Nach ihrem deutlichen Wahlsieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bekräftigt die AfD ihren Anspruch auf die Regierungsführung. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund signalisierte am Sonntagabend bei der Wahlparty der Partei in Magdeburg Gesprächsbereitschaft über Parteigrenzen hinweg.
„Wir werden die Hand ausstrecken, sollte es irgendjemanden hier in diesem neuen Landtag geben, ob es eine Fraktion oder ein Abgeordneter ist, der gemeinsam mit uns die Grundprobleme in diesem Land lösen möchte“, sagte Siegmund. Dabei betonte er: „Es ist klar, dass die gewonnene Wahl ein Vertrauensvorschuss der Menschen im Land ist. Wir werden uns nicht verbiegen. Wir werden uns nicht selbst aufgeben.“
Noch deutlicher formulierte AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel ihren Regierungsanspruch: „Wir nehmen diesen Regierungsauftrag ganz klar entgegen und wir werden Regierungsverantwortung übernehmen. Hier in Sachsen-Anhalt mit Uli als Ministerpräsident und im Bund mit der nächsten Regierungsbeteiligung unter AfD-Führung.“
Eine eigene Mehrheit für die AfD wird es nach bisherigen Hochrechnungen allerdings nicht geben. Entscheidend könnte das erst kürzlich gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) werden, das derzeit im Bereich der Fünf-Prozent-Hürde liegt und damit Koalitionsverhandlungen beeinflussen könnte.
Autor: dts Nachrichtenagentur