Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der heutige Sonntag bleibt trocken, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei lediglich 6 Prozent. Der Instabilitäts-Index von 5 von 10 deutet zwar auf ein gewisses konvektives Potenzial hin – also die grundsätzliche Fähigkeit der Atmosphäre, aufsteigende Luftmassen zu erzeugen –, doch die übrigen Parameter spielen nicht zusammen, um daraus real gefährliche Gewitter entstehen zu lassen. Wind aus rund 17 km/h mit Böen bis 32 km/h bleibt klar unterhalb kritischer Schwellenwerte. Fazit: Die Gewitterstufe ist NIEDRIG.
Meteorologisch entscheidend ist vor allem die Kombination aus Feuchte, Taupunkt und Windscherung. Die relative Luftfeuchte liegt heute bei 78 Prozent – das ist zwar erhöht –, jedoch beträgt die Differenz zwischen Temperatur und Taupunkt 5,1 Grad Celsius. Dieser sogenannte Spread gibt an, wie weit die Luft noch von Sättigung entfernt ist: Erst unter etwa 4 Grad Celsius wird es wirklich kritisch. Zudem fehlt eine ausgeprägte Windscherung – also eine starke Änderung von Windgeschwindigkeit oder Windrichtung mit der Höhe –, die rotierende Gewitterzellen (Mesozyklonen) begünstigen würde. Die Böen bleiben klar unter 40 km/h, Hagelpotenzial besteht heute Abend keines. Die Atmosphäre ist mäßig instabil, aber ohne den entscheidenden Feuchte-Trigger, der Schauer oder Gewitter zünden könnte.
In der Nacht auf Montag beruhigt sich die Lage weiter. Für Montag, den 24. August, sinkt die Luftfeuchte auf 50 Prozent, der Taupunkt-Spread steigt auf 6,4 Grad Celsius an, und der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10. Das bedeutet: Die Atmosphäre stabilisiert sich spürbar. Auch am Dienstag setzt sich diese Entwicklung fort – ähnliche Werte, trockene Luft, kein Gewitterrisiko. Mittwoch bringt einen auffällig geringen Temperaturunterschied zwischen Minimum und Maximum (beide nahe 17 Grad Celsius), was auf eine geschlossene Bewölkungsdecke hindeutet, die Sonneneinstrahlung und damit konvektiven Antrieb effektiv unterdrückt. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit bleibt die gesamte Woche unter 10 Prozent, Gewitter sind bis Wochenmitte nicht zu erwarten.
Auch wenn die Gewittergefahr heute gering ist, lohnt ein Blick auf die Warnsignale für künftige Situationen: Plötzliche Böenzunahme, rascher Temperaturabfall um 3 bis 5 Grad innerhalb weniger Minuten sowie das schnelle Aufziehen dunkelgrauer Quellwolken im Westen oder Südwesten sind typische Vorboten gefährlicher Konvektion. Für die kommenden Abende besteht jedoch kein Handlungsbedarf: Outdoor-Aktivitäten, Wassersport und Fahrten sind ohne wetterbedingte Einschränkungen möglich. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die DWD-WarnWetter-App im Blick behalten – sie liefert regionale Unwetterwarnungen in Echtzeit.
