Stand 17:07 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in München kein relevantes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem niedrigen bis allenfalls schwach moderaten konvektiven Potenzial, das jedoch nicht ausreicht, um organisierten Gewitterzellen eine Grundlage zu bieten. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit für den Freitag liegt bei lediglich 22 Prozent, die erwartete Regenmenge bei marginalen 0,2 Millimetern. Böen erreichen maximal 31 km/h – deutlich unterhalb der kritischen Schwelle von 40 km/h, ab der in Verbindung mit hoher Feuchte erste rotative Strukturen entstehen könnten. Der Abend wird trocken und windschwach verlaufen.
Warum bleibt es trotz des erhöhten Instabilitäts-Index von 5/10 ruhig? Entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Parameter: Die Temperatur-Taupunkt-Differenz beträgt heute 5,4 Grad Celsius – das bedeutet, die Luft ist zwar feucht, aber nicht feucht genug, um eine kräftige Konvektionsbasis in Bodennähe aufzubauen. Kritisch wird es meteorologisch erst bei Werten unter 3 Grad. Die Luftfeuchte von 75 Prozent zeigt zwar, dass nennenswert Wasserdampf vorhanden ist, doch ohne ausreichende Windscherung – also ohne den vertikalen Geschwindigkeitsunterschied des Windes, der Gewitterzellen erst organisiert und langlebig macht – fehlt dem System der entscheidende Antrieb. Die Böen von 31 km/h genügen dafür nicht. Dazu fehlt ein dynamischer Druckabfall als zusätzlicher Auftriebsmechanismus. Das Ergebnis: Einzelne Quellwolken am Abend sind denkbar, Gewitter jedoch nicht.
In der Nacht auf Samstag und über den gesamten Samstag zieht ein Frontensystem auf, das München deutlich nasser macht – 8,1 Millimeter Niederschlag bei einer Wahrscheinlichkeit von 74 Prozent. Trotz der dann noch engeren Temperatur-Taupunkt-Differenz von 3,4 Grad sinkt der Instabilitäts-Index auf 3 von 10, was auf stratiformen Landregen hindeutet, nicht auf Gewitter. Die Feuchte im Profil ist zwar vorhanden, doch die thermische Energie fehlt – typisch für Oktoberregen in Bayern. Auch am Sonntag und Montag bleibt die Lage stabil: trockener, aber windiger werdender Herbst mit Böen bis 35 km/h am Sonntag, und am Montag nahezu Windstille bei konstantem Hochdruckeinfluss. Kein konvektives Signal in Sicht.
Auch wenn das Gewitterrisiko für heute Abend und das Wochenende nicht relevant ist, sollten Münchnerinnen und Münchner die rasch zunehmende Bewölkung und den kommenden Dauerregen ab Samstag früh auf dem Schirm haben. Wer am Wochenende längere Radtouren oder Ausflüge in die Voralpen plant, sollte wasserdichte Ausrüstung einpacken und Touren ins Berggelände wegen der nassen, rutschigen Untergründe überdenken. Die Böen am Sonntag mit bis zu 35 km/h können im exponierten Gelände und auf offenen Seen spürbar sein – Wassersportler sollten entsprechend Vorsicht walten lassen. Autofahrer auf der A8 und A95 Richtung Salzburg und Garmisch sollten am Samstag wegen Nässe und reduzierter Sicht mit Zeitpuffer planen.
