Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem niedrigen bis allenfalls schwach moderaten Potenzial für konvektive Aktivität. Entscheidend ist dabei die Niederschlagswahrscheinlichkeit von gerade einmal 3 Prozent bei gemessenen 0 Millimetern erwartetem Regen. Die Windböen erreichen heute Abend maximal 29 km/h – deutlich unterhalb der kritischen Schwelle von 40 km/h, ab der in Kombination mit hoher Feuchte ein Risiko für organisierte Gewitterzellen entstehen kann. Das Wetter zeigt sich trocken und vergleichsweise ruhig. Gewitter sind in der heutigen Nacht nicht zu erwarten.
Meteorologisch ist die Lage trotz eines auf den ersten Blick auffälligen Index-Werts von 5 gutartig. Zwar liegt die relative Luftfeuchte mit 75 Prozent in einem Bereich, der grundsätzlich als feucht gilt – doch der entscheidende Parameter ist hier die Temperaturdifferenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt, der sogenannte Taupunkt-Gradient. Mit 5,1 Grad Celsius liegt dieser Wert im unkritischen Bereich: Erst bei Gradienten unter 3 Grad Celsius ist die Atmosphäre so feucht und instabil, dass Konvektion – also das explosive Aufsteigen feucht-warmer Luftmassen – leicht ausgelöst werden kann. Hinzu kommt eine fehlende dynamische Unterstützung: Ohne signifikanten Druckabfall und ohne ausreichende Windscherung – also einer Richtungs- und Geschwindigkeitsänderung des Windes mit der Höhe – fehlt dem System der Antrieb, Gewitter zu entwickeln und zu organisieren. Die Höchsttemperatur von 21 Grad Celsius reicht allein nicht aus, um bei diesen Bedingungen konvektive Strukturen auszulösen.
In der Nacht zum Sonntag und über den gesamten Sonntag hinaus verlagert sich das Wettergeschehen in Richtung frontalen Regens. Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, der Taupunkt-Gradient sinkt auf 2,1 Grad Celsius – damit nähert sich die Atmosphäre zwar einem feuchten Zustand an, doch die gleichzeitig sinkenden Temperaturen auf maximal 18 Grad Celsius und die niedrige konvektive Energie verhindern Gewitterbildung. Mit 6,5 Millimetern Niederschlag und einer Wahrscheinlichkeit von 58 Prozent ist am Sonntag länger anhaltender, ruhiger Landregen wahrscheinlich – kein Gewitterregen. Zum Montag hin beruhigt sich die Lage bei trockenem Wetter und Temperaturen bis 21 Grad Celsius. Der Instabilitäts-Index verbleibt bei moderaten 3 von 10, ohne dass Gewittergefahr droht. Dienstag bringt nahezu windstille, trockene Verhältnisse.
Auch wenn die heutige Gewittergefahr gering ist, lohnt sich ein Blick auf grundsätzliche Warnsignale für die kommenden Tage: Sollte sich die Atmosphäre schneller als erwartet abkühlen – erkennbar an einem plötzlichen Temperaturabfall um mehrere Grad innerhalb von Minuten – kann dies auf aufziehende Kaltluft und potenzielle Böenfronten hinweisen. Wer am Sonntagvormittag Outdoor-Aktivitäten plant, sollte bei der anhaltend hohen Regenwahrscheinlichkeit von 58 Prozent wasserfeste Kleidung einplanen und exponierte Lagen wie Berggipfel oder offene Gewässer meiden. Wassersportler sollten den Sonntag wetterbedingt grundsätzlich kritisch einschätzen – nicht wegen Gewitter, sondern wegen anhaltend nassen und windigen Bedingungen mit Böen bis 30 km/h.
