Stand 17:05 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in München und Umgebung kein Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das klingt zunächst nach mittlerem Potenzial, doch entscheidend ist der Gesamtkontext: Bei Temperaturen zwischen 4 und 9 Grad fehlt der Atmosphäre schlicht die thermische Energie, die Konvektion für Gewitter braucht. In den Abend- und Nachtstunden sinken die Werte weiter ab. Wind aus Nordwest mit 13 km/h und Böen bis 30 km/h bleibt für München unauffällig. Der geringe Niederschlag von 0,2 mm fällt – wenn überhaupt – als leichter Sprühregen oder Niesel, nicht als Schauer oder Gewitter.
Die meteorologische Begründung ist eindeutig: Zwar liegt die Temperatur-Taupunkt-Differenz mit 2,7 Grad auffällig niedrig – das bedeutet, die Luft ist nahezu gesättigt und Wolkenbildung fällt leicht. Auch die Luftfeuchte von 83 Prozent unterstreicht diese feuchte Grundschicht. Normalerweise wäre ein enger Taupunkt-Gradient ein Warnsignal für konvektive Entwicklungen. Im November jedoch fehlt der entscheidende Antrieb: Die Sonneneinstrahlung ist zu schwach, um die bodennahe Luft ausreichend zu erhitzen und konvektive Aufwinde – sogenannte Thermik – zu erzeugen. Das CAPE-Äquivalent (verfügbare potenzielle Energie für aufsteigende Luftmassen) ist bei diesen Temperaturen praktisch null. Windscherung, also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe, erreicht mit Böen unter 30 km/h kein mesozyklonisches Potenzial. Das Druckfeld zeigt keine dynamischen Störungen, die Auftrieb erzwingen könnten. Fazit: feuchte, trübe Novemberluft – aber stabil.
In der Nacht und am Montag, den 2. November, beruhigt sich die Lage weiter. Die Instabilität sinkt auf 3 von 10, die Luftfeuchte fällt auf 50 Prozent, und die Temperaturen erreichen teils nur 1 Grad – Bodenfrost ist in Randlagen möglich. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit bleibt mit 8 Prozent gering. Dienstag und Mittwoch setzen diesen ruhigen, trockenen Trend fort: Instabilitäts-Index stabil bei 3, kaum Niederschlag, mäßiger Wind mit Böen bis maximal 33 km/h am Dienstag. Die Woche bringt klassisches Hochdruckrandlage-Wetter für Anfang November – grau, kühl, aber wettertechnisch harmlos.
Empfehlungen für heute Abend: Trotz fehlendem Gewitterrisiko sollten Sie die Feuchte und Kälte ernst nehmen. Wer noch draußen unterwegs ist, sollte auf nasse Straßen und mögliche Glätte in höheren Lagen achten – die Taupunkt-Nähe begünstigt Reif auf Brücken und in Senken ab den frühen Morgenstunden. Fahrradfahrer und Motorradfahrer sollten bei Böen bis 30 km/h und nasser Fahrbahn vorausschauend fahren. Wassersport und längere Outdoor-Aktivitäten sollten aufgrund der Kälte und Feuchtkombination – nicht wegen Gewitter, sondern wegen Unterkühlung – wohlüberlegt geplant werden. Für Gewitterschutz besteht heute kein Anlass.
