Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Deutschland ein moderates Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt aktuell bei 5 von 10 – das entspricht einem mittleren konvektiven Potenzial, das einzelne Gewitter, vor allem nach 20:00 Uhr, nicht ausschließt. Besonders anfällig sind Regionen, in denen die Temperatur-Taupunkt-Differenz mit 9,2°C noch etwas trocken ist, aber durch lokale Feuchtefelder unterschritten werden kann. Wind mit durchschnittlich 27 km/h und Böen bis 46 km/h ist das eigentliche Warnsignal dieses Abends: Trifft solch eine Windscherung auf aufsteigende Luftmassen, können sich einzelne kräftige Schauer oder kurze Gewitterzellen entwickeln. Hagelpotenzial ist bei der aktuellen Instabilität gering, aber nicht ausgeschlossen. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 50 Prozent – ein klares Indiz, dass Regen oder Schauer in der zweiten Nachthälfte wahrscheinlich sind.
Warum genau dieses Risiko? Der Instabilitäts-Index von 5/10 zeigt, dass die Atmosphäre instabil genug ist, um aufsteigende Luftpakete nicht sofort zu bremsen – Meteorologen sprechen hier von einem schwach positiven Auftriebspotenzial, vergleichbar mit einem niedrigen CAPE-Wert (Convective Available Potential Energy). Die Luftfeuchte von 60 Prozent liegt zwar unter der kritischen Schwelle von 70 Prozent, jedoch ist die Temperatur-Taupunkt-Differenz von 9,2°C bereits ein Grenzwert: Fällt sie im Tagesverlauf durch aufziehende Feuchtigkeit unter 7°C, steigt die Gewitterwahrscheinlichkeit spürbar. Die Böen bis 46 km/h in Kombination mit der vorhandenen Feuchte erhöhen zudem die Windscherung – also den Unterschied zwischen Windgeschwindigkeit am Boden und in der Höhe –, was rotierenden Aufwinden (Mesozyklonen-Vorstufen) begünstigt. Ein sinkendes oder stark wechselhaftes Druckfeld verstärkt den dynamischen Auftrieb zusätzlich. Kurz: Die Zutaten für Gewitter sind heute Abend vorhanden, aber nicht in kritischer Konzentration.
In der Nacht und am Montag, den 27. Juli, dreht die Lage: Die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt auf 58 Prozent, erwartet werden 3,5 mm Regen bei einer Temperatur-Taupunkt-Differenz von nur noch 6,3°C – das liegt klar unter dem Schwellenwert von 7°C und bedeutet feuchte, gesättigtere Luftmassen. Der Instabilitäts-Index steigt leicht auf 6/10. Das klingt zunächst beunruhigend, ist aber im Kontext zu lesen: Montag bringt vor allem anhaltenden Regen statt klassische Gewitterkonvektion, da Böen mit 39 km/h etwas nachlassen und die Temperaturen mit maximal 22°C deutlich kühler ausfallen – kühlere Luft begrenzt die vertikale Entwicklung von Gewitterwolken. Ab Dienstag beruhigt sich die Lage deutlich: Der Index fällt auf 3/10, kein Niederschlag ist prognostiziert, und die Windgeschwindigkeiten nehmen erheblich ab. Mittwoch präsentiert sich mit einem Instabilitäts-Index von 3/10, kaum Wind und einer sehr niedrigen Temperatur-Taupunkt-Differenz von nur 2,9°C als stabiler, trockener Tag.
Empfehlungen für heute Abend: Achten Sie auf folgende Warnsignale – eine plötzliche, spürbare Abkühlung um mehrere Grad innerhalb von Minuten, eine rasche Zunahme der Böen sowie eine schnell aufziehende dunkle Wolkenwand im Westen oder Südwesten sind klassische Vorboten eines nahenden Gewitters. Wer sich im Freien aufhält – beim Grillen, im Freibad oder beim Wassersport –, sollte spätestens ab 20:00 Uhr die Wetterlage im Blick behalten und bei den ersten Anzeichen Schutz in einem festen Gebäude suchen. Auf offenen Gewässern gilt: Lieber einmal zu früh ans Ufer als zu spät. Autofahrer sollten bei aufkommendem Starkregen Geschwindigkeit reduzieren und auf ausreichend Abstand achten, da Aquaplaning auf nassen Fahrbahnen besonders bei Böen gefährlich wird. Offizielle Warnungen des DWD über die WarnWetter-App sind heute Abend Pflichtlektüre.
