Gewitter-Lage um 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags – besteht kein nennenswertes Gewitterrisiko in Deutschland. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 und bewegt sich damit im moderaten Bereich, reicht aber für organisierte Konvektion nicht aus. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit verbleibt bei schwachen 17 Prozent, und der Himmel bleibt weitgehend trocken. Böen bis 37 km/h sind möglich, jedoch ohne konvektive Verstärkung – also kein sturmartiger Wind durch aufsteigende Gewitterzellen. Heute Abend können Sie Outdoor-Aktivitäten ohne Gewittersorgen planen.
Meteorologische Begründung: Warum bleibt es heute trotz spürbarer Feuchte ruhig? Die relative Luftfeuchte von 72 Prozent klingt zunächst besorgniserregend, doch der entscheidende Faktor ist der Temperaturgradient zwischen Luft und Taupunkt: Mit 6,2 Grad Celsius liegt dieser noch oberhalb der kritischen Schwelle von 7 Grad – die Atmosphäre ist zwar feucht, aber nicht feucht genug, um Konvektionszellen spontan zünden zu lassen. Der Instabilitäts-Index von 5 zeigt zwar labiles Potenzial an (vergleichbar mit einem schwachen bis mittleren CAPE-Wert, also der verfügbaren konvektiven Energie in der Luftsäule), aber ohne ausreichenden dynamischen Auftrieb durch ein fallendes Druckfeld bleibt die Energie ungenutzt. Die Windscherung – also die Änderung von Windgeschwindigkeit und -richtung mit der Höhe – ist bei Böen von 37 km/h zwar vorhanden, jedoch nicht stark genug, um rotierende Gewitterzellen, sogenannte Mesozyklonen, zu organisieren.
Nacht und nächste 24 Stunden – Sonntag im Fokus: Die Nacht auf Sonntag verläuft ruhig, die Temperaturen sinken auf rund 13 Grad. Doch Sonntag selbst verdient besondere Aufmerksamkeit: Der Instabilitäts-Index springt auf 8 von 10 – das ist eine deutliche Warnstufe. Gleichzeitig sinkt die Taupunkt-Differenz auf 6,1 Grad und nähert sich der kritischen 6-Grad-Marke, ab der die Atmosphäre als hochgradig konvektiv gilt. Die Böen nehmen auf 43 km/h zu und überschreiten damit den Schwellenwert von 40 km/h, bei dem in Kombination mit erhöhter Feuchte Mesozyklonen-Potenzial entsteht. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt auf 26 Prozent mit 1,8 mm erwartetem Niederschlag – diese Zahlen wirken moderat, täuschen aber: Bei einem Instabilitäts-Index von 8 können einzelne Schauer rasch in kurzlebige, aber intensive Gewitter übergehen. Ab dem Sonntagvormittag bis in den Nachmittag hinein ist das Risiko am höchsten. Montag schwächt die Lage sich wieder ab (Index 3), Dienstag bringt bei Taupunkt-Differenzen von nur 2,5 Grad eine stabile, hochdruckgeprägte Ruhelage.
Empfehlungen und Warnsignale: Für heute Abend gilt Entwarnung – genießen Sie das trockene Wetter. Für Sonntag gilt jedoch: Beobachten Sie die Wetterlage aktiv. Typische Warnsignale für aufziehendes Gewitter sind ein rascher Temperaturabfall um mehrere Grad innerhalb von Minuten, plötzlich zunehmende Böen sowie rasch aufquellende, dunkle Cumulonimbus-Wolken (Gewittertürme) am Himmel. Wer Sonntag Outdoor-Aktivitäten plant – ob Fahrradtour, Wanderung oder Wassersport – sollte die DWD-Warnapp im Blick behalten und spätestens bei aufziehendem Gewitter umgehend ein festes Gebäude aufsuchen. Offene Flächen, Bäume und stehende Gewässer sind bei Blitzgefahr tabu. Autofahrern empfehlen wir bei starken Böen und Regen die Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren und Abstand zu erhöhen.
