Eine 76 Jahre alte Frau hat sich am Sonntagnachmittag, 5. Juli 2026, am Haltepunkt Sülzbach in erhebliche Lebensgefahr begeben. Gegen 15:45 Uhr überquerte die deutsche Staatsangehörige unbefugt die Bahngleise, um vom Bahnsteig 2 zum Bahnsteig 1 zu gelangen. Andere Reisende hatten zuvor versucht, sie von diesem gefährlichen Vorhaben abzuhalten – vergeblich.
In diesem kritischen Moment näherte sich eine Regionalbahn dem Haltepunkt mit einer Geschwindigkeit von etwa 110 Kilometern pro Stunde. Ein Reisender versuchte schnell, die 76-Jährige auf den Bahnsteig zu ziehen, während andere Passagiere den Lokführer durch Winken auf die gefährliche Situation aufmerksam machten. Der Triebfahrzeugführer leitete daraufhin sofort eine Schnellbremsung ein. Allerdings konnte er nicht verhindern, dass die Frau von der durchfahrenden Bahn erfasst wurde.
Die 76-Jährige erlitt dabei eine Verletzung am Bein. Ein alarmierter Rettungsdienst brachte sie in ein Krankenhaus. Die Bundespolizei bestätigte, dass es zu einem sogenannten Touchieren – einer Berührung durch den Zug – kam.
Die Folgen des Vorfalls wirkten sich erheblich auf den Bahnbetrieb aus: Der Haltepunkt musste für knapp zwei Stunden gesperrt werden, was zu bahnbetrieblichen Auswirkungen führte. Die Bundespolizeiinspektion Stuttgart hat die Ermittlungen zum Vorfall eingeleitet.
Die Bundespolizei nutzt den Vorfall, um auf die Gefahren im Gleisbereich hinzuweisen. Züge nähern sich fast lautlos und sind je nach Windrichtung oft erst sehr spät wahrnehmbar. Selbst wenn ein Lokführer sofort eine Notbremsung einleitet, benötigen Züge bei 100 Kilometern pro Stunde einen Bremsweg von bis zu 1.000 Metern. Bahngleise dürfen ausschließlich an den dafür bestimmten Stellen wie Über- oder Unterführungen überquert werden.