Stand 17:06 Uhr: München befindet sich heute Abend in einer meteorologisch angespannten Lage. Der Instabilitäts-Index liegt bei 8 von 10 – das entspricht einem HOHEN Gewitterrisiko. Bereits jetzt fallen 18,3 mm Niederschlag, und die Lage dürfte sich in den nächsten Stunden nicht entspannen. Gewitter sind zwischen 20:00 und 24:00 Uhr wahrscheinlich, mit Schwerpunkt im Stadtgebiet München und dem südlichen Umland in Richtung Voralpen. Neben kräftigem Starkregen sind Böen bis 37 km/h sicher, lokal nicht auszuschließen sind kurze Hagelschauer kleineren Korns. Die Kombination aus Feuchte, Wärme und dynamischem Auftrieb macht diesen Abend zu einem, den man besser drinnen verbringt.
Warum ist die Gewittergefahr so hoch? Drei Faktoren treffen heute unglücklich zusammen. Erstens ist die Luftfeuchtigkeit mit 83 % extrem hoch – die Atmosphäre ist förmlich gesättigt mit Wasserdampf, dem wichtigsten Treibstoff für Konvektion. Zweitens beträgt der Taupunkt-Temperatur-Gradient nur 2,2 °C: Je kleiner diese Differenz, desto feuchter und instabiler die bodennahe Luftschicht – Werte unter 3 °C gelten als kritische Schwelle für explosive Aufwärtsbewegungen. Drittens zeigt der Instabilitäts-Index 8/10, was in der Praxis einem erhöhten CAPE-Äquivalent (konvektiver verfügbarer potentieller Energie) entspricht – Luft, die nach oben steigt, beschleunigt sich und treibt kräftige Gewitterzellen an. Die Windböen bis 37 km/h liefern zudem ausreichend Windscherung – also eine Änderung der Windgeschwindigkeit mit der Höhe – um entstehende Gewitter zu organisieren und langlebiger zu machen. Ein sinkendes Druckfeld verstärkt den dynamischen Auftrieb zusätzlich.
In der Nacht auf Samstag lässt die Gewitteraktivität voraussichtlich nach Mitternacht deutlich nach. Für Samstag, den 22. August, zeigt sich ein klareres, aber noch unruhiges Bild: Die Luftfeuchtigkeit fällt auf 50 %, der Taupunkt-Gradient steigt auf 5,1 °C, und der Instabilitäts-Index liegt bei moderaten 6/10. Schauer bleiben möglich – die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt 37 % – klassische Gewitterlagen sind aber deutlich unwahrscheinlicher. Böen bis 39 km/h halten sich hartnäckig. Der Sonntag bringt mit einem Gradienten von 6,8 °C, nur 2 % Regenwahrscheinlichkeit und einem Instabilitäts-Index von 3/10 dann endlich stabile, trockene Verhältnisse. Montag folgt nahtlos mit kaum Wind und vollständig trockenem Wetter.
Wer heute Abend noch unterwegs ist, sollte folgende Warnsignale ernst nehmen: ein plötzlicher Temperaturabfall um mehrere Grad innerhalb weniger Minuten kündigt eine herannahende Gewitterfront an, ebenso schnell auffrischende Böen und das charakteristische Dunkelwerden des Himmels im Westen oder Südwesten. Halten Sie sich von einzeln stehenden Bäumen, offenen Gewässern und erhöhten Standorten fern. Wassersport auf dem Starnberger See oder Ammersee sollte jetzt sofort beendet werden – bei Blitzgefahr ist keine sichere Distanz auf offenem Wasser möglich. Autofahrer sollten mit deutlich reduzierter Sicht durch Starkregen rechnen und Geschwindigkeit entsprechend anpassen. Suchen Sie bei Gewitter stabile Gebäude oder Ihr Fahrzeug auf – kein Unterstand unter Bäumen.
Der heutige Abend birgt konkrete Unwetterrisiken, die über ein normales Sommergewitter hinausgehen. Starkregen mit Mengen über 15 mm in kurzer Zeit kann in tiefer liegenden Stadtteilen und Unterführungen zu lokaler Überflutung führen – der Boden ist nach dem bisherigen Regen bereits gesättigt und kann kaum noch Wasser aufnehmen. Das Hagelrisiko ist bei diesem Instabilitäts-Index vorhanden, auch wenn großkörniger Hagel weniger wahrscheinlich ist als kleinkörniger Graupel. Die Blitzaktivität wird bei kräftigen Zellen erhöht sein – halten Sie sich nach dem Letzten Donner mindestens 30 Minuten in Sicherheit, bevor Sie Gebäude verlassen. Wer Veranstaltungen im Freien plant: Verschieben oder absagen – die heutige Nacht ist kein Abend für Open-Air.
