Stand 17:09 Uhr: München befindet sich aktuell unter einer markanten Tiefdruckstörung, und die Lage bleibt für die kommenden Stunden ungemütlich bis gefährlich. Der Instabilitäts-Index liegt heute mit 10 von 10 auf dem höchsten möglichen Wert – das bedeutet maximales konvektives Potenzial. Gewitter sind für den heutigen Abend und die Nachtstunden wahrscheinlich, das Risiko ist als HOCH einzustufen. Bereits aktiver Starkregen kann sich in den nächsten 6 bis 12 Stunden mit eingelagerten Gewittern verbinden. Besonders der Zeitraum zwischen 19:00 und 24:00 Uhr birgt das größte Risiko für Blitzschlag, heftige Regenschauer und Sturmböen. Mit Windböen von bis zu 54 km/h ist auch ein lokal begrenztes Hagelpotenzial nicht ausgeschlossen, wenngleich die vergleichsweise niedrigen Temperaturen von nur 5 bis 14 °C schwere Hagelkörner eher unwahrscheinlich machen. Der gesamte Münchner Raum ist betroffen, erhöhte Aufmerksamkeit gilt dem Südosten der Stadt in Richtung Alpenvorland.
Die meteorologischen Ursachen sind eindeutig: Der Instabilitäts-Index von 10/10 signalisiert eine extrem labile Atmosphäre – vergleichbar mit einem hohen CAPE-Wert (Convective Available Potential Energy), also einer großen Menge an verfügbarer Energie, die Gewitterzellen antreiben kann. Die Luftfeuchte liegt bei 84 Prozent, weit über dem kritischen Schwellenwert von 70 Prozent, und die Differenz zwischen Temperatur und Taupunkt beträgt nur 2,6 Grad Celsius – das ist eine sogenannte enge Taupunkt-Spreizung und bedeutet, dass die Luft nahezu gesättigt ist. Wolken und Niederschlag bilden sich unter diesen Bedingungen bereits bei minimalem Auftrieb. Dazu kommt eine relevante Windscherung: Böen bis 54 km/h bei einem mittleren Wind von 28 km/h erzeugen eine Geschwindigkeitszunahme mit der Höhe, die rotierende Aufwindzellen – sogenannte Mesozyklonen – begünstigt. Das Druckfeld zeigt keine Erholung, dynamischer Auftrieb durch das Tief hält die Konvektion aktiv. Alle Parameter zeigen in die gleiche Richtung: Diese Nacht hat echten Unwetter-Charakter.
Der Blick auf die nächsten 24 Stunden bringt eine klare Entwarnung: Ab Montag, dem 26. Oktober, dreht die Wetterlage grundlegend. Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Niederschlagswahrscheinlichkeit sinkt auf 9 Prozent, und die Luftfeuchte geht auf 50 Prozent zurück. Die Taupunkt-Spreizung weitet sich auf 5,1 Grad – die Atmosphäre stabilisiert sich merklich. Auch Dienstag und Mittwoch folgen diesem ruhigen Muster mit trockenem Wetter, schwachem Wind und stabilen Verhältnissen. Das Gewitterkapitel ist nach dieser Nacht vorerst geschlossen. Die Erholung kommt also – aber erst morgen früh. Die Nacht zum Montag gilt es noch sicher zu überstehen.
Wer sich heute Abend noch draußen aufhält, sollte die Warnsignale kennen: Eine plötzliche Zunahme der Böen, ein spürbarer Temperaturabfall innerhalb weniger Minuten sowie eine schnell aufziehende Verdunkelung des Himmels sind klassische Vorboten eines herannahenden Gewitters. Suchen Sie bei diesen Zeichen sofort ein festes Gebäude auf – Bäume, Unterstände im Freien und offene Wasserflächen sind bei Blitzschlaggefahr tabu. Autofahrer sollten mit verminderter Sicht durch Starkregen und aquaplaning-gefährdeten Straßen rechnen; Geschwindigkeit anpassen und Abstand vergrößern. Wassersport und Outdoor-Aktivitäten im Freien sollten für heute Abend abgesagt oder auf morgen verschoben werden. Verfolgen Sie aktuelle DWD-Warnungen über die Warn-App NINA oder die DWD-WarnWetter-App – bei einem Index von 10/10 können sich Situationen schnell und unerwartet zuspitzen.
⚠️ GEWITTERRISIKO ERHÖHT – Spezifische Gefahren heute Nacht: Die Niederschlagsmenge von 14 mm bei einer Wahrscheinlichkeit von 77 Prozent und der nahezu gesättigten Atmosphäre macht Starkregen mit kurzzeitiger Überflutungsgefahr in tief liegenden Straßen und Unterführungen wahrscheinlich. Blitzschlag ist bei einem Index von 10/10 und aktiver Konvektion als reale Gefahr einzustufen, nicht als theoretische. Sturmböen bis 54 km/h können Äste brechen und Gegenstände auf Straßen schleudern – Vorsicht im Straßenverkehr und beim Betreten von Parkanlagen. Hagelkörner bleiben aufgrund der niedrigen Temperaturen voraussichtlich klein, sind aber vereinzelt nicht ausgeschlossen. Halten Sie sich in der Zeit von 19:00 bis 02:00 Uhr wenn möglich in geschlossenen Räumen auf.
