Stand 17:00 Uhr: München erlebt einen der heißesten Tage des Sommers mit bis zu 35 °C – doch trotz der drückenden Hitze bleibt das Gewitterrisiko für die kommenden 6 bis 12 Stunden gering. Der Instabilitäts-Index liegt bei 4 von 10, was konvektives Potenzial im niedrigen bis allenfalls moderaten Bereich signalisiert. Eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von lediglich 9 % und 0 mm prognostizierter Regen bestätigen: Gewitter sind heute Abend und in der Nacht auf Montag nicht zu erwarten. Aufpassen sollte man dennoch bei den Windböen – diese erreichen heute bis zu 45 km/h und können im Bereich der Isar-Auen und freien Flächen spürbar sein.
Der Grund für die ausbleibenden Gewitter liegt in einer für Hochsommer ungewöhnlich trockenen Luftmasse über München. Die relative Luftfeuchte beträgt nur 39 %, und der Spread zwischen Temperatur und Taupunkt – ein entscheidender Indikator für Konvektionspotenzial – liegt bei 16,6 °C. Erst unterhalb von 7 °C spricht man von einer problematischen Feuchtebelastung, die Schauer und Gewitter begünstigt. Mit 16,6 °C ist die Atmosphäre heute schlicht zu trocken, um aufsteigende Luftmassen bis zur Kondensationshöhe zu treiben. Zwar sind die Böen mit 45 km/h kräftig, doch ohne ausreichende Feuchte fehlt das entscheidende Zutaten-Duo aus Instabilität und Wasserdampf, das für Mesozyklonen-Bildung – also rotierende Gewitterzellen mit Hagel und Starkregen – notwendig wäre. Die Windscherung reicht bei diesen Bedingungen nicht aus, um organisierte Konvektion anzufachen.
In der Nacht auf Montag und am Montag selbst dreht sich das Bild langsam. Eine feuchteren Luftmasse schiebt sich heran: Der Taupunkt-Gradient sinkt bis Montag auf 7,5 °C, die Luftfeuchte steigt auf 50 %, und eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 40 % bei 4 mm prognostiziertem Regen deutet auf Schauer hin – einzelne kurze Gewitter am Montagnachmittag sind dabei nicht ausgeschlossen, aber kein dominierendes Szenario. Der Instabilitäts-Index bleibt mit 3 von 10 im niedrigen Bereich. Dienstag setzt diesen Trend fort: Der Taupunkt-Gradient fällt weiter auf 4,8 °C – eine echte Problemzone für Schauer und lokale Gewitter –, die Temperaturen bleiben mit bis zu 27 °C moderat. Mittwoch bringt schließlich Regen bei kühlen 21 °C und einem Gradienten von nur 2,3 °C, was auf stratiforme, also flächige Niederschläge ohne ausgeprägte Gewitteraktivität hindeutet.
Für den heutigen Abend gilt dennoch: Die kräftigen Böen bis 45 km/h sollten ernst genommen werden. Wer im Freien ist – ob beim Grillen, Radfahren oder am Englischen Garten – sollte lose Gegenstände sichern und exponierte Lagen meiden. Ab Montag lohnt es sich, die Warnlage im Blick zu behalten: Ein plötzlicher Temperaturrückgang um mehr als 5 °C innerhalb kurzer Zeit, rasch aufziehende dunkle Wolken aus Westen oder Südwesten sowie ein spürbarer Böenanstieg sind klassische Vorläufer herannahender Schauer oder Gewitter. Wassersportler auf Seen und dem Starnberger See sollten montags und dienstags frühzeitig ans Ufer zurückkehren und keine langen Touren bei nachmittäglicher Quellwolkenbildung planen.
