Das Wetter in München: Gewittergefahr am Abend – was Sie jetzt wissen müssen

Stand 17:00 Uhr: Für München und den Großraum besteht heute Abend ein moderates Gewitterrisiko – der Instabilitäts-Index liegt bei 5 von 10, was konvektive Aktivität durchaus erlaubt. Mit einer Luftfeuchte von 71 Prozent und einem Taupunkt-Gradienten von nur 5,4 Grad Celsius ist die Atmosphäre aktuell spürbar aufgeladen: Je kleiner dieser Gradient, desto feuchter und labiler ist die Luft in den unteren Schichten. Gewitter sind nach aktuellem Stand ab etwa 19:00 bis 21:00 Uhr möglich, bevorzugt südlich und östlich von München, wo alpine Vorland-Konvergenzlinien die Auslöse begünstigen. Der Wind dreht auf lebhaftere Böen bis 33 km/h – kein extremes Niveau, aber ausreichend, um lokale Schauer rasch in organisierte Zellen zu verwandeln. Hagelpotenzial ist gering, Starkregen-Schauer und häufige Blitzentladungen dagegen nicht auszuschließen. Die Gesamtwahrscheinlichkeit für messbaren Niederschlag liegt bei 39 Prozent mit einem erwarteten Gesamtbetrag von 10,8 mm – das klingt überschaubar, kann aber lokal in kurzer Zeit fallen.

Meteorologisch ergibt sich dieses moderate Risiko aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Der Instabilitäts-Index von 5/10 entspricht einem mäßigen konvektiven Potenzial – vergleichbar mit einem CAPE-Wert im mittleren Bereich, also genug Energie für kräftige Schauer, aber keine Voraussetzung für organisierte Superzellengewitter. Entscheidend ist die hohe Grundfeuchte: 71 Prozent relative Luftfeuchte bedeuten, dass Luftpakete beim Aufsteigen schnell abkühlen und kondensieren – Quellwolken wachsen zügig in die Höhe. Der enge Taupunkt-Gradient von 5,4 Grad Celsius unterstreicht dies: Werte unter 7 Grad gelten meteorologisch als Warnschwelle für erhöhte Gewitterbereitschaft. Die Windscherung – also die Zunahme der Windgeschwindigkeit mit der Höhe – ist mit Böen bis 33 km/h vorhanden, aber nicht auf einem Niveau, das rotierende Mesozyklonen (Tornado-Vorläufer) wahrscheinlich macht. Das Druckfeld zeigt keine starke dynamische Hebungskomponente, weshalb das Risiko moderat bleibt und kein Unwetter-Szenario droht.

In der Nacht auf Sonntag schwächen sich die Gewitter voraussichtlich ab, sobald die Einstrahlung wegfällt und die Grenzschicht stabilisiert. Der Sonntag selbst präsentiert sich mit nur 16 bis 20 Grad merklich kühler – ein Trog zieht durch und bremst die Temperaturen. Dennoch bleibt die Regenwahrscheinlichkeit mit 50 Prozent erhöht, bei einem Instabilitäts-Index von 3/10 und einem Taupunkt-Gradienten von 4,8 Grad Celsius. Das bedeutet: Gewitter am Sonntag sind zwar weniger wahrscheinlich als heute, einzelne Schauer aber gut möglich. Ab Montag dreht das Bild deutlich: Trockenheit setzt sich durch, die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent, der Taupunkt-Gradient steigt auf knapp 10 Grad – die Atmosphäre beruhigt sich spürbar. Der Instabilitäts-Index fällt auf 0, Gewitter sind für Montag und Dienstag praktisch ausgeschlossen.

Wer heute Abend draußen plant – ob Grillen, Outdoor-Sport oder Ausflug in die Umgebung –, sollte die Entwicklung im Blick behalten. Warnsignale für nahende Gewitter sind: rasch aufquellende, dunkel-graue Cumuluswolken im Südwesten, ein plötzlicher Temperaturabfall von mehreren Grad binnen Minuten sowie deutlich auffrischende Böen ohne vorherige Windankündigung. Wer auf dem Wasser unterwegs ist – Starnberger See, Ammersee oder Chiemsee –, sollte spätestens ab 18:30 Uhr an Land sein, da Wasserflächen bei Blitzschlag besonders gefährlich sind. Fahrzeugfahrten in der Region sollten bei aufkommenden Blitzen mit Regenguß die Geschwindigkeit reduzieren und Abstand halten – Aquaplaning-Gefahr bei lokalen Starkregenzellen. Im Freien gilt: Bei Blitz und Donner sofort stabile Gebäude oder Fahrzeuge aufsuchen, offene Flächen, Bäume und Gewässer meiden.