Das Wetter in Deutschland: Kein Gewitterrisiko – Herbstkälte und Frost in der Nacht

Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das klingt zunächst nach mittlerem Potenzial, doch der entscheidende Faktor fehlt: Mit Temperaturen zwischen -1°C und 9°C ist die thermische Energie schlicht zu gering, um konvektive Prozesse in Gang zu setzen, die Gewitter erzeugen könnten. Der Himmel bleibt trocken, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei nur 14 Prozent. Wind aus wechselnden Richtungen mit Böen bis 31 km/h bleibt weit unterhalb der kritischen Schwelle von 40 km/h, ab der in Kombination mit hoher Feuchte Mesozyklonen – rotierende Aufwindsysteme als Vorläufer schwerer Gewitter – entstehen könnten. Fazit: eine ruhige, aber bitterkalte Herbstnacht.

Warum ist das Gewitterrisiko trotz des erhöhten Instabilitäts-Index und der hohen Luftfeuchte von 86 Prozent gleich null? Ganz einfach: Gewitter brauchen Wärme als Treibstoff. Die sogenannte konvektive verfügbare potenzielle Energie (CAPE-Äquivalent) ist bei einstelligen Temperaturen und einem Temperaturniveau von -1°C in Bodennähe faktisch nicht vorhanden – die Atmosphäre ist zu kalt, um Luftpakete kräftig genug nach oben zu beschleunigen. Der Taupunkt-Gradient von 2,6°C zeigt zwar feuchte, gesättigte Luft an (Werte unter 7°C gelten als feucht), doch diese Feuchte kondensiert bestenfalls als Nebel oder Reif, nicht als Gewitterzelle. Die Windscherung – also die Veränderung von Windstärke und -richtung mit der Höhe – ist bei 21 km/h Bodenwind ebenfalls zu schwach, um organisierte Konvektion zu stützen. Die Atmosphäre ist stabil geschichtet, dynamischer Auftrieb durch sinkende Druckfelder fehlt.

In der Nacht auf Mittwoch sinken die Temperaturen in weiten Teilen Deutschlands in den Frostbereich, gebietsweise ist Glatteis durch gefrierende Nässe möglich. Am Mittwoch, 21. Oktober, dreht das Wetter deutlich um: Ein Regengebiet zieht über Deutschland hinweg, 11,3 mm Niederschlag bei einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent sind zu erwarten. Der Instabilitäts-Index fällt dabei auf 3 von 10 – Gewittergefahr besteht nicht. Der auffällig niedrige Taupunkt-Gradient von nur 0,7°C bei gleichzeitig nur 50 Prozent relativer Feuchte deutet auf eine frontale Niederschlagssituation hin, nicht auf konvektive Prozesse. Donnerstag und Freitag bleiben mit Indizes von jeweils 3 von 10 und trockenen bis leicht wechselhaften Bedingungen ebenfalls gewitterfrei. Der Herbst zeigt sich in dieser Woche von seiner ruhigen, grauen Seite.

Auch wenn heute Abend keine Gewittergefahr droht, sollten Sie die Wetterbedingungen nicht unterschätzen: Frost und mögliches Glatteis in der Nacht sind die eigentliche Gefahr. Autofahrer sollten Scheiben gründlich enteisen und auf spiegelglatten Straßen – besonders auf Brücken und in Senken – die Geschwindigkeit deutlich reduzieren. Fußgänger sollten festes Schuhwerk mit griffiger Sohle tragen. Wer morgen bei Regen unterwegs ist: Die Böen bleiben mit 19 km/h moderat, dennoch ist bei Nässe auf dem Fahrrad oder Motorrad erhöhte Vorsicht geboten. Aktuelle Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes finden Sie jederzeit unter wetterwarnung.dwd.de.