90-Jährige fällt auf Enkeltrick herein und übergibt Gold auf Heinsberger Marktplatz

Eine 90-jährige Frau aus Heinsberg ist am Donnerstag, 11. Juni, Opfer eines perfiden Trickbetrugs geworden. Zwischen 12.30 und 14.30 Uhr brachten Betrüger sie dazu, Gold im Wert einer hohen Summe an einen Unbekannten auf dem Marktplatz zu übergeben.

Der Betrug begann gegen 12.30 Uhr mit einem Anruf einer weiblichen Person, die der Seniorin mitteilte, dass ihr Sohn einen Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem eine junge Mutter getötet wurde. Da die Anruferin die Personalien ihres Sohnes vollständig nannte, glaubte die Heinsbergerin, dass der Unfall tatsächlich stattgefunden hatte. Die Betrügerin behauptete, der Sohn sei wegen des Geschehens festgenommen worden und würde gegen Zahlung einer Kaution wieder freigelassen.

Aufgrund des enormen psychischen Drucks begab sich die 90-Jährige zu ihrer Bank an der Hochstraße und holte Gold im Wert der geforderten Summe aus ihrem Schließfach. Anschließend beorderte die Anruferin sie zum Marktplatz, wo sie einen ihr unbekannten Mann traf, dem sie die Münzen übergab. Dieser sagte ihr zu, man würde sich bei ihr melden, um das weitere Vorgehen zu besprechen, damit der Sohn aus der Haft entlassen werden könne.

Der unbekannte Abholer war etwa 25 bis 35 Jahre alt, hatte kurze, schwarze Haare und trug eine dunkle Jacke sowie eine dunkle Jeans. Er sprach leise und akzentfrei Deutsch.

Die Polizei sucht Zeugen, die am Donnerstag, 11. Juni, zwischen 14 Uhr und 14.30 Uhr am Markt in Heinsberg eine Person beobachtet haben, auf die diese Beschreibung zutrifft, oder die Übergabe gesehen haben. Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 4 der Polizei in Heinsberg entgegen oder über die Internetseite der Polizei Heinsberg.

Um nicht Opfer solcher „Schockanrufe“ zu werden, rät die Polizei: Sofort auflegen und durchatmen, die angeblich betroffene Person unter einer bekannten Telefonnummer kontaktieren, niemals Informationen über persönliche und finanzielle Verhältnisse preisgeben und niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte übergeben. Bei verdächtigen Anrufen sollte sofort die Polizei über die 110 informiert werden. Innerhalb der Familie sollte ein Kennwort zur Identifizierung am Telefon vereinbart werden. Zudem empfiehlt die Polizei, den Telefonbucheintrag zu kürzen oder ganz zu streichen.

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