Gewitter-Lage um 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden gilt in München und Umgebung kein Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem niedrigen bis allenfalls grenzwertig moderaten konvektiven Potenzial, das für Gewitterbildung im Oktober bei weitem nicht ausreicht. Die Temperaturen fallen bis Mitternacht auf rund 2 bis 4 Grad, der Wind weht mit 15 km/h aus wechselnden Richtungen, Böen bis 30 km/h sind möglich, aber unkritisch. Vereinzelte Tropfen sind nicht ausgeschlossen – die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 19 Prozent mit maximal 0,3 mm – doch organisierte Konvektion ist heute Nacht ausgeschlossen.
Meteorologische Begründung: Drei Parameter sprechen heute klar gegen Gewitter: Erstens ist die Luft trotz 75 Prozent relativer Feuchte zu kalt, um nennenswerte Aufwärtsbewegungen zu erzeugen – Gewitter brauchen Energie, die durch tagsüber aufgeheizte, feuchte Luft entsteht, und die fehlt im Oktober schlicht. Zweitens zeigt der Taupunkt-Gradient mit 4,6 Grad Celsius zwar eine gewisse Feuchte an der Grenze zur Problemzone (unter 7 Grad gilt als kritisch), doch ohne ausreichende Instabilität und Hebungsantrieb verpufft dieses Signal wirkungslos. Drittens fehlt die vertikale Windscherung – also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe –, die rotierende Gewitterzellen (sogenannte Mesozyklonen) erst gefährlich macht. Kein rotierendes Potenzial, kein Hoch-Risiko.
Trend für Nacht und die nächsten 24 Stunden: Samstag bringt eine meteorologisch interessante, aber widersprüchliche Konstellation: Der Instabilitäts-Index springt auf 8 von 10 – ein Wert, der in der warmen Jahreszeit sofort eine Gewitterwarnung auslösen würde. Im Oktober jedoch fehlt der entscheidende Energieträger: Die relative Feuchte sinkt auf nur 50 Prozent, der Taupunkt-Gradient weitet sich auf 6,8 Grad – die Luft ist zu trocken, um konvektive Wolkentürme aufzubauen. Böen bis 46 km/h sind am Samstag aber real und unangenehm. Gefährlicher wird es am Sonntag: Hier treffen ein weiterhin erhöhter Instabilitäts-Index (8/10), ein enger Taupunkt-Gradient von nur 3,8 Grad, 76 Prozent Niederschlagswahrscheinlichkeit und Böen bis 43 km/h zusammen – ein klassisches Herbst-Sturmszenario mit potenziell kräftigen Regengüssen und einem schwachen, aber nicht auszuschließenden Gewitterrisiko am Alpenrand.
Empfehlungen: Für heute Nacht besteht kein Handlungsbedarf in Sachen Gewitter. Wer am Samstag längere Outdoor-Aktivitäten plant, sollte die Böen bis 46 km/h im Blick behalten – bei Radtouren oder Wanderungen in exponierten Lagen (Zugspitzregion, Mangfallgebirge) gilt erhöhte Vorsicht vor umstürzenden Ästen. Für Sonntag empfehlen wir, Freizeitaktivitäten im Freien flexibel zu halten: Beobachten Sie kurzfristige Warnungen des DWD, da sich bei Annäherung einer Kaltfront die Lage schnell zuspitzen kann. Klassische Warnsignale sind dann ein plötzlicher Temperatursturz um 3 bis 5 Grad innerhalb einer Stunde, rasch zunehmende Böen und eine auffällig dunkle, blumenkohlartige Wolkenentwicklung im Süden und Westen. Wassersport auf dem Starnberger See oder Ammersee sollte am Sonntag gemieden oder deutlich vor dem Nachmittag beendet werden.
