Stand 17:00 Uhr: Trotz der extremen Tageshöchstwerte von bis zu 37°C besteht für die kommenden 6 bis 12 Stunden kein nennenswertes Gewitterrisiko in Deutschland. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei lediglich 2 von 10 – das entspricht einer klar stabilen Atmosphäre ohne konvektive Gefahr. Weder am Abend noch in der Nacht sind Gewitter, Starkregen oder Hagel zu erwarten. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit beträgt 19 Prozent und beschreibt allenfalls einzelne, schwache Wärmegewitter im südlichen Bergland – dort wo die Orographie, also das Gebirge selbst, den letzten Funken Auftrieb liefern könnte. Diese Entwicklung bleibt jedoch lokal und isoliert. Wind aus Südwest weht mit 20 km/h, Böen erreichen maximal 35 km/h – zu wenig, um in Kombination mit der Feuchte eine ernst zu nehmende Windscherung aufzubauen.
Der Grund für die trotz extremer Hitze ausbleibende Gewitteraktivität liegt in der Trockenheit der Luftmasse: Die Temperatur-Taupunkt-Differenz beträgt heute 13,1°C – ein hoher Wert, der zeigt, dass die bodennahe Luft zwar heiß, aber vergleichsweise trocken ist. Vereinfacht gesagt: Damit Gewitter entstehen, muss aufsteigende Luft genug Feuchte enthalten, um sich abzukühlen, zu kondensieren und Energie freizusetzen. Liegt der Abstand zwischen Temperatur und Taupunkt über etwa 10°C, fehlt dieser Feuchtetrigger. Zudem bestätigt die Luftfeuchte von 54 Prozent, dass keine kritisch feuchte Grenzschicht vorhanden ist – ab 70 Prozent würde das Gewitterrisiko deutlich ansteigen. Die Windscherung, also die Veränderung von Windstärke und -richtung mit der Höhe, reicht bei Böen unter 40 km/h nicht aus, um rotierende Aufwindstrukturen zu erzeugen. Die Atmosphäre ist schlicht zu trocken, um ihre gespeicherte Wärmeenergie konvektiv zu entladen.
In der Nacht zum Freitag kühlt es auf rund 15°C ab, das Gewitterrisiko bleibt gleich null. Am Freitag, dem 31. Juli, sinkt die Temperatur auf maximal 30°C – ein deutlicher Rückgang gegenüber heute. Der Instabilitäts-Index steigt leicht auf 3 von 10, was weiterhin im niedrigen Bereich liegt. Interessant ist die Temperatur-Taupunkt-Differenz von 7,7°C: Sie nähert sich der kritischen Schwelle von unter 7°C an, unterhalb derer die Luft feucht genug wäre, um Konvektion zu begünstigen. Trotzdem reicht dieses Signal allein nicht für Gewitter aus – der Index bleibt zu niedrig, und die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei nur 17 Prozent. Am Samstag, dem 1. August, zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Differenz fällt auf 5,6°C, was auf zunehmende Grundfeuchte hindeutet, der Instabilitäts-Index verharrt aber bei 3 von 10 – kein ausreichendes Potenzial für organisierte Gewitterentwicklung. Der Sonntag bringt bei einem eng beieinanderliegenden Temperaturbereich von 16°C Tief und Hoch sowie nahezu Windstille und einer Taupunkt-Differenz von nur 3,6°C wolkige bis bedeckte Bedingungen – die Bedingungen für Konvektion fehlen bei diesem flachen Temperaturprofil vollständig.
Auch wenn heute kein Gewitterrisiko besteht, lohnt sich ein kurzer Hinweis für alle, die sich draußen aufhalten: Bei 37°C Höchsttemperatur ist Hitzeschutz die vorrangige Warnung des Tages. Trinken Sie ausreichend Wasser, meiden Sie körperliche Anstrengung in den Mittagsstunden und suchen Sie schattige oder klimatisierte Räume auf. Sollten Sie in den südlichen Mittelgebirgen oder den Alpenvorländern unterwegs sein, beobachten Sie den Himmel in Richtung Westen: Ein plötzliches Aufquellen dunkelgrauer Cumulonimbus-Wolken, ein rascher Temperaturabfall um mehrere Grad innerhalb von Minuten oder auffrischende böige Winde aus wechselnden Richtungen sind die klassischen Vorwarnsignale eines herannahenden Wärmegewitters. In diesem Fall gilt: Gewässer, Berggipfel und freie Flächen sofort verlassen, stabile Gebäude oder Fahrzeuge aufsuchen und Abstand von Einzelbäumen halten.
