Stand 17:00 Uhr: Die Gewitterlage für den heutigen Freitagabend ist ernst zu nehmen. Mit einem Instabilitäts-Index von 8 von 10 liegt das konvektive Potenzial im hohen Bereich – Gewitter sind für die Abend- und Nachtstunden wahrscheinlich, mit dem Haupt-Fenster zwischen 19:00 und 23:00 Uhr. Besonders betroffen dürften Regionen mit starker Tageserwärmung sein, also der Südwesten, die Mitte und Teile Ostdeutschlands, wo die Temperatur heute auf bis zu 29 Grad geklettert ist. Der Wind weht bereits jetzt mit Böen bis 44 km/h – bei aufziehenden Gewittern sind lokale Sturmböen über 60 km/h nicht auszuschließen. Hagel kleiner Körnung ist möglich, größere Hagelkörner bleiben bei der aktuellen Feuchteverteilung die Ausnahme, können aber lokal nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Die meteorologischen Zutaten für kräftige Konvektion sind heute Abend nahezu vollständig vorhanden. Der Instabilitäts-Index von 8 entspricht einem hohen CAPE-Äquivalent – das bedeutet, die Atmosphäre hat große Energie gespeichert, die sich beim geringsten Auslöser schlagartig entladen kann. Der Taupunkt-Gradient beträgt nur 6,1 Grad Celsius (Werte unter 7 Grad gelten als kritische Feuchte-Schwelle), die Luftfeuchtigkeit liegt bei 66 Prozent – genug Wasserdampf für ergiebige Starkregen-Zellen. Entscheidend verschärft wird die Lage durch die Windscherung: Böen bis 44 km/h in Kombination mit der hohen atmosphärischen Instabilität begünstigen rotierende Aufwindschläuche, sogenannte Mesozyklonen-Ansätze, die organisierte Gewitterlinien oder Superzellen ermöglichen können. Ein fallendes Druckfeld am Nachmittag liefert den dynamischen Auftrieb, der die Auslöse-Schwelle weiter absenkt.
In der Nacht auf Samstag klingen die Gewitter voraussichtlich ab Mitternacht von West nach Ost ab. Der Samstag selbst bringt dann eine deutliche Beruhigung: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei nur 15 Prozent, und die Luftfeuchtigkeit sinkt auf 50 Prozent. Gewittergefahr besteht am Samstag nicht. Auch Sonntag und Montag verlaufen trocken und stabil – der Instabilitäts-Index bleibt bei 3, die Temperaturen kühlen auf 13 bis 19 Grad ab, Montag sogar auf maximal 12 Grad. Das Wochenende-Wetter normalisiert sich damit deutlich, bleibt aber wechselhaft-frisch.
Für die kommenden Stunden gilt: Beobachten Sie den Himmel im Westen und Südwesten – aufquellende, dunkle Cumulonimbus-Türme (Amboss-förmige Gewitterwolken) sind das sicherste Warnsignal. Ein plötzlicher Temperaturabfall um mehrere Grad innerhalb weniger Minuten sowie rasch zunehmende Böen kündigen eine herannahende Gewitterfront an. Im Freien gilt: Sofort stabile Gebäude oder Fahrzeuge aufsuchen – Bäume, offene Flächen und Gewässer sind tabu. Wer heute Abend noch unterwegs ist oder plant, auf Seen, Flüssen oder Freibädern zu schwimmen: Bitte spätestens ab 18:30 Uhr die Lage aktiv beobachten und bei ersten Gewitterzeichen sofort ans Ufer oder ins Gebäude. Autofahrer sollten mit Sichteinschränkungen durch Starkregen rechnen – Geschwindigkeit reduzieren, Warnblinkanlage einschalten, notfalls gefahrlos anhalten.
Das Risiko für Starkregen ist heute Abend lokal erhöht: Bei hochreichender Konvektion und einem Taupunkt-Gradienten unter 7 Grad können innerhalb kurzer Zeit 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter fallen – das reicht für lokale Überflutungen von Unterführungen, Kellern und Straßen in tiefer gelegenen Bereichen. Die Blitzaktivität wird bei organisierten Gewitterzellen als hoch eingestuft. Besonders im Freien, bei Sport oder auf dem Wasser besteht konkrete Blitzschlaggefahr. Verfolgen Sie aktuelle Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) über die WarnWetter-App – heute Abend sind Unwetterwarnungen der Stufe 2 bis 3 für einzelne Regionen möglich.
