewitter sind auch mittel- bis langfristig kein Thema.
Auch wenn Gewitter heute vom Tisch sind, sollten sich Leserinnen und Leser nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die Böen von bis zu 46 km/h können Äste auf Straßen und Wege schleudern – besonders in bewaldeten Gebieten oder auf exponierten Strecken ist erhöhte Vorsicht beim Autofahren geboten. Fußgänger und Radfahrer sollten auf herabfallende Gegenstände achten und Aufenthalte unter großen Bäumen meiden. Die hohe Luftfeuchte von 87 Prozent sorgt in Kombination mit den niedrigen Temperaturen für ein erhöhtes Unterkühlangsrisiko bei längerem Aufenthalt im Freien – wer länger draußen unterwegs ist, sollte auf wetterfeste und winddichte Kleidung setzen. Wassersportler sollten den auffrischenden Wind ernst nehmen: Auf Seen und Küstengewässern sind die Böen der eigentliche Risikofaktor des heutigen Abends.
