Das Wetter in München: Kein Gewitterrisiko – Nebel und Dauerkälte bestimmen das Wochenende

Stand 17:05 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in München und Umgebung keinerlei Gewittergefahr. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei lediglich 5 von 10 – und selbst dieser Wert ist irreführend, denn bei Temperaturen zwischen 3 und 4 Grad fehlt schlicht die thermische Energie, die Konvektion überhaupt erst in Gang setzt. Niederschlagswahrscheinlichkeit: 3 Prozent, Niederschlagsmenge: 0 mm. Die Nacht verläuft trocken, ruhig und mit Böen von maximal 21 km/h völlig unspektakulär. Wer auf Blitze oder Donner hofft: Die Chancen stehen derzeit so schlecht wie selten.

Der meteorologische Befund ist eindeutig: Gewitter brauchen Zutaten, die heute alle fehlen. Erstens fehlt die Instabilität in relevanter Form – ein Index von 5/10 klingt mittelprächtig, ist aber bei November-Temperaturen unter 5 Grad bedeutungslos, weil aufsteigende Luftmassen bei dieser Kälte schlicht keine Auftriebsenergie entwickeln. Das CAPE-Äquivalent (Convective Available Potential Energy – grob: die gespeicherte Energie für aufsteigende Luft) tendiert gegen null. Zweitens ist zwar die relative Luftfeuchte mit 92 Prozent sehr hoch, doch der Taupunkt-Gradient von nur 1,4 Grad zeigt, dass die Luft zwar gesättigt, aber eiskalt und stabil geschichtet ist – ein klassisches Nebel- und Hochnebelsetup, kein Gewittersetup. Drittens liegen die Böen mit 21 km/h weit unter jedem kritischen Schwellenwert. Windscherung, die für rotierende Gewitterzellen (Mesozyklonen) nötig wäre, ist nicht messbar vorhanden. Kurzum: Die Atmosphäre über München ist heute Abend stabil, kalt und gesättigt – ein Herbstklassiker ohne jede konvektive Schlagkraft.

Der Blick auf das Wochenende bestätigt die ruhige Lage. Am Samstag sinkt die Luftfeuchte auf 50 Prozent, der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, und obwohl die Niederschlagswahrscheinlichkeit auf 33 Prozent steigt, handelt es sich dabei um stratiforme, also flächige und schwache Niederschläge – typischer Nieselregen oder leichter Regen, kein konvektives Ereignis. Sonntag und Montag setzen diesen stabilen Trend fort: trockene Luft, nahezu windstille Bedingungen und ein Instabilitäts-Index, der mit 3/10 klar im grünen Bereich bleibt. Am Montag ist der Taupunkt-Gradient mit nur 0,4 Grad extrem gering – das deutet auf dichten Nebel hin, nicht auf Gewitter. Die gesamte Wochenendsituation ist geprägt von einem stabilen Hochdruckeinfluss, der dynamischen Auftrieb – also das nach oben gerichtete Druckgefälle, das Gewitter antreibt – konsequent unterdrückt.

Empfehlungen für heute Abend und das Wochenende: Gewitterschutz ist aktuell kein Thema. Wer jedoch draußen unterwegs ist, sollte die hohe Luftfeuchte von 92 Prozent ernst nehmen – Nebel und Sichtweiten unter 200 Meter sind in der Nacht und am frühen Morgen sehr wahrscheinlich. Autofahrer sollten Nebelscheinwerfer und deutlich reduzierte Geschwindigkeit einplanen, besonders auf der A8, A9 und im Voralpenland, wo Nebel in Senken und Flusstälern besonders dicht auftritt. Fußgänger und Radfahrer sollten auf gute Sichtbarkeit achten – reflektierende Kleidung ist bei Nebel und früher Dunkelheit im November unverzichtbar. Für Wassersportler gilt: Alpen-Seen können bei Nebel und 3 Grad extrem tückisch sein, nicht wegen Gewitter, sondern wegen Unterkühlung und fehlender Orientierung im Nebel.