Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in München kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der heutige Sonntag bleibt trocken, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei lediglich 2 Prozent. Mit einem Instabilitäts-Index von 5 von 10 ist zwar ein gewisses konvektives Potenzial vorhanden – also eine grundsätzliche Bereitschaft der Atmosphäre, aufsteigende Luftmassen zu erzeugen – doch entscheidend ist hier die Kombination mit der Feuchteverteilung. Die Temperatur-Taupunkt-Differenz beträgt aktuell nur 6 Grad Celsius, was bedeutet, dass die Luft vergleichsweise feucht ist und Wolken tief ansetzen könnten. Trotzdem reicht das Zusammenspiel der Parameter heute Abend nicht für organisierte Gewitter aus. Der Wind weht mit 16 km/h, Böen erreichen maximal 32 km/h – zu schwach, um nennenswerte Windscherung aufzubauen, die rotierende Gewitterzellen begünstigen würde. Fazit: Gewittergefahr heute Nacht niedrig, trockener Abend in München.
Warum bleibt es trotz des mittelmäßigen Instabilitäts-Index ruhig? Der Index von 5 von 10 klingt zunächst nach Vorsicht – doch Gewitter entstehen nie durch einen einzelnen Faktor, sondern immer aus dem Zusammenspiel mehrerer. Die Windscherung, also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und Windrichtung mit der Höhe, ist mit Böen unter 40 km/h zu gering, um Mesozyklonen-Potenzial zu entwickeln. Gleichzeitig fehlt ein absinkendes Druckfeld oder ein dynamischer Auftriebsmechanismus, der feuchte Luft kräftig in die Höhe drücken würde. Die Luftfeuchte von 78 Prozent und die geringe Temperatur-Taupunkt-Differenz von 6 Grad signalisieren zwar eine feuchte Grundschicht – das klassische Warnsignal für Gewitterküche –, aber ohne ausreichend Energie (CAPE, also verfügbare Auftriebsenergie) und ohne Windscherung bleibt diese Feuchte ungenutzt. Die Atmosphäre hat heute Abend keinen Zünder.
Der Blick auf die Woche zeigt eine markante Trendwende hin zu stabilerem, aber deutlich heißerem Hochdruckwetter. Montag klettert das Thermometer auf 34 Grad, Dienstag sogar auf 35 Grad – Hochsommer pur. Gleichzeitig sinkt die Luftfeuchte auf 50 Prozent, und die Temperatur-Taupunkt-Differenz steigt auf 11 bis 13 Grad. Das ist das Gegenteil einer Gewitterküche: trockene, stabil geschichtete Luft unter Hochdruckeinfluss. Der Instabilitäts-Index fällt auf 2 von 10, die Niederschlagswahrscheinlichkeiten bleiben mit 4 und 14 Prozent sehr gering. Mittwoch zeigt sich etwas auffällig: Tageshöchst und -tiefstwert liegen beide bei 25 Grad, was auf eine stark bewölkte oder trübe Situation hindeuten könnte – kombiniert mit einer Taupunkt-Differenz von 8,4 Grad, die wieder etwas feuchter ist. Das Gewitterrisiko bleibt aber auch mittwochs mit einem Instabilitäts-Index von 0 von 10 und 10 Prozent Regenwahrscheinlichkeit vernachlässigbar. Die kommenden Tage sind meteorologisch gesehen eine stabile, heiße Hochdruckphase ohne nennenswerte Gewittergefahr.
Auch wenn das heutige Gewitterrisiko niedrig ist, lohnt es sich bei der aktuellen Feuchtelage, aufmerksam zu bleiben. Warnsignale für eine unerwartete lokale Entwicklung wären eine plötzliche Verdunkelung des Himmels im Westen oder Südwesten, ein rascher Temperaturabfall um mehr als 3 Grad innerhalb kurzer Zeit sowie ein deutlich spürbarer Anstieg der Böengeschwindigkeit. Für Outdoor-Aktivitäten und Abendveranstaltungen im Freien ist der heutige Sonntag unproblematisch. Ab Montag sorgen die extremen Temperaturen von bis zu 35 Grad für eine andere Art von Gefahr: Hitzestress. Wer Sport treibt oder lange im Freien ist, sollte ausreichend trinken, Mittagshitze meiden und schattige Pausen einplanen. Wassersportler auf dem Starnberger See oder der Isar haben in den kommenden Tagen keine Gewittergefahr, sollten aber auf die starke UV-Belastung achten.
