Das Wetter in München: Gewittergefahr am Abend – Böen bis 41 km/h, Instabilitäts-Index auf 8 von 10

Stand 17:07 Uhr: Die Gewitterlage für München ist heute Abend ernst zu nehmen. Mit einem Instabilitäts-Index von 8 von 10 besteht bis mindestens 23:00 Uhr ein HOHES konvektives Risiko. Erste kräftige Schauer und einzelne Gewitter sind bereits in Entwicklung und können im Verlauf des Abends – voraussichtlich zwischen 19:00 und 22:00 Uhr – über dem Stadtgebiet und dem südlichen Umland auftreten. Böen von bis zu 41 km/h sind bereits gemessen, bei Gewitterdurchgang sind lokal kurzzeitig höhere Spitzen möglich. Hagel in kleinkörniger Form kann nicht ausgeschlossen werden, ist aber kein Hauptrisiko. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 33 Prozent, was bei diesem Instabilitätsniveau bedeutet: Wer vom Gewitter erwischt wird, erlebt es intensiv – auch wenn nicht die gesamte Stadt gleichzeitig betroffen sein muss.

Der Grund für die erhöhte Gewittergefahr liegt im Zusammenspiel mehrerer ungünstiger Faktoren. Der Instabilitäts-Index von 8 signalisiert, dass die Atmosphäre stark destabilisiert ist – vergleichbar mit einem aufgeheizten Kessel, der nach oben drückt. Entscheidend ist dabei die Taupunkt-Temperaturdifferenz von nur 6,1 Grad Celsius: Liegt dieser Wert unter 7 Grad, ist die Luft feucht genug, dass aufsteigende Luftpakete sehr effizient Wasserdampf kondensieren und Energie freisetzen – das befeuert Gewitterzellen. Die relative Luftfeuchte von 68 Prozent unterstützt diesen Prozess zusätzlich. Hinzu kommt eine spürbare Windscherung: Böen bis 41 km/h bei einem mittleren Wind von 22 km/h zeigen, dass die Windgeschwindigkeit mit der Höhe deutlich zunimmt. Diese Scherung gibt aufsteigenden Gewitterzellen eine rotierende Struktur – in extremen Fällen spricht man von Mesozyklonen. So weit geht das heutige Risiko nicht, aber die Kombination aus Feuchte, Instabilität und Scherung reicht klar für kräftige Gewitter mit Starkregen und böigem Wind aus.

In der Nacht lässt die Gewitteraktivität voraussichtlich nach 23:00 Uhr nach, da mit dem Wegfall der Sonneneinstrahlung der bodennahe Antrieb für neue Konvektion fehlt. Für Freitag, den 21. August, ergibt sich ein komplett anderes Bild: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10 – also moderates bis niedriges Niveau. Dafür steigen Niederschlagsmenge und -wahrscheinlichkeit deutlich an: bis zu 17,9 mm Regen bei 74 Prozent Wahrscheinlichkeit. Die Taupunkt-Differenz sinkt sogar auf nur 2,4 Grad – die Luft ist dann randvoll mit Feuchte, aber die fehlende Instabilität verhindert klassische Gewitter. Es handelt sich am Freitag um Dauerregen aus einer stabilen Schichtbewölkung, nicht um konvektive Zellen. Das Wochenende bringt schrittweise Beruhigung: Samstag weitgehend trocken bei 14 bis 20 Grad, Sonntag stabil, windarm und gewitterfrei.

Für die nächsten Stunden gilt: Wer sich im Freien aufhält, sollte jetzt handeln. Warnsignale für einen nahenden Gewitterdurchgang sind plötzliche Temperaturabfälle um 3 bis 5 Grad innerhalb weniger Minuten, rapide zunehmende Böen aus wechselnden Richtungen sowie eine markante Verdunkelung des westlichen Himmels. Suchen Sie bei diesen Zeichen sofort festes Gebäude auf – Autos mit geschlossenen Fenstern sind ebenfalls sicher, Cabrios, Zelte und freie Felder nicht. Wassersportler und Badegäste am Starnberger See oder der Isar sollten das Wasser bereits jetzt verlassen und nicht auf die ersten Blitze warten. Wer noch unterwegs ist: Rechnen Sie auf der A8 und A95 südlich von München mit Sichtbehinderungen durch Starkregen und nasser, rutschiger Fahrbahn – Geschwindigkeit reduzieren, Abstand vergrößern. Verfolgen Sie Echtzeit-Radarbilder über die DWD-WarnWetter-App – die Zellen sind heute Abend kleinräumig und entwickeln sich schnell.

Das Hauptrisiko heute Abend ist Starkregen mit lokal über 10 mm in kurzer Zeit, kombiniert mit Sturmböen im unmittelbaren Gewitterumfeld. In München können Unterführungen und Tiefgaragen bei solchen Intensitäten schnell volllaufen – halten Sie sich von diesen Bereichen fern. Blitzschlaggefahr besteht überall im Freien, besonders unter Einzelbäumen, auf Anhöhen und auf offenen Flächen. Die Böenkombination aus Windscherung und Gewitterausfluss kann zudem Äste brechen und Gegenstände umwerfen – sichern Sie Balkone und Gärten jetzt. Eine Entspannung dieser Risikosituation ist erst nach Mitternacht zu erwarten.