Stand 17:06 Uhr: Für München und den Großraum gilt heute Abend eine ernsthafte Gewitterwarnung. Mit einem Instabilitäts-Index von 8 von 10 liegt das konvektive Potenzial im HOHEN Bereich – das bedeutet: Die Atmosphäre ist aufgeladen wie eine gespannte Feder. In den nächsten sechs bis zwölf Stunden, konkret ab etwa 19:00 bis 20:00 Uhr, ist mit dem Aufzug kräftiger Gewitter über dem Alpenvorland und dem Münchner Stadtgebiet zu rechnen. Böen von bis zu 36 km/h sind bereits aktiv – bei Gewitterdurchgang sind lokal deutlich stärkere Windspitzen nicht ausgeschlossen. Hagel kleiner Körnung ist möglich, Starkregen wahrscheinlich.
Der meteorologische Grund für diese Risiko-Einschätzung ist eine gefährliche Kombination aus mehreren Faktoren: Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 82 Prozent, was eine erhebliche Menge verfügbarer Feuchte in der Atmosphäre bedeutet – Feuchtigkeit ist der Treibstoff für Gewitterzellen. Dazu kommt ein Taupunkt-Gradient von nur 4,1 Grad Celsius. Vereinfacht erklärt: Je kleiner dieser Wert, desto näher liegt der Taupunkt an der tatsächlichen Lufttemperatur – die Luft ist also fast gesättigt und kondensiert bei geringster Hebung sofort zu Wolken und Niederschlag. Der Instabilitäts-Index von 8 (das meteorologische Äquivalent zu einem hohen CAPE-Wert, also verfügbarer Auftriebsenergie) zeigt an, dass aufsteigende Luftmassen kaum gebremst werden und Gewittertürme schnell und kräftig aufgebaut werden können. Einschränkend ist festzuhalten, dass die Böen mit maximal 36 km/h unterhalb der kritischen Schwelle von 40 km/h liegen, ab der ein Mesozyklonen-Potenzial – also rotierende Gewitterstrukturen – deutlich wahrscheinlicher wird. Organisierte Superzellen sind daher weniger zu erwarten; klassische, aber kräftige Einzelzellen und Gewitterlinien sind das realistischere Szenario.
In der Nacht auf Dienstag sollte die Gewitteraktivität nach 23:00 Uhr deutlich abklingen. Der Dienstag selbst präsentiert sich dann als stabiler Wettertag: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Luftfeuchtigkeit sinkt auf 50 Prozent und die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei nur einem Prozent. Die Atmosphäre beruhigt sich merklich. Erst am Mittwoch zieht erneut eine Wetterfront auf – allerdings mit einem Instabilitäts-Index von ebenfalls nur 3 und einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 70 Prozent handelt es sich dabei eher um frontalen Dauerregen denn um konvektive Gewitter. Donnerstag bringt Regen bei einstelligen bis niedrigen Temperaturen, der Taupunkt-Gradient von nur 1,5 Grad signalisiert eine sehr feuchte, aber stabile Luftmasse.
Für den heutigen Abend gilt: Wer sich im Freien aufhält, sollte die Wetterentwicklung aktiv beobachten. Warnsignale für einen nahenden Gewitterdurchgang sind eine rasche Verdunkelung des westlichen oder südwestlichen Himmels, ein plötzlicher Temperaturrückgang von mehreren Grad innerhalb von Minuten sowie ein spürbares Auffrischen des Windes. Wer auf dem Wasser unterwegs ist – Starnberger See, Ammersee, Chiemsee – sollte das Ufer vor 19:00 Uhr erreicht haben und nicht auf den Wetterumschlag warten. Autofahrer sollten bei Gewitterregen das Tempo deutlich reduzieren und bei starker Sichtminderung eine geeignete Unterführung oder ein Parkdeck aufsuchen – niemals unter Bäumen parken. Outdoor-Sportler und Wanderer im Alpenvorland sollten Touren heute Abend abbrechen oder verschieben.
⚠️ Spezifische Risiken heute Abend: Bei einem Instabilitäts-Index von 8 und gesättigter Luftfeuchte von 82 Prozent muss mit Starkregen von lokal über 15 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit gerechnet werden – das reicht für Überflutungen in Unterführungen und Kellern. Kleinköriger Hagel mit Durchmessern bis etwa einem Zentimeter ist möglich und kann Fahrzeuge und Glasdächer beschädigen. Die Blitzaktivität wird bei dieser Atmosphärenlage als erhöht eingestuft – Freiflächen, Hügel und Gewässer sind während des Gewitters unbedingt zu meiden. Gebäude und Fahrzeuge (mit geschlossenen Fenstern) bieten sicheren Schutz. Der Nationaler Wetterdienst DWD wird voraussichtlich im Laufe des Abends amtliche Unwetterwarnungen ausgeben – halten Sie Warn-Apps wie NINA oder WarnWetter auf dem aktuellen Stand.
