Stand 17:00 Uhr, Sonntag 28. Juni: Die Gewittergefahr für die kommenden 6 bis 12 Stunden bleibt trotz sommerlicher Hitze auf einem niedrigen Niveau. Mit einem Instabilitäts-Index von 4 von 10 besteht zwar ein gewisses konvektives Potenzial, jedoch reicht dieses deutschlandweit nicht für organisierte Gewitterentwicklung aus. Einzelne lokale Schauer in exponierten Lagen – etwa in Mittelgebirgen oder an der Alpennordseite – sind nach Einbruch der Dämmerung gegen 21:00 Uhr nicht vollständig auszuschließen, bleiben aber Ausnahmeerscheinungen. Böen von bis zu 42 km/h sind möglich, klassische Gewitterböen mit Hagelpotenzial bilden sich bei dieser Konstellation jedoch nicht. Das Gewitterrisiko wird heute Abend als NIEDRIG eingestuft.
Die meteorologische Begründung für diese Einschätzung: Die Temperaturen erreichen heute bis zu 35 Grad, was an sich thermischen Auftrieb begünstigt. Entscheidend ist aber der Taupunkt-Gradient von 9,4 Grad Celsius – das ist die Differenz zwischen Lufttemperatur und Taupunkt und ein direktes Maß für die verfügbare Feuchtigkeit in der Luft. Liegt dieser Wert unter 7 Grad, ist die Atmosphäre feucht genug für kräftige Konvektion; bei 9,4 Grad ist die Luft schlicht zu trocken, um Gewitterzellen ausreichend zu speisen. Die relative Luftfeuchte von 65 Prozent klingt hoch, ist für aktive Gewitterentstehung aber zu gering. Hinzu kommt: Böen um 42 km/h erzeugen zwar mechanische Turbulenz, ohne ausreichend feuchte und instabile Luftmassen fehlt jedoch das Zutun für sogenannte Mesozyklonen – rotierende Aufwindsysteme, die schwere Gewitter antreiben. Der Instabilitäts-Index von 4 zeigt labiles Potenzial, das jedoch unterhalb der kritischen Schwelle für strukturierte Gewitterentwicklung bleibt.
In der Nacht auf Montag dreht die Lage grundlegend: Ein Tiefdrucksystem bringt feuchte Luft heran, die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt auf 57 Prozent, und es werden 7,2 Millimeter Regen erwartet. Der Taupunkt-Gradient fällt dabei auf 3,4 Grad Celsius – ein Wert, der auf sehr feuchte Luft hindeutet. Gleichzeitig sinkt jedoch auch der Instabilitäts-Index auf 3 von 10 und die Temperaturen gehen auf maximal 24 Grad zurück. Das bedeutet: Der Montag wird nass, aber gewitterfrei – stratiformer Dauerregen dominiert, nicht konvektive Schauer. Der Wind beruhigt sich auf 13 km/h mit Böen bis 24 km/h. Dienstag und Mittwoch bleiben wechselhaft bei mäßigen Temperaturen zwischen 16 und 27 Grad, die Instabilität bleibt auf niedrigem Niveau. Eine erneute Gewitterphase ist in den kommenden 72 Stunden nicht absehbar.
Empfehlungen für den heutigen Abend: Wer draußen unterwegs ist – ob beim Grillen, Radfahren oder Wassersport – sollte die Böen von bis zu 42 km/h im Blick behalten. Achten Sie auf plötzliche Verdunklungen am Himmel, einen raschen Temperaturabfall innerhalb weniger Minuten sowie ein spürbares Anziehen des Windes – das sind die klassischen Vorwarnsignale, auch bei niedrigem Gewitterrisiko. Auf Badeseen gilt: Bei auffrischenden Böen sofort das Wasser verlassen, denn Windböen über 40 km/h können selbst stabile Wasserflächen schnell gefährlich machen. Autofahrer sollten besonders auf der Autobahn mit Seitenwindattacken rechnen. Für Montag empfiehlt sich festes Schuhwerk und Regenjacke – der einsetzende Regen wird anhaltend sein.
