Stand 17:06 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in München und der näheren Umgebung ein moderates Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt bei 5 von 10 – das entspricht einer spürbaren, aber nicht extremen konvektiven Energie in der Atmosphäre. Gewitter sind ab dem frühen Abend, spätestens nach 20:00 Uhr, wahrscheinlich. Besonders der südliche Stadtrand und das Alpenvorland gelten als bevorzugte Auslösezonen. Begleitend sind Böen bis 32 km/h zu erwarten; Hagel ist bei den aktuellen Parametern nicht ausgeschlossen, aber kein dominantes Risiko. Die Niederschlagsmenge kann lokal bei bis zu 16,7 mm liegen – das entspricht einem kräftigen Regen- oder Gewitterschauer innerhalb kurzer Zeit.
Die meteorologische Begründung liegt in einer ungewöhnlich feuchten Luftmasse über München: Die relative Luftfeuchte erreicht heute Abend 81 Prozent, und der Unterschied zwischen Lufttemperatur und Taupunkt beträgt nur noch rund 3 Grad Celsius. Dieser sogenannte Taupunkt-Gradient ist ein entscheidender Indikator – liegt er unter 5 Grad, ist die Luft gesättigt genug, um Konvektionszellen rasch aufsteigen zu lassen. In Kombination mit einem Instabilitäts-Index von 5 entsteht ausreichend Auftrieb für organisierte Schauer und Gewitter. Die Windböen von 32 km/h allein sind zwar noch unterhalb der kritischen Schwelle für Mesozyklonen-Bildung (ab etwa 40 km/h in Verbindung mit starker Feuchte), liefern aber genug Windscherung – also Unterschiede in Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe –, um Gewitterzellen zu strukturieren und langlebiger zu machen. Ein sinkendes Druckfeld unterstützt zusätzlich den dynamischen Auftrieb und begünstigt die Auslösung von Konvektion in den Abendstunden.
In der Nacht zum Mittwoch lässt die Gewitteraktivität voraussichtlich nach, die Niederschlagswahrscheinlichkeit bleibt aber erhöht. Der Mittwoch selbst präsentiert sich deutlich trockener und wärmer mit Höchstwerten bis 28 Grad – die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent, der Taupunkt-Gradient steigt auf fast 8 Grad. Trotz eines leicht erhöhten Instabilitäts-Index von 6 fehlt die entscheidende Feuchte für organisierte Gewitter; Einzelschauer am Nachmittag sind möglich, aber kein dominantes Risiko. Donnerstag und Freitag bringen Regen bei niedrigerer Instabilität (Index 3), ohne nennenswerte Gewittergefahr.
Wer heute Abend noch draußen ist, sollte folgende Warnsignale ernst nehmen: plötzliche Abkühlung um mehrere Grad innerhalb weniger Minuten, rasch zunehmende Bewölkung aus westlicher oder südwestlicher Richtung sowie ein spürbarer Anstieg der Böen. Diese Zeichen kündigen eine herannahende Gewitterzelle an – suchen Sie dann umgehend ein stabiles Gebäude oder ein geschlossenes Fahrzeug auf. Für Fahrradfahrer und Fußgänger gilt: Unterführungen und Bahnhöfe bieten kurzzeitig Schutz, Einzelbäume oder erhöhte Freiflächen sind bei Blitzgefahr unbedingt zu meiden. Wassersportler auf dem Starnberger See oder der Isar sollten das Ufer vor Einbruch der Dunkelheit erreicht haben. Autofahrer sollten bei starkem Regen die Geschwindigkeit deutlich reduzieren – Aquaplaning-Gefahr besteht besonders auf der A8 Richtung Salzburg.
Starkregen-Hinweis: Die prognostizierten 16,7 mm Niederschlag bei einer Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent können sich im Falle eines Gewitters innerhalb von 30 bis 60 Minuten entladen. Das ist ausreichend, um Unterführungen und Tiefgaragen kurzfristig zu überfluten. Halten Sie Abflüsse auf Balkonen und Terrassen frei. Die Blitzschlaggefahr ist bei einem Instabilitäts-Index von 5 und der vorhandenen Windscherung als real einzustufen – Aufenthalte im Freien nach 20:00 Uhr sollten bewusst geplant und bei Verschlechterung des Wetters sofort abgebrochen werden.
