Stand 17:06 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in München und Umgebung kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitätsindex liegt heute bei lediglich 3 von 10 – das untere Ende des moderaten Bereichs – und reicht in Kombination mit den aktuellen Feuchte- und Windwerten nicht aus, um konvektive Systeme zu zünden. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt 26 %, was auf vereinzelte, flache Quellwolken hindeuten kann, jedoch ohne die thermodynamische Energie für elektrische Entladungen. Böen sind bis 28 km/h möglich, bleiben damit aber weit unterhalb kritischer Schwellenwerte. Der Samstagabend wird trocken, warm und ruhig verlaufen.
Der entscheidende Faktor für die stabile Lage ist das Zusammenspiel aus geringer atmosphärischer Instabilität und mäßiger Feuchte: Die relative Luftfeuchte liegt bei 65 %, und die Differenz zwischen Temperatur und Taupunkt beträgt 7,3 °C. Erst bei Werten unter 7 °C wird die Luft feucht genug, dass aufsteigende Luftpakete ihre Kondensationsniveaus schnell erreichen und kräftig aufsteigen können – heute bewegen wir uns knapp oberhalb dieser Schwelle. Die Windscherung, also die Änderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe, ist mit Böen bis 28 km/h ebenfalls zu schwach, um rotierende Aufwinde (Mesozyklonen) zu begünstigen. Kein nennenswerter dynamischer Auftrieb durch Druckfall, keine ausreichende Labilität in der Troposphäre – die Atmosphäre ist heute schlicht zu gut organisiert gegen Konvektion.
In der Nacht auf Sonntag kühlt es auf etwa 18 °C ab, die Bedingungen bleiben ruhig. Der Sonntag selbst präsentiert sich mit einem Instabilitätsindex von ebenfalls 3/10 und sinkender Luftfeuchte auf 50 % noch stabiler als heute – die Taupunktdifferenz fällt auf 6,2 °C, was theoretisch etwas mehr Feuchte in der unteren Atmosphäre bedeutet, aber durch die insgesamt trockenere Luftmasse und kaum dynamische Antriebe vollständig kompensiert wird. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit fällt auf 10 %. Zum Wochenbeginn am Montag steigen die Temperaturen auf bis zu 33 °C, die Atmosphäre trocknet jedoch weiter aus (Taupunktdifferenz 10,6 °C, Instabilitätsindex 2/10) – paradoxerweise reduziert die Hitze hier das Gewitterrisiko, weil die Luftmasse zu trocken für kräftige Konvektion ist. Der Dienstag zeigt bei einem Instabilitätsindex von 0/10 vollständige Stabilität.
Auch wenn für heute Abend und das gesamte Wochenende keine Gewitterwarnung ausgesprochen wird, empfiehlt sich bei Outdoor-Aktivitäten stets ein Blick auf aktuelle Radarbilder – besonders am späten Nachmittag, wenn die Sonneneinstrahlung ihr tägliches Maximum an Aufheizung erzeugt hat. Wer die Wärme am See oder beim Sport genießt, sollte auf plötzliche Verdunkelung des Himmels im Westen, spürbare Böenzunahme oder einen raschen Temperatursturz um mehr als 5 °C innerhalb kurzer Zeit achten – diese Signale können auf nahende Schauer hinweisen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit aktuell gering ist. Für Wassersportler gilt generell: Bei aufkommenden Cumulonimbus-Wolken (markante Amboss-Form) sofort ans Ufer.
