Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Berlin kein Gewitterrisiko. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10 – das entspricht einem niedrigen bis allenfalls grenzwertig moderaten konvektiven Potenzial, das jedoch durch weitere entscheidende Faktoren klar nach unten korrigiert wird. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei lediglich 2 Prozent, Böen erreichen maximal 32 km/h und bleiben damit deutlich unterhalb der für Mesozyklonen-Bildung kritischen Schwelle. Der Abend und die Nacht verlaufen trocken, Temperaturen fallen auf rund 12°C. Kein Hagel, kein Blitz, keine Warnung erforderlich.
Warum bleibt es trotz eines Instabilitäts-Index von 5 ruhig? Ausschlaggebend ist die Kombination aus mehreren dämpfenden Faktoren. Die Taupunkt-Temperatur-Differenz beträgt heute 4,1°C – ein Wert deutlich unter der kritischen Grenze von 7°C, was auf eine zwar feuchte, aber nicht explosiv instabile Luftmasse hindeutet. Die relative Luftfeuchte von 81 Prozent wirkt auf den ersten Blick beunruhigend, doch ohne ausreichenden dynamischen Auftrieb – also ohne ein sinkendes Druckfeld oder markante Windscherung in der Höhe – kann die bodennahe Feuchte keine organisierte Konvektion auslösen. Die Böen mit maximal 32 km/h liegen unterhalb des Schwellenwerts von 40 km/h, ab dem Windscherung in Kombination mit Feuchte messbare Rotationsdynamik erzeugen kann. Kurz gesagt: Die Zutaten für Gewitter sind heute Abend einzeln vorhanden, aber nicht in der kritischen Mischung vereint.
Der morgige Dienstag, 15. September, bringt eine spürbare Beruhigung der Atmosphäre: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent, und die Taupunkt-Differenz steigt auf 4,2°C bei gleichzeitig trockener Luft in der Grundschicht. Mit Höchstwerten von 24°C und kaum Wind bleibt es freundlich und stabil – kein Gewitterpotenzial in Sicht. Erst am Mittwoch, 16. September, zieht eine Regenphase durch Berlin: 5,4 mm Niederschlag bei einer Wahrscheinlichkeit von 54 Prozent sind möglich, der Instabilitäts-Index verharrt aber bei 3 von 10 – das deutet auf stratiformes, also flächiges Regengeschehen ohne Gewittercharakter hin. Donnerstag zeigt sich mit einem bemerkenswert geringen Temperaturunterschied zwischen Hoch- und Tiefstwert (13°C zu 13°C) als vollständig stabile, trübe Wetterlage.
Auch wenn heute Abend keine akute Gewittergefahr besteht, gelten grundsätzliche Hinweise für die kommenden Tage: Wer am Mittwoch längere Outdoor-Aktivitäten plant, sollte wasserdichte Kleidung einpacken und Regenmengen von bis zu 5 mm einkalkulieren – ausreichend für nasse Straßen und eingeschränkte Sicht beim Radfahren oder Laufen. Autofahrer sollten bei Niederschlag auf Mittwoch erhöhte Aquaplaning-Gefahr auf nicht entwässerten Stadtstraßen achten. Warnsignale für spontan aufziehende Schauer – rascher Temperaturabfall, plötzliche Böenzunahme oder eine auffällig grau-dunkle Bewölkung im Westen – sind in dieser Wetterlage jedoch nicht zu erwarten.
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