Das Wetter in München: Gewitterrisiko am Abend – was jetzt noch kommt (17-Uhr-Update)

Stand 17:07 Uhr: Für München und den Großraum gilt in den nächsten sechs bis zwölf Stunden ein moderates Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt aktuell bei 6 von 10 – das ist die obere Grenze des moderaten Bereichs und signalisiert, dass die Atmosphäre heute Abend noch nicht zur Ruhe kommt. Einzelne Gewitter sind bis etwa Mitternacht möglich, bevorzugt in den südlichen Stadtteilen und im Alpenvorland, wo der Feuchtenachschub aus dem Voralpenraum am stärksten ist. Windböen bis 37 km/h begleiten bereits jetzt den Regen – sollte sich ein Gewitter organisieren, sind kurzzeitige Böen nahe 50 km/h nicht auszuschließen. Hagelpotenzial besteht bei den aktuellen Temperaturen von noch rund 14°C in den unteren Schichten als kleiner Graupel, größerer Hagel ist bei dieser Konstellation eher unwahrscheinlich.

Die meteorologischen Voraussetzungen erklären das Risiko recht klar: Der Taupunkt-Gradient – also der Abstand zwischen Lufttemperatur und Taupunkt – liegt bei nur 4,6°C. Je kleiner dieser Wert, desto feuchter und instabiler die Luftmasse. Werte unter 5°C gelten als Problemzone, da die Luft wenig Energie benötigt, um aufzusteigen und Wolkentürme zu bilden. Die Luftfeuchte von 69 % unterstützt diesen Befund. Der Instabilitäts-Index von 6/10 entspricht in der Praxis einem mittleren CAPE-Wert (konvektiver verfügbarer potentieller Energie), also ausreichend gespeicherter Wärmeenergie in der Atmosphäre, damit aufsteigende Luftpakete kräftig beschleunigt werden. Die Windscherung – der Unterschied in Windrichtung und -stärke zwischen Boden und höheren Atmosphärenschichten – ist bei Böen von 37 km/h nicht dramatisch, aber ausreichend, um einzelnen Schauern eine organisierte Struktur zu geben. Ein echtes Mesozyklonen-Potenzial (also rotierende Gewitterzellen) besteht bei dieser Konstellation nicht, da die Böen die kritische Schwelle von 40 km/h in Kombination mit stärkerer Feuchte nicht überschreiten.

In der Nacht zu Freitag lässt die Aktivität voraussichtlich nach Mitternacht spürbar nach, da die Temperaturen auf rund 11°C sinken und der thermische Antrieb für Konvektion entfällt. Der Freitag selbst zeigt sich deutlich ruhiger: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3/10, die Luftfeuchte sinkt auf 50 %, und der Taupunkt-Gradient steigt auf 5,4°C – die Atmosphäre stabilisiert sich merklich. Niederschlag ist mit nur 0,2 mm und einer Wahrscheinlichkeit von 36 % allenfalls als leichter Nieselregen denkbar, Gewittergefahr besteht am Freitag nicht. Am Wochenende kehrt Regen zurück – Samstag mit rund 4,9 mm und Sonntag stabil trocken – doch die Instabilitätswerte bleiben bei 3/10, sodass auch dann kein Gewitterrisiko besteht.

Wer heute Abend noch Outdoor-Aktivitäten plant, sollte die Wetterentwicklung aufmerksam beobachten. Typische Warnsignale eines herannahenden Gewitters sind ein plötzlicher Temperaturrückgang um mehrere Grad innerhalb weniger Minuten, rasch zunehmende Böen sowie eine schnelle Verdunkelung des westlichen Himmels. Bei sichtbarer Blitzaktivität gilt die 30-30-Regel: Wenn zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden liegen, sofort Schutz in einem festen Gebäude suchen und mindestens 30 Minuten nach dem letzten Donner dort bleiben. Fahrzeugfahrer sollten auf der Autobahn und auf Landstraßen mit Aquaplaning-Gefahr bei Starkregen rechnen und den Abstand vergrößern. Wassersportler und Personen an Seen im Alpenvorland sollten das Wasser vor Dunkelwerden verlassen – auf offenem Wasser bietet es keinen Schutz vor Blitzschlag.