Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der heutige Dienstag zeigt sich mit Höchstwerten um 26 °C zwar noch spätsommerlich warm, doch die atmosphärischen Bedingungen für konvektive Entladungen – also Gewitter – sind nicht gegeben. Der Instabilitäts-Index liegt bei 5 von 10 und bewegt sich damit im moderaten Bereich, reicht aber nicht aus, um bei den aktuellen Windverhältnissen (Böen bis 30 km/h) und der vorliegenden Feuchteverteilung eine Gewitterentwicklung auszulösen. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei lediglich 1 Prozent, der Himmel bleibt trocken. Kurzum: Der Abend verläuft ruhig.
Der Grund für die ausbleibenden Gewitter liegt im Zusammenspiel mehrerer dämpfender Faktoren. Zwar ist die relative Luftfeuchte mit 72 Prozent durchaus relevant – Werte über 70 Prozent gelten meteorologisch als erste Problemzone – doch der Temperaturgradient zwischen Lufttemperatur und Taupunkt beträgt noch 7,2 °C. Das bedeutet: Die Luft ist nicht feucht genug gesättigt, um aufsteigende Luftmassen bis zur Kondensationsstufe zu treiben und damit Gewitterwolken (Cumulonimbus) zu erzeugen. Hinzu kommt, dass die Windscherung – also die Veränderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe – bei Böen um 30 km/h zu schwach ausgeprägt ist, um rotierende Aufwindschläuche (sogenannte Mesozyklonen) zu begünstigen. Ein dynamischer Auftrieb durch sinkendes Luftdruckfeld ist ebenfalls nicht erkennbar. Die Atmosphäre ist heute Abend stabil gedeckelt.
Der morgige Mittwoch, 30. September, bringt eine spürbare Beruhigung: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent, und auch der Taupunkt-Gradient von 6,5 °C signalisiert eine trockenere Luftmasse. Gewitter sind morgen nicht zu erwarten, der Wind lässt mit Böen bis maximal 19 km/h deutlich nach. Am Donnerstag, 1. Oktober, ändert sich der Charakter des Wetters grundlegend: Bei einem Temperaturrückgang auf maximal 19 °C und einem engen Taupunkt-Gradienten von nur noch 2,8 °C steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit auf 72 Prozent – das deutet auf einen frontalen Regen hin, nicht auf konvektive Gewitter. Der Instabilitäts-Index verbleibt bei 3 von 10, Gewitter bleiben damit unwahrscheinlich. Freitag schließlich bringt bei konstant 15 °C leichten Regen mit geringer Intensität – ruhiges Herbstwetter.
Auch wenn heute Abend keine Gewittergefahr besteht, lohnt es sich, die Wetterentwicklung der kommenden Tage im Auge zu behalten – insbesondere für Donnerstag, wenn die Regenwahrscheinlichkeit deutlich anzieht. Generell gilt für die Übergangsjahreszeit: Warnsignale für aufziehende Unwetter sind plötzliche Temperaturabfälle um mehrere Grad innerhalb kurzer Zeit, rapide zunehmende Böen und das Aufquellen dunkler Cumuluswolken am Himmel. Wer für Donnerstag längere Outdoor-Aktivitäten oder Wassersport plant, sollte angesichts der hohen Regenwahrscheinlichkeit eine wettergeschützte Alternative einplanen. Für heute Abend und die Nacht gilt: uneingeschränkt grünes Licht.
