Nach einer Serie von Autoaufbrüchen in Göttinger Parkhäusern hat die Polizei am Donnerstagmorgen einen 45 Jahre alten Tatverdächtigen in Bovenden festgenommen. Der Mann steht im Verdacht, für eine hohe zweistellige Anzahl von Diebstählen aus Kraftfahrzeugen verantwortlich zu sein.
In den vergangenen Monaten war im Göttinger Stadtgebiet ein deutlicher Anstieg entsprechender Taten festgestellt worden. Nach bisherigen Ermittlungen gingen die Aufbrüche überwiegend nach demselben Muster vor: An in Parkhäusern abgestellten Fahrzeugen wurden Seitenscheiben eingeschlagen. Anschließend entwendete der Täter insbesondere offen sichtbar im Fahrzeuginneren abgelegte Rucksäcke, Taschen und andere Wertgegenstände.
Zu den Taten zählt ein Aufbruch am 7. April 2026 in einem Parkhaus an der Groner-Tor-Straße. Dort wurde die Seitenscheibe eines VW Golf eingeschlagen und ein Rucksack aus dem Fahrzeuginneren gestohlen. Teile des Diebesguts konnten später im Stadtgebiet Göttingen aufgefunden werden.
Auch ein Fall vom 22. Mai 2026 in einem Parkhaus an der Hospitalstraße fügt sich in die Serie ein. Dort wurde die Beifahrerscheibe eines geparkten Autos eingeschlagen und eine auf dem Beifahrersitz liegende Laptoptasche entwendet. Ein Zeuge hatte kurz zuvor ein Klirren gehört und anschließend im Treppenhaus des Parkhauses einen Mann mit Taschen gesehen. Die Auswertung vorhandener Videoaufzeichnungen lieferte in diesem Fall wichtige Ermittlungsansätze.
Bei den weiteren Ermittlungen, die in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Göttingen geführt wurden, erhärtete sich der Tatverdacht gegen den 45-Jährigen. Neben der Auswertung einzelner Taten und vorhandener Videoaufzeichnungen führten auch weitere kriminalpolizeiliche Maßnahmen zur Identifizierung des Mannes.
Am Donnerstagmorgen vollstreckten Zivilfahnder der Polizei Göttingen schließlich einen durch das Amtsgericht Göttingen erlassenen Haftbefehl sowie einen Durchsuchungsbeschluss gegen den Beschuldigten. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Bovenden fanden die Ermittler zahlreiche Taschen und Rucksäcke auf, bei denen es sich mutmaßlich um Diebesgut handelt. Einige der Gegenstände konnten bereits konkreten vorausgegangenen Diebstählen zugeordnet werden. Außerdem stellten die Polizisten mutmaßliche Tatbekleidung, ein Smartphone sowie ein mutmaßliches Tatwerkzeug sicher, das nach bisherigen Erkenntnissen zum Einschlagen der Fahrzeugscheiben genutzt worden sein dürfte.
Der 45 Jahre alte Beschuldigte zeigte sich bei den Maßnahmen kooperativ und räumte einen Teil der ihm vorgeworfenen Taten ein. Nach seinen Angaben habe er entwendete Gegenstände größtenteils weiterverkauft, um an Bargeld zu gelangen.
Nach der Festnahme wurde der Beschuldigte am Freitag einem Haftrichter vorgeführt. Dieser setzte den Haftbefehl in Vollzug. Der 45-Jährige wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Durch die Festnahme und die bei der Durchsuchung aufgefundenen Beweismittel konnte nach Einschätzung der Ermittler ein wesentlicher Teil der in den vergangenen Wochen und Monaten festgestellten Autoaufbrüche im Göttinger Stadtgebiet aufgeklärt werden.