Stand 17:05 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in München und Umgebung keinerlei Gewittergefahr. Der heutige Mittwoch bleibt trocken und ruhig – die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei gerade einmal 1 Prozent, der Wind weht mäßig aus südwestlicher Richtung mit Böen bis maximal 28 km/h. Weder Hagel noch Starkregen sind ein Thema. Auch für Donnerstag und Freitag gilt diese beruhigende Einschätzung uneingeschränkt.
Der Grund für die ausgesprochen ruhige Wetterlage ist schnell erklärt: Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 0 von 10 – absoluter Tiefstwert, kein konvektives Potenzial. Zum Vergleich: Ab einem Wert von 6 sprechen Meteorologen von erhöhter Gewittergefahr, ab 8 von Hochgefahr. Hinzu kommt eine vergleichsweise trockene Luftmasse mit einer relativen Feuchte von nur 38 Prozent und einem Temperatur-Taupunkt-Gradienten von 16,1 Grad Celsius. Dieser Gradient beschreibt, wie weit Lufttemperatur und Taupunkt auseinanderliegen – je größer der Abstand, desto trockener und stabiler die Luft. Erst unterhalb von 7 Grad Celsius wird es kritisch, weil dann genug Feuchte für aufsteigende Gewitterzellen vorhanden ist. Mit 16 Grad Abstand sind wir heute meilenweit davon entfernt. Auch Windscherung – also stark zunehmende Windgeschwindigkeit mit der Höhe, die rotierende Gewitterzellen antreibt – ist bei Böen unter 30 km/h kein relevanter Faktor.
Der stabile Charakter setzt sich nahtlos fort: Donnerstag und Freitag bringen ebenfalls einen Instabilitäts-Index von 0, Temperaturen bis 30 respektive 32 Grad und weiterhin nur 1 Prozent Niederschlagswahrscheinlichkeit. Die relative Feuchte steigt leicht auf 50 Prozent, bleibt aber weit unter der kritischen Schwelle von 70 Prozent. Am Samstag zeigt sich ein interessantes Detail: Minimum und Maximum liegen beide bei 21 Grad – ein Hinweis auf eine deutlich veränderte, wahrscheinlich bewölktere Luftmasse, die jedoch ebenfalls trocken bleibt. Der Taupunkt-Gradient fällt am Samstag auf 12,3 Grad, was auf etwas feuchtere Luft hindeutet, aber noch immer weit von gewitterrelevanten Werten entfernt ist. Gewitterrisiko: an allen vier Tagen gleich null.
Auch wenn aktuell keine Warnung nötig ist, lohnt sich der Blick auf die Warnsignale für zukünftige Gewittertage: Achten Sie bei sommerlicher Hitze stets auf plötzlich aufquellende, türmchenartige Wolken am Nachmittag, auf einen raschen Temperaturabfall von mehr als 3 bis 5 Grad innerhalb kurzer Zeit sowie auf sprunghaft zunehmende Böen aus wechselnden Richtungen. Diese Kombination zeigt an, dass eine Gewitterzelle im Anmarsch ist. Für Ausflüge ins Freie, auf den Starnberger oder Ammersee sowie in die Voralpen gilt grundsätzlich: Wetterapp im Blick behalten, bei aufziehendem Dunkel frühzeitig Schutz suchen und Gewässer verlassen. Für dieses Wochenende gilt all das jedoch nicht – die Lage bleibt entspannt.
